Krankenkassen

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Wir haben die längste, teuerste Ausbildung. Wir sind die schlechtbezahlteste Ärztegruppe. Wir machen einen so intensiven Job, dass ihn kaum einer 40 Stunden die Woche runtereißen kann. Nun müssen wir als einzige Berufsgruppe innerhalb von Jahrzehnten in der BRD nominal Kürzungen hinnehmen und das in angespannten Zeiten. Was noch?
Wanja supported: Monatelange Wartezeiten – und jetzt werden psychotherapeutische Leistungen gekürzt?
In meiner Arbeit als Psychologischer Psychotherapeut verzichte ich bislang darauf, ausschließlich Kurzzeittherapien oder Gruppentherapien anzubieten, obwohl mir das deutlich mehr Geld bringen würde. Wenn die Indikation besteht (z.B. bei schweren Traumatisierungen oder Persönlichkeitsstörungen) führe ich die weniger lukrativen, im Einzelfall aber unumgänglichen Langzeittherapien durch. Außerdem erbringe ich nebenbei noch viele unvergütete Leistungen: Ein paar Minuten länger sprechen, wenn es gerade wichtig ist, persönliche Erreichbarkeit in der telefonischen Sprechstunde, ein stützendes Telefonat zwischenrein. Nicht zu reden von den Kosten für Fortbildungen (die über die Fortbildungsverpflichtung hinausgehen) und der Zeit für die regelmäßigen, unbezahlten Fallbesprechungen im Kollegenkreis zu Gunsten der Behandlungsqualität. Die Vorstellung, eine psychotherapeutische Praxis auf Gewinn zu optimieren fühlt sich recht bitter an. Bei einer Umsetzung der geplanten Kürzungen frage ich mich allerdings ernsthaft, wie viel freiwilliges Engagement ich mir noch leisten kann.
Carsten supported: Monatelange Wartezeiten – und jetzt werden psychotherapeutische Leistungen gekürzt?
Es ist wirklich unfassbar. Der Verband, der die Interessensvertretung der gesetzlich Versicherten sein soll, beschließt nach Jahren der Inflation und der Krisen, die Psychotherapeut:innen mit gemanaged haben, nicht nur eben diese Berufsgruppe, die ohnehin schon seit jeher das Schlusslicht unter den Facharztgruppen hinsichtlich der Vergütung ist, vor den Kopf zu stoßen, sondern sogar die eigenen Versicherten unter den Bus zu schmeißen. Denn: Während Psychotherapeut:innen lange die einzige Facharztgruppe waren, die für gesetzlich und privat Versicherte ÄHNLICH gut vergütet wurden, ist das jetzt VORBEI. Wenn Psychotherapeut:innen sich nun vor dem finanziellen Kollaps retten wollen, geht das aus wirtschaftlicher Sicht nur, indem Therapieplätze an privat Versicherte vergeben werden - mit der Konsequenz, dass gesetzlich Versicherte in Zukunft noch länger warten werden als ohnehin schon. Als Psychotherapeut mit Kassenzulassung, der seinen Versorgungsauftrag sehr ernst nimmt, habe ich das Vertrauen in die gesetzlichen Krankenkassen nun nachhaltig verloren, und wäre ich gesetzlich versichert, würde ich mir als Patient ähnliche Gedanken machen. Ob das wiedergutzumachen ist?
Dr. Christian supported: Monatelange Wartezeiten – und jetzt werden psychotherapeutische Leistungen gekürzt?
Ich bin Kinder / Jugendpsychotherapeutin. Wir sehen sehr viel Not. Es gibt immer weniger Therapeuten, die K/J Therapie anbieten. In Corona hieß es, die Kinder/ Familien werden nicht zurück gelassen. Das Gegenteil ist der Fall. Kinder brauchen Hilfe in ihrer Not
Cornelia supported: Monatelange Wartezeiten – und jetzt werden psychotherapeutische Leistungen gekürzt?
Menschliche Kapazität erschöpft sich und kann nicht beliebig vermehrt werden. Wir Psychotherapeuten müssen das noch mehr als andere beachten, um im täglichen Umgang mit menschlichen Schicksalen, hilfreich zu bleiben. Wir können nicht einfach mehr Geld verdienen, in dem wir einfach und ständig mehr Patienten behandeln. Dem ist eine natürliche emotionale Belastungsgrenze gesetzt und muss Rechnung getragen werden. Unser Investment in die Gesellschaft, das maßgeblich zur Gesundung und Gesunderhaltung beiträgt und die Kassen füllt, wurde durch den Bewertungsausschuss, insbesondere dem Sp.v. der GKV, erneut entwertet und ad absurdum geführt.
Anne supported: Monatelange Wartezeiten – und jetzt werden psychotherapeutische Leistungen gekürzt?
Wie viele Steine will man uns und dem Patienten und Patientinnen noch in den Weg legen. Erst eine teure Ausbildung in der man kaum etwas verdient, dann Praxiskredite, horrende Kosten für Krankenkasse, Miete, Abrechnungssystem, IT und Versicherungen aller Art. Alles wird immer teurer. Die Pat. warten nicht Monate sondern manchmal sogar Jahre. Ich könnte ein Buch voll schreiben mit den Anfragen alleine für eine Traumatherapie in meiner Praxis. Es ist einfach so menschenfeindlich auf allen Ebenen. Alle müssten mal 2 Wochen streiken, auch alle Psychotherapeuten und PIAs in den Kliniken, wirklich alle. Dann gäbe es wahrscheinlich eine Bewegung..Ansonsten denken die, die können mit uns machen was sie wollen.
Luisa supported: Monatelange Wartezeiten – und jetzt werden psychotherapeutische Leistungen gekürzt?

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