Seit 25 Jahren leite ich eine SHG für Eltern von suchtkranken Söhnen und Töchtern. Diese Entscheidung, eine so immens wichtige Einrichtung zu schließen ist ein Schlag ins Gesicht für alle Betroffenen. Nicht nur das, sondern vermutlich wird dadurch der Tod vieler junger Menschen billigend in Kauf genommen. Diese Lippenbekenntnisse der Entscheidungsträger, man müsse etwas tun um Betroffenen zu helfen ist eine Farce, ein Skandal sondergleichen! Jeder der daran beteiligt ist sollte sich schämen. Die Menschenwürde wird wieder einmal mit Füßen getreten. Das müssen wir verhindern. Werdet laut und unterstützt dadurch diejenigen die diese Schließung betrifft. Beate Stör Elternselbsthilfe Allgäu-Oberschwaben
Vor 10 Jahren war ich selbst Patient in der Dietrich-Bonhoeffer-Klinik . Ohne diese Klinik hätte ich es vermutlich nicht geschafft, mein Leben aus der Sucht zu befreien. Dort habe ich nicht nur therapeutische Hilfe bekommen, sondern auch die Chance auf einen echten Neuanfang: ein Wohnortwechsel, ein stabiles Umfeld und neue Perspektiven für meine Zukunft.
Die DBK hat mir ermöglicht, ein suchtfreies Leben aufzubauen. Dafür bin ich bis heute unendlich dankbar.
Dass diese Klinik nun geschlossen werden soll, ist für mich unverständlich und zutiefst erschütternd. Für viele Jugendliche ist sie oft die letzte Hoffnung. Wenn diese Möglichkeit wegfällt, verlieren junge Menschen in schwersten Krisen eine lebensverändernde Chance.
Die Schließung wäre nicht nur ein Verlust, sie wäre eine Katastrophe für all jene Jugendlichen, die dringend Hilfe benötigen.
Bitte retten Sie diese wichtige Einrichtung. Sie verändert Leben. Sie hat meines verändert.
Ich freue mich, dass dem Innenministerium das Wohl der Ehrenamtlichen Helfer vor Ort am Herzen liegt. Helfen könnte das Ministerium viel - bspw. mit einer besseren finanziellen Unterstützung. Es würde mich freuen, wenn unsere medizinische Ausrüstung nicht mehr aus Spenden finanziert würde und wir nicht privat zusätzliches Material finanzieren müssten.
Ob wir einen Einsatz fahren wollen und können, das können wir aber selbst entscheiden. Dafür sind wir ausgebildet, dafür haben wir unsere Dienstvorschriften und klare "Eigenschutz geht immer vor" Regeln. Nicht jede:r Helfer:in fährt zu jedem Einsatz, das ist völlig in Ordnung und gelebte Praxis!
Alleine bei uns würde mit der Neuregelung aber mehr als die Hälfte der Einsatzalarmierungen wegfallen - im letzten Jahr waren darunter einige, bei denen jede Minute gezählt hat und der HvO-Einsatz den Betroffenen einen echten medizinischen Vorteil brachte.
Im vergangenen Jahr hat die HVO-Gruppe, der ich angehöre, mehr als 300 Einsätze absolviert. Jeder Helfer konnte dabei seine Belastung selbst steuern - mit der jeweils individuellen Entscheidung, einen Einsatz zu übernehmen oder eben nicht. So sollte das auch in Zukunft sein. Weshalb Helfer vor Ort bei Verkehrsunfällen, Geburten, Synkopen oder Priorität-2-Einsätzen, bei denen der Rettungsdienst dennoch zur Abwendung von Gefahren für Leib und Leben mit Sondersignal anfahren, nicht mehr alarmiert werden sollen, erschließt sich mir in keinster Weise. Allein die Anwesenheit von uniformierten Helfern, die in der Notsituation ruhig bleiben, kann psychologisch Wunder wirken für die Menschen in Not. Statt die HVO-Gruppen fragwürdig einzuschränken, sollte vielmehr die Finanzierung dieses Dienstes vom Innenministerium in den Blick genommen werden.
Wer einmal psychisch erkrankt war und Hilfe von einer Therapeutin oder einem Therapeuten erhalten hat, weiß wie lebensnotwendig sie sind. Ich wäre vor 10 Jahren niemals allein aus dem Loch gekommen und hätte weder wieder arbeiten können, noch hätte ich mich um meine Familie kümmern können oder das Leben genießen können.
Abgesehen von dem persönlichen Leid der Betroffenen muss doch auch langsam deutlich sein, welch gesamtwirtschaftlicher Schaden entsteht. Und s. g. Wirtschaftlichkeit ist doch der Auslöser dieser unsäglichen Diskussion.
Das ist mehr als eine Frechheit! Es handelt sich um ein Berufsbild mit einer Ausbildungsdauer von 10 Jahren! Während der Ausbildung müssen sie enorme finanzielle Einbußen auf sich nehmen und dann überhaupt eine Kürzung des Honorars zu überlegen, ist an Respektlosigkeit echt nicht zu übertreffen. Was diese Berufsgruppe für ihre Patient*innen in den schwersten Krisen leistet muss endlich mal eingesehen werden.
Psychotherapie kostet, gleichzeitig ist der Weg Therapeut zu werden, lang. Nach einem Bachelor und einem Master von mindestens 5 Jahren, in welchem mehrere unbezahlte Praktika verpflichtend sind und welcher so umfangreich ist, dass nur schwer nebenher gejobbt werden kann, folgt eine meist 5-Jährige Psychotherapeutische Ausbildung, die selbst finanziert werden muss (ca. 30.000 Euro). Währenddessen muss dann auch wieder teils unbezahlt oder unter dem Mindestlohn gearbeitet werden. Danach kostet ein Kassensitz meist nochmal Schlappe 50.000 Euro. Der Beruf des Psychotherapeuten wird so zunehmend unattraktiv und nicht mehr finanzierbar. Dies gefährdet sich die Patienten.
Es ist sowieso schon schwierig und langwierig genug, eine geeignete Psychotherapie zu finden (besonders, wenn man auf Kassenleistungen angewiesen ist!), und dann soll da jetzt auch noch gekürzt werden? Eine Frechheit - sowohl für die Patienten, die dann noch mehr Schwierigkeiten haben, eine Psychotherapie zu finden, als auch für die Therapeuten, die (jedenfalls, wenn sie gut sind) doch enormes leisten, um zu helfen!
Komisch - für wirklich wichtige Dinge für den Bürger, wie z.B. im sozialen Bereich usw., ist immer kein Geld da... Was im Zweifelsfall im Übrigen noch kostspieliger für den Statt wird, wenn er für die Folgen aufkommen muss...
Psychotherapie leistet nicht nur einen wertvollen Beitrag zur Lebensqualität einzelner Personen, sondern auch gesamtgesellschaftlich: ohne Psychotherapie würden Suizide und Gewalttaten deutlich zunehmen. Sparpotential steckt doch viel eher in den riesigen Verwaltungsapparaten von 90 verschiedenen Krankenversicherungen und deren höchstbezahlten Vorständen.