Decision Maker

Helmut Holter

  • Minister für Bildung, Jugend und Sport Thüringen

Does Helmut Holter have the power to decide or influence something you want to change? Start a petition to this decision maker.Start a petition
Petitioning Peter Tschentscher, Susanne Eisenmann, Michael Piazolo, Sandra Scheeres, Britta Ernst, Claudia Bogedan, Ties Rabe, Alexander Lorz, Bettina Martin, Grant Hendrik Tonne, yvonne gebauer, Stefanie Hubi...

Abi 2020 Umdenken: Durchschnittsabitur

Schwierige Zeiten erfordern moderne Problemlösungen Was genau macht die Abiturprüfungen dieses Jahr so ungerecht?: https://hackmd.io/@Abi2020Umdenken/fehlende-Vergleichbarkeit Kontaktdaten der Kultusminister: https://hackmd.io/@Abi2020Umdenken/Kultusminister Update 26.3.2020Die Kultusminister haben gestern aus unserer Sicht ausgesprochen ignorant und kurzsichtig festgelegt, dass alle Prüfungen stattfinden werden. Ihren Statements konnte man nicht entnehmen, dass sie unsere Sorgen und Ängste ernst nehmen. Und irgendwie auch nicht, dass sie den Ernst der Lage erkannt hätten. Denn in der Zwischenzeit schreitet die Pandemie unvermindert voran, das RKI und der Gesundheitsminister sehen Deutschland erst am Anfang, mit einem Höhepunkt an Erkrankten Ende April, Anfang Mai. Experten sagen es ist fraglich, ob die Kliniken bei der Höhe der prognostizierten Fallzahlen durch die Epidemiologen genügend Beatmungsgeräte haben. Aber hey – wir waschen uns einfach gut unsere Hände, versichern den LehrerInnen, die uns mit Mundschutz empfangen, dass wir uns topfit fühlen und schreiben mit Leichtigkeit die Prüfungen unseres Lebens? Wen das auch aufregt: Schreibt Mails an Eure Kultusminister, die Schulbehörden der Länder sind häufig auf Instagram, schreibt an eure LehrerInnen und Schulleitungen, den Gesundheitsminister und die Kanzlerin, und fragt, wer das alles verantworten wird, wenn sich in den Prüfungen auch nur ein Mensch infiziert. Wir kämpfen weiter! ---------------------------------------- In wenigen Wochen sollen etwa 350.000 Schüler deutschlandweit ihr Abitur absolvieren. Das finden wir aus drei Gründen falsch: 1. Gesundheitlich: Mit Bus und Bahn zur Prüfung und dann mehrere Leute für fünf Stunden in einen Raum packen und hoffen, dass sich das Virus nicht weiter ausbreitet? Virologen konnten bereits beweisen, dass das Virus SARS-Covid 19 mehrere Tage auf Oberflächen überleben kann, und immer noch übertragbar ist. Ein ausgetauschter Stift, ein Berühren des Nachbartisches, die Benutzung der Toiletten könnte reichen, um die Epidemie fortschreiten zu lassen. 2. Psychologisch: Viele von uns haben Angst. Unsere Familien geraten in Existenznot und wir mit unseren Prüfungsvorbereitungen mittendrin. Nichts ist wie zuvor. Abgesagte Vorabiklausuren, chaotischer Onlineunterricht, Computer müssen mit Geschwistern und Eltern geteilt werden, ausgefallene PL's und der fehlende Austausch mit Mitschülern und Mitschülerinnen.  3. Gesellschaftlich: Viele von uns leisten gerade zuhause einen Beitrag. Wir beschäftigen kleinere Geschwister, facetimen mit den Großeltern, gehen einkaufen, organisieren Dinge und unterstützen unsere Eltern und Nachbarschaften. Wenn 350.000 kluge Köpfe neben diesen Aufgaben Zeit für kreative Projekte hätten - beispielsweise die Teilnahme an dem Hackathon der Bundesregierung #WirVsVirus und allem, was daraus folgt - dann nützt das der Gesellschaft in dieser Situation mehr, als Abiprüfungen. Wir fordern: Keine Abitur-Klausuren in 2020!  UNSERE LÖSUNG: Jede Schülerin und jeder Schüler (deutschlandweit) erhält in diesem Jahr ein sogenanntes Durchschnittsabitur. Hierfür wird ein Durchschnitt der einzubringenden 32 bis 40 Semesterergebnisse (Beispiel Hamburg) der letzten 4 Semester errechnet und als Abiturnote festgelegt. Bei einer erwünschten Verbesserung der Note, kann eine mündliche Leistung in einem der vier bereits gewählten Prüfungsfächer erbracht werden (zum Beispiel per Online-Videocall), und wie in den Vorjahren als mündliche Prüfung mit einberechnet werden. Update 21.03.2020: Wir haben viele Anfragen von euch, ob unser Lösungsansatz nicht genauso für ESA und MSA Prüfungen funktionieren könnte, da sich die Schülerinnen und Schüler in der identischen Situation befinden. Wir finden ja: Also erweitern wir hiermit die Petition und kämpfen genauso für einen Durchschnitts-ESA und -MSA (hier werden dann die Noten aus dem ersten und zweiten Halbjahr 2019/2020 zur Errechnung herangezogen) Los geht's. Presseanfragen: abi2020umdenken@gmail.com

Paul Gringel & Filippa Steffens
154,902 supporters
Petitioning Dr. Franziska Giffey, Dr. Joachim Stamp, Andreas Bothe, Hubertus Heil, Franziska Giffey, Anja Karliczek, Karin Prien, Dr. Heiner Garg, Monika Bachmann, Ulrich Commerçon, Yvonne Gebauer, Manne Lucha...

Beitragsfreie Kita-Plätze - für ganz Deutschland! #BeitragsfreieKita

Berlin, Bremen, Hamburg, Hessen, Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern und Rheinland-Pfalz machen es vor - der Elternbeitrag für die Kinderbetreuung wurde abgeschafft*. Daher meine Forderung: Beitragsfreie Kita(Tagesmütter/-väter)-Plätze - für ganz Deutschland! Wir sind eine vierköpfige Familie aus NRW und unser größter finanzieller Posten - neben dem Wohnen - den wir im Monat stemmen, ist der Kita-Beitrag für unsere beiden Töchter (2 und 4 Jahre). Dieser liegt bei über 400 Euro im Monat (ohne Verpflegung). Wir geben mehr als 10% unseres Monats-Netto-Einkommens für die Kinderbetreuung unserer Töchter aus. Als ich angefangen habe zu studieren, gab es gerade eine große Bewegung gegen die Studiengebühren, die damals eingeführt werden sollten. "Bildung für Alle und zwar umsonst"  hieß hier der Slogan. Hier ging es um 500 Euro pro Semester. Jetzt haben wir eine Belastung für die Bildung unserer Töchter im Monat (!) von über 400 Euro und wir sind weit weg davon Spitzenverdiener zu sein. Ich habe eine gute Freundin die in Hamburg lebt und gar nichts für die Betreuung ihrer Kinder bezahlt. Kinder die in Hamburg zu einer Tagesmutter(-vater) gehen, werden 30 Stunden in der Woche kostenlos betreut und Kinder die in die Kita gehen, werden 25 Stunden in der Woche kostenlos betreut.  Diese "Grundversorgung" sollte jedem Elternteil kostenlos zustehen. Weitere Stunden sollten kostenlos zustehen, wenn diese berufsbedingt benötigt werden oder wenn sie aus anderen Gründen (z.B. vom Jugendamt) für nötig erachtet werden, um allen Kindern den besten Start ins Leben zu ermöglichen. Daher fordere ich die Landesregierung in Düsseldorf auf zu handeln. Insbesondere das Ministerium für u.a. Kinder und Familie sollte sich dafür einsetzen, dass der Elternbeitrag für Kita und Tagesmütter(-väter) in NRW abgeschafft wird. Aber auch die anderen Landesregierungen sollten sich diesem Thema unbedingt annehmen! #BeitragsfreieKita Und auch die Bundesregierung sollte sich mit diesem Thema beschäftigen! #BeitragfreieKita geht sowohl das Bundesministerium für Arbeit und Soziales etwas an, als auch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, sowie das Bundesministerium für Bildung und Forschung. Es geht um die Vereinbarkeit von Familie und Beruf, es geht um die Frage der sozialen Gerechtigkeit und es geht um Bildung für die Allerkleinsten. Wir haben in NRW das Kinderbildungsgesetz (KiBiz). Das heißt Bildung fängt schon im Kindergarten an und da, finde ich, passt das der Slogan aus meiner Studienzeit: "Bildung für Alle und zwar umsonst" - gerade auch für die Allerkleinsten! Natürlich ohne das die Qualität der Betreuung darunter leidet.  Bitte unterschreiben Sie jetzt diese Petition und teilen Sie sie gerne mit Familie und Freunden! #BeitragsfreieKita Vielen Dank! Svenja Stahlschmidt *einige Bundesländer erheben gar keine Kostenbeteilgung mehr (z.T. erst ab dem 01.08.2018/19 bzw. 01.01.2020) und/oder erheben eine Kostenbeteiligung erst ab sechst Stunden täglicher Betreuung und/oder bei wieder Anderen entfällt die Kostenbeteiligung erst ab einem Alter von 3 Jahren. 

Svenja Stahlschmidt
86,728 supporters
Petitioning Anja Karliczek, Susanne Eisenmann, Anett Sastges-Schank, Sandra Scheeres, Britta Ernst, Claudia Bogedan, Ties Rabe, Ralph Alexander Lorz, Bettina Martin, Grant Hendrik Tonne, yvonne gebauer, Christ...

Jetzt #InklusiveSchulsysteme umsetzen!

Noch immer erleiden Menschen in der Bundesrepublik Deutschland tagtäglich Diskriminierungen und Hindernisse in ihrer Entwicklung. Dazu gehören Frauen bzw. Mädchen, Menschen mit Migrationshintergrund, Menschen, die eine andere Hautfarbe als weiß haben, die eine nicht-christliche Religion praktizieren, mit einer Behinderung leben, nicht heterosexuell oder cis oder schlichtweg arm sind. Gleichzeitig wurde eine hetzende Partei, wie es die AFD ist, in den Bundestag gewählt und erzielt fortlaufend hohe Umfragewerte. Innenminister Seehofer fährt eine Rhetorik der Abgrenzung und Spaltung. Am Rande einer Pegida-Demo wurden Journalisten ungeneriert angepöbelt und von ihrer Arbeit abgehalten und in Chemnitz versammelten sich Tausende unter menschenverachtenden Motiven, während die Polizei noch nicht einmal ausreichend gegen das verbotene Zeigen des Hitlergrußes vorging. Die Wissenschaft zu Bildung und Erziehung ist heute in der Entwicklung sehr weit fortgeschritten. Es sind wertvolle Rahmen-Richtlinien und Konzepte entwickelt worden, wie bessere, nämlich inklusive Schulsysteme aussehen und umgesetzt werden könnten. Schulsysteme, die erwiesener Maßen - diverse Studien und Erfahrungen aus der Praxis bestätigen das - Allen in Allen Belangen zu Gute kommen würden, auch den besser gestellten, Privilegierten und Hochbegabten. Inklusive Schulsysteme würden präventiv und gegen jegliche destruktiven und demokratiefeindlichen Bewegungen in Deutschland wirken. Die heutige Investition und Reformierung hin zu inklusiven Schulsystemen wäre ein Garant für den Erhalt unserer Demokratie und auch dafür, dass sich in unserer Gesellschaft, den Anforderungen des 21. Jahrhunderts entsprechend, überwiegend hoch qualifizierte, umfassend gebildete und mündige Menschen entwickeln können. Doch noch immer werden vereinzelte Schritte in Hinsicht auf inklusive Schulsysteme, wenn überhaupt nur zögerlich, teilweise oder nicht umfassend angegangen. Dies macht es Kritiker*innen und Skeptiker*innen leicht, gleich den ganzen Ansatz Inklusion abzulehnen, wenn nicht gar als “gescheitert“ zu diffamieren. Denn solange Inklusion und entsprechende Pädagogik nicht umfassend und nachhaltig umgesetzt wird, bekommen Schüler*innen die Nachteile halbfertiger Ansätze deutlich zu spüren. Ich selbst habe, in der damals relativ inklusiven Charlotte-Salomon-Grundschule Berlin, von den Vorteilen inklusiver Ansätze profitiert und als Erwachsener einen Eindruck davon bekommen, wie viel weiter die dazugehörige Forschung im Gegensatz zu den bestehenden Schulsystemen ist. Es muss endlich in der gesamten Bundesrepublik Deutschland und in allen Bundesländern die umfassende und gründliche Einführung und Umsetzung von inklusiven Schulsystemen unter den höchsten Prioritäten nicht nur genannt, sondern auch kontinuierlich und effektiv angegangen werden. Daher fordere ich Anja Karliczek, Bundesministerin für Bildung und Forschung, sowie die Bildungsministerkonferenz auf, sich jetzt mit aller Kraft und Entschlossenheit für die Umsetzung von inklusiven Schulsystemen einzusetzen. Bitte unterstützen auch Sie jetzt meine Petition für bessere, inklusive Schulen deutschlandweit! Vielen Dank, Miro Böhm   Für weitere Argumente empfehle ich folgende Medien: 1) Ist Inklusion eine Utopie?  https://youtu.be/naU6OcijQpM 2) Sieben Merkmale guter, inklusiver Schule https://youtu.be/8AqV91j0Ok0 3) 3 Big Misconceptions About Inclusion http://www.theinclusiveclass.com/2018/08/3-big-misconceptions-about-inclusion.html?m=1

Miro Böhm
17,980 supporters
Petitioning Dr. Susanne Eisenmann, Helmut Holter, Landtag Baden-Württemberg

Englisch Abiturprüfung 2018 #unangemessen - Bezug Pressemitteilung Kultusministerium

Sehr geehrte Damen und Herren, sehr geehrte Frau Dr. Susanne Eisenmann, sehr geehrter Herr Helmut Holter, sehr geehrter Petitionsausschuss des Landtages Baden-Württemberg, nach der Pressemitteilung des Kultusministeriums zur Petition "Englisch Abitur 2018 Baden-Württemberg unfair!", habe ich das Bedürfnis, zur öffentlichen Ansprache beider Thematiken. Ich schreibe diese Petition im Namen aller betroffenen Englisch Abiturienten. Somit mache ich hiermit vom im Grundgesetz verankerten Petitionsrecht Gebrauch. Die Folgenden Erläuterungen und Argumente vertrete ich im Namen aller Beteiligten. Somit vereine ich zahlreiche Meinungen & Argumente von Betroffenen. Diese habe ich nach meinem besten Gewissen auf Richtigkeit durch Recherche überprüft. Zuallererst kurz zu mir. Ich bin selbst Englisch Abiturient dieses Jahrganges und kann den aufgeführten Kritikpunkten der vorangegangenen Petition "Englisch Abitur 2018 Baden-Württemberg unfair!" uneingeschränkt zustimmen. Zunächst möchte ich zum Ausdruck bringen, dass ich von der Pressemitteilung des Kultusministeriums sehr enttäuscht bin. Auf die Kritikpunkte der Petition wurde unzureichend & unvollständig eingegangen. Die Unterschriften und Meinungen von 32.000 (Tendenz stetig steigend - Stand 21:00 Uhr, 24.04.2018) deutschen Staatsangehörigen bzw. Abiturienten, Lehrern und Schülern wurden schlichtweg durch die Einschätzung einer handvoll "Experten" übergangen. Wozu dient das im Grundgesetz verankerte Petitionsrecht denn eigentlich? Richtig, mit Bitten und Beschwerden an staatliche Institutionen zu treten und somit, wie in einer Demokratie gewollt, die Meinung und Sicht der Bevölkerung einzubringen. Die Politikverdrossenheit der jüngeren Generationen ist schwer zu lösen, wenn staatliche Institutionen in solch ignoranter Weise verfahren. Nachdem der erste Anlauf mit den Anliegen regelrecht abprallte, möchte ich mit Bezug zur Pressemitteilung nochmals unser Anliegen schildern. Aus diesem Grund wird diese Petition neben der Kultusministerin in Baden-Württemberg Dr. Susanne Eisenmann, auch an den Präsidenten der Kultusministerkonferenz sowie an den Petitionsausschuss des Landtags Baden-Württemberg geleitet . Zitat: "Aufgabe des Petitionsausschusses ist es, sich mit Eingaben von Bürgerinnen und Bürgern zu befassen, die sich durch eine Landesbehörde ungerecht behandelt fühlen. Der Petitionsausschuss darf – im Unterschied zu den Gerichten – nicht nur die Rechtmäßigkeit einer behördlichen Entscheidung überprüfen, sondern auch deren Zweckmäßigkeit." Zitatquelle: Landtag Baden-Württemberg Legen wir erneut einen Blick auf die zu kritisierenden Aspekte der Englisch Abiturprüfung, welche die Prüfung auf eine enorm schwierige Ebene hoben & diese mit vorangegangenen Abiturprüfungen keineswegs vergleichbar machten: 1. Der Textausschnitt für die Comprehension & die Analysis ("Call It Sleep" von Henry Roth) findet seinen Ursprung im Jahr 1934 und beinhaltet eine extrem hohe Konzentration von Vokabular, welches im Kursstufe-Wortschatz schlichtweg nicht vorhanden ist. Große Teile sind im heutigen Sprachgebrauch längst nicht mehr üblich und konnten teilweise nicht einmal im Abiturwörterbuch (z.B. OALD Wörterbuch) gefunden werden. Beispiel: Das Wort "roweling/rowel". 2. Vor allem durch die hohe Anzahl an Fremdwörtern, welche für das Textverständnis übersetzt werden mussten, ging ein Vielfaches der Zeit verloren (was ist den vorherigen Abiturjahrgängen nicht der Fall war). Diese Zeit fehlte für die ausführliche/korrekte Bearbeitung sämtlicher Aufgaben. Erschwerend kam hinzu, dass die Multiple-Choice Aufgaben schwerer & länger waren als sonst. Einige glichen auf Grund des fiktionalen, poetischen Ausgangstextes eher Interpretationsaufgaben. Wie es ist, diese richtig zu lösen, kann man sich vorstellen. 3. Der zu bearbeitende Text gehört zur Gattung der Romane/Erzählungen. Er beinhaltet Charaktere, aus dem Abschnitt nicht erkennbare Personenkonstellationen und eine schwierige Handlung, in welche man regelrecht geworfen wird. Im Gegensatz zu den Sachtexten der vorherigen Jahre glichen die Comprehension Aufgaben somit meist Interpretationen von Verhältnissen und Gefühlen. Schwierig wird es dann auch bei den Textbelegen, da sich Antworten oft "zwischen den Zeilen" abspielen. Poetische, umschweifende Textstellen wurden von uns Prüflingen meist falsch gedeutet. 4. Im Unterschied zu den vergangenen Abiturprüfungen in Englisch wurden plötzlich für die Belegstelle im Text zwei Zitate verlangt. Was nicht nur extrem schwer bei solch einer Textsorte ist, sondern auch die Punktzahl wurde pro Aufgabe, trotz des erhöhten Aufwandes, nicht erhöht. Ist eine der beiden Belegstellen also falsch, erhält man schlichtweg keinen Verrechnungspunkt. Diese Mehrarbeit schlug sich ebenfalls im zeitlichen Rahmen nieder. 5. Die Aufgabe der Analysis beruhte auf dem Verständnis des fiktionalen Textes. Im Text sollte unter anderem der letzte Absatz analysiert werden. Hier begannen für einige die ersten Probleme. Welcher Absatz genau gemeint ist, war nicht vollständig ersichtlich. Die Aufgabenstellung so offen, dass nicht hervorging was eigentlich gefordert wird. Weshalb, wird hier nicht zu klaren und verständlichen Formulierungen gegriffen? Ebenso konnte der Text auf Grund der vielen fremdem Vokabeln und der fehlenden Zeit nur bruchstückhaft übersetzt und somit verstanden werden, vor allem der zu analysierende Teil glich einer metaphorischen/gleichnishaften Beschreibung der Freiheitsstatue. Dieser Fakt wurde von den meisten Prüflingen nicht erkannt und es folgte somit eine Themaverfehlung der Aufgabe. Comprehension und Analysis (content) machten übrigens zusammen 20 VP von 60 VP (Verrechnungspunkte) in der Prüfung aus. Also bereits ein Drittel. Von natürlichen Abzügen in language (15 VP) ganz zu schweigen. 6. Durch den hohen Verlust von Zeit, vor allem durch die Comprehension, mussten deutliche Abstriche im Umfang der Bearbeitung vorgenommen werden. Somit betreffen die genannten Aspekte ebenso die Composition. Somit führt dies auch hier zu erheblichem Verlust von Verrechnungspunkten.   Lassen Sie mich nun einige Worte zur Pressemitteilung des Kultusministeriums sagen: 1. Ministerin Eisenmann: „Ich habe vollstes Vertrauen, dass die Lehrkräfte ihren Ermessensspielraum bei der Korrektur verantwortungsvoll und ausgewogen ausschöpfen.“ Hierbei wird die institutionelle Verantwortung lediglich nach unten delegiert. Es sollte nicht Aufgabe der Korrektoren sein, Ungereimtheiten & Probleme in den Aufgaben der Prüfungen zu lösen. Insbesondere nicht bei diesem Umfang, wenn Prüfungen keineswegs mehr vergleichbar mit Prüfungen anderer Jahre sind. Des Weiteren haben die Lehrer Korrekturvorgaben, in welche auch korrigiert werden sollte. Selbst wenn ein Korrektor "ein Auge zudrückt", hat man keinerlei Einfluss auf weitere Korrektoren. Was ist mit denen, bei denen kein Auge zugedrückt wird? Haben die dann Pech gehabt, da Sie die Verantwortung auf die Lehrer übertragen? 2. "Die schriftliche Prüfung fließe wiederum nur mit zwei Dritteln in die Gesamtnote ein." Hierzu muss wie ich denke, wenig gesagt werden. Wie viel 2/3 sind, erkennen selbst die Nichtmathematiker. Selbst wenige Punkte sind bei vielen Schülern entscheidend. 3. "Der als vermeintlich schwierig eingestufte Prüfungsteil „Analysis“ mache außerdem nur 15 Prozent der schriftlichen Abiturnote Englisch aus." Diese Aussage ist irreführend vor Medien und Nicht-Involvierten. Die beschriebenen Kritikpunkte umfassen Comprehension & auch Analysis (content), welche bereits 20 von 60 VP ausmachen. Zusätzlich kommt es bei fast allen Prüflingen noch zu Abzügen in der Sprache (language), was dann eine gute Endnote zusätzlich in die Ferne rücken lässt. Ergänzend sei hier auch nochmals ausdrücklich auf Punkt 6 der Kritikpunkte verwiesen. 4. "Der kritisierte Text kam letzten Freitag auch an den Gymnasien in Mecklenburg-Vorpommern zum Einsatz. Auf explizite Nachfrage des Kultusministeriums am heutigen Vormittag gab es in diesem nord-östlichen Bundesland keine Hinweise auf ähnliche Kritik, wie sie in der Online-Petition geäußert wurde." Dies mag sein. Nur weil dort keine Petition gestartet wurde, heißt das nicht, dass die Schüler dort zufrieden mit der Textvorlage waren. Insbesondere wenn eine Prüfung schlecht lief, versucht man damit abzuschließen. Aber nehmen wir trotzdem mal an, dort herrscht keine ungewöhnlich hohe Unzufriedenheit über den Text. Im Zitat ist lediglich die Rede von einer identischen Textvorlage, wie sieht es allerdings mit den gestellten Aufgaben in Mecklenburg-Vorpommern aus? Was die beiden Bundesländer aber nicht vergleichsfähig macht, sind vor allem Folgende Fakten: Wussten Sie, dass Mecklenburg-Vorpommern für das erhöhte Anforderungsniveau 300 Minuten (330min - 30min Hörverstehen) gestellt bekommt? In Baden-Württemberg waren es 180 Minuten. Zusätzlich durften die Schüler dort zweisprachige Wörterbücher verwenden, in Baden-Württemberg einsprachige. Was Zeit- und auch Verständnisnachteile mit sich bringt. 5. "Als Ergebnis der Überprüfung ist festzuhalten, dass das Niveau der kritisierten Aufgaben angemessen war." "Zwar sind die heute vom Kultusministerium hinzugezogenen externen Fachberater zu dem Ergebnis gekommen, dass der Haupttermin 2018 anspruchsvoller war, als die Klausuren der Jahre zuvor. Indes seien die Aufgaben in jedem Falle machbar gewesen." Neben den Widersprüchen in den beiden Aussagen, geht hier klar hevor, dass die Vergleichbarkeit mit ehemaligen Prüfungen nicht gegeben ist. Die Prüfung durch Spezialisten und eine Kommision mag schön und gut sein, ist allerdings realitätsfern von Fähigkeiten der Schüler, geschweige denn unter einem enormen Prüfungsdruck. Zitatquellen: Kultusministerium Die Schwierigkeit ist definitiv nicht mit vorhergegangenen Abiturprüfungen vergleichbar. Es ist schade, dass hierfür in einer Demokratie die Meinung der Bevölkerung missachtet wird. Es ist wirklich schade, dass die Unterschriften und Meinungen von 32.000 (Tendenz stetig steigend - Stand 21:00 Uhr, 24.04.2018) deutschen Staatsangehörigen bzw. Abiturienten, Lehrern und Schülern schlichtweg übergangen werden. Liegen diese Menschen, die Abiturienten mit Ihrem Anliegen etwa falsch? Man sollte sich dringend Gedanken machen, wenn ein gesamtes Bundesland auf Grund extrem schwierigen, unverständlichen und unvergleichbaren Prüfungsaufgaben zusammen steht und sich mit dem Anliegen an das Ministerium wendet. Die Frage, ob es an den Aufgaben liegt, oder die Englisch Abiturienten "zu blöd" sind, überlasse ich Ihnen selbst und verbleibe mit der Hoffnung, sie kennen die Antwort. Ist es denn nötig uns jungen Menschen, die die Zukunft in einer Demokratie mitgestalten, unnötig große Steine in den Weg zu werfen? Bei allem Verständnis für ein "Qualitätsabitur", dies hier, ist keines. Man schafft kein höheres Niveau, indem man sich realitätsfern von den Schülern & auch Lehrern bewegt. Wieso diejenigen übergehen, die es am meisten betrifft? Unser Abitur trägt einen enorm wichtigen Teil zu unserer Zukunft bei. Sollte es nicht das Ziel sein, uns Schüler auf das spätere Leben, Berufsleben, realistisch vorzubereiten? Selbst viele Schüler, welche Englisch als Ihre zweite Muttersprache sprechen, taten sich mit der Prüfung enorm schwer.   Zusammengefasst finden wir, dass das diesjährige Abitur im Fach Englisch zu schwer war und nicht vergleichbar mit anderen Bundesländern oder Jahrgängen. Große Teile der Stellungnahme sind nicht tragbar. Zitat von der Homepage der Kultusministerkonferenz: "Daraus ergeben sich als abgeleitete Aufgaben:die Einheitlichkeit und Vergleichbarkeit von Zeugnissen und Abschlüssen als Voraussetzung für die gegenseitige Anerkennung zu vereinbaren". Sehr geehrter Landtag, sehr geehrter Herr Holter, sehr geehrte Frau Dr. Susanne Eisenmann, wir fordern sie (erneut) auf, die genannten Aspekte bei der Benotung der Prüfung zu berücksichtigen, den Erwartungshorizont anzupassen, diese Erfahrung auch für spätere Abiturjahrgänge zu nutzen und somit dem zielführenden Leitsatz der Kultusministerkonferenz gerecht zu werden. Hierfür wird es dringlichst Zeit, ein Zentralabitur einzuführen. Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit. ------------------------------------------------------------------------ Bitte teilt diese Petition mit Freunden, Familie, Mitschülern, Lehrern, der Presse oder bittet euren deutschen Lieblingsyoutuber mit seiner Reichweite um Hilfe! Zusammen können wir etwas bewegen.

DIE ABITURIENTEN
17,748 supporters
Petitioning Minister Helmut Holter

Studium Humanmedizin - Wir fordern eine garantierte Übergangsregelung für alle Wartenden!!

Sehr geehrte Damen und Herren, Ausgang für die Petition, mit Bitte um Veröffentlichung, ist Forderung des Bundesverfassungsgerichts Karlsruhe über Neuregelung für die Studienplatzvergabe im Fach Humanmedizin vom 19.12.2017. Wer sind die Betroffenen? Betroffen sind Studienplatzbewerber im Fach Humanmedizin über die Wartezeitquote. 20 % der Medizinstudienplätze werden jedes Semester über die Wartezeitquote vergeben. Über diese Quote werden Bewerber ausgewählt, die aktuell eine Wartezeit von 15 Semestern vorweisen können. Während dieser Wartezeit ist es den Bewerber nicht gestattet einen Studiengang einer Hochschule bzw. Universität anzutreten, andernfalls wird keine Wartezeit angerechnet. Worin liegt die Kernproblematik? Das Bundesverfassungsgericht Karlsruhe hat festgestellt, das u.a. die Regelung der Wartezeitquote im aktuellen Zulassungsverfahren verfassungswidrig ist, da die Wartezeit von 15 Semestern die Regelstudienzeit von 6 Jahren und 3 Monaten überschreitet. Außerdem schließen Langzeitwartende das Studium häufiger nicht ab oder brauchen zumindest länger. In der Pressemitteilung Nr.112/2017 vom 19. Dezember 2017 des Bundesverfassungsgerichts wird dies deutlich:“ Denn ein zu langes Warten beeinträchtigt erheblich die Erfolgschancen im Studium und damit die Möglichkeit zur Verwirklichung der Berufswahl. Sieht der Gesetzgeber demnach zu einem kleineren Teil auch eine Studierendenauswahl nach Wartezeit vor, ist er von Verfassungswegen gehalten, die Wartedauer auf ein mit Blick auf ihre negativen Folgen noch angemessenes Maß zu begrenzen. Dies gilt ungeachtet dessen, dass die verfassungsrechtlich gebotene Beschränkung der Wartedauer dazu führen mag, dass viele Bewerber am Ende keinen Studienplatz über die Wartezeitquote erhalten können.“ Nun könnte die Wartezeit also durch den Gesetzgeber abgeschafft oder verkürzt werden. Im Raum stand eine Verkürzung der Wartezeit auf 8 Semester. Eine Verkürzung könnte jedoch für Wartende mit beispielsweise 10 Semestern bedeuten, dass sie die Wartezeit deutlich überschreiten. Und sie werden 15 Wartesemester nicht erreichen, da gegen Ende des Jahres 2019 die Neuregelung eintritt.  Was ist die Forderung? Die Kultusministerkonferenz muss eine Übergangsregelung für Abiturienten des Jahrgangs 2012 und 2013 in Aussicht stellen und im Staatsvertrag festhalten. Die „Altwarter“ sollten auch wie ihre Vorgänger mit gleicher Wartezeit noch einen Platz erhalten, schließlich haben sie sich seit 5 Jahren auf die Informationen der Stiftung für Hochschulzulassung und bis dato geltendes Recht verlassen. Diese scheinen nach neuer Regelung gegenüber Ihren Wartezeitvorgängern benachteiligt, obwohl sie exakt wie diese dieselben Kriterien erfüllen. Karriereplan Medizin in Gefahr Alle im Jahrgang 2012 und 2013 Betroffenen mussten darauf verzichten sich in einer deutschen Hochschule bzw. Universität einzuschreiben, um nicht wartezeitschädlich zu handeln. Nicht selten beginnen sie eine medizinnahe Ausbildung, um möglichst nah am Traumberuf zu arbeiten und die Wartezeit sinnvoll zu überbrücken. Sie haben die letzten 5 Jahre Lebensplanung nach Altregelung ausgerichtet. Leider gibt es seit Forderung einer Neuregelung des BVG keine Garantie mehr auf einen Studienplatz für diese Jahrgänge. Vielen Dank für Ihre Unterstützung und mit freundlichen Grüßen  Markus Kuhlmann, Marc Freier und Phil Pendt.   Foto von Alessandra Schellnegger.

Markus Van der Waals
4,012 supporters
Petitioning Thüringer Minister für Bildung Jugend und Sport Helmut Holter, Thüringer Minister für Migration Justiz und Verbraucherschutz Dirk Adams, Beauftragte des Freistaates Thüringen für Integration Migrat...

Deutsche Kolonialgeschichte und Rassismuskritik in den Thüringer Lehrplan

Deutsche Kolonialgeschichte und Rassismuskritik in den Thüringer Lehrplan aufnehmen Die Morde an George Floyd, Breonna Taylor und vielen weiteren Schwarzen in den USA haben die Welt und auch Deutschland erschüttert. In der aktuellen Debatte um Rassismus scheinen allerdings viele nicht zu sehen, dass struktureller Rassismus auch in Deutschland ein akutes Problem ist. Rassismus verschließt Türen, Rassismus verletzt und Rassismus tötet, und das auch hier.   Wir haben diese Petition gestartet, weil sich etwas ändern muss - denn die kolonialistische und rassistische Geschichte Deutschlands wird nach wie vor konsequent unter den Teppich gekehrt. Wir müssen als Gesellschaft lernen, wo in der Vergangenheit Rassismus etabliert wurde und wie Weiße in Deutschland auch heute noch auf Kosten von BiPOC* von diesem profitieren.  Deutschland, du hast ein Rassismus Problem. Lasst uns gemeinsam dagegen ankämpfen! Um die rassistischen Strukturen in unserer Gesellschaft aufzubrechen, ist es wichtig, dass struktureller Rassismus auch als solcher erkannt wird. Rassismuskritische Bildungsarbeit ist also unabdingbar. Aus diesem Grund fordern wir Helmut Holter, Thüringer Minister für Bildung, Jugend und Sport,  Dirk Adams, Thüringer Minister für Migration, Justiz und Verbraucherschutz, Mirijam Kruppa, Beauftragte des Freistaates Thüringen für Integration, Migration und Flüchtlinge, Staatssekretärin im Thüringer Ministerium für Bildung Jugend und Sport, Dr. Julia Heesen und Staatssekretär im Thüringer Ministerium für Migration, Justiz und Verbraucherschutz, Sebastian von Ammon auf: ➢ Deutsche Kolonialgeschichte, deutsche Migrationsgeschichte und Rassismuskritik umfassend in das Kerncurriculum aller Schulen zu integrieren. ➢ Rassismuskritisches Training als festen und verpflichtenden Bestandteil der Lehrer:innen- und Erzieher:innenausbildung sowie für alle Lehrpersonen an Thüringer Hochschulen zu etablieren ➢ Eurozentristische Forschungs- und Wissensperspektiven aufzubrechen, um Raum für die Perspektiven von BiPOC* Wissenschaftler:innen und Autor:innenin Schulen, Hochschulen und Kitas zu schaffenZ.B.: Bei der Auswahl von Lehrbüchern, Studien, Bildungsromanen, Kinder- und Jugendbüchern und beim Erstellen von Bibliotheken ➢ Beratungsstellen für von Rassismus betroffene Schüler:innen und Studierende einzurichten ➢ Regelmäßige Supervision durch externe Expert:innen zur Rassismuskritik an allen Bildungsinstitutionen durchführen zu lassen   *BiPOC steht für Black, Indigenous und People of Color. Er dient als Begriff für Menschen, die Rassismuserfahrungen machen. ------- Um in Deutschland gegen allgegenwärtigen Rassismus ankämpfen zu können, müssen diskriminierende Strukturen so früh wie möglich abgebaut werden. Hilf jetzt mit, diese Forderungen umzusetzen und sie an die Thüringer Politik heranzutragen! Touch One, Touch All. ------- Wer sind wir und was ist unsere Motivation? Annemarie:  Schulen sollten, genauso wie Universitäten, keine Lernfabriken sein. Vielmehr sollten Schulen ein Ort der kulturellen und sozialen Weiterbildung sein. Das umfasst auch die kolonialistische Vergangenheiten Deutschlands und die damit zusammenhängende Erinnerungskultur sowie die bewusste Auseinandersetzung im Hier und Jetzt. Rassismus beruht unbestreitbar auf strukurellen Ursachen, die vor allem durch Bildung gelöst werden müssen. Die Aufarbeitung der eigenen Geschichte darf nicht erst im Alter von 18 Jahren in Angriff genommen werden, sondern muss bereits im Schulalter forciert werden. Dabei geht es nicht nur um das Lernen von Jahreszahlen und Ereignissen, eher um das darüber Sprechen und Reflektieren. Ich denke, es ist die Aufgabe eines Jeden/einer Jeden, Andere zum Nachdenken, Reflektieren und Ändern zu bewegen, wenn Mitmenschen aufgrund eines vorgeschobenen "Andersseins" ungleich schlechter behandelt werden.    Juliane: Als ich in den 90er Jahren in Thüringen aufgewachsen bin, war es normal, dass man mindestens einen bekennenden Nazi kannte. Sah man allerdings BIPoCs in der eigenen (Klein)Stadt war dies immer eine Sensation, etwas Neues, Unerwartetes. Ich will, dass sich dieses Verhältnis endlich umkehrt. Dazu braucht es Bildungs- und Aufklärungsarbeit und vor Allem auch Unterstützung für die BIPoC Communities. Ich möchte, dass die Thüringer Schülerinnen und Schüler so früh wie möglich das lernen können, was uns in großen Teilen verwehrt geblieben ist. So können sie viel früher zu Allies für die BIPoC Community werden und endlich die festgefahrenen rassistischen Strukturen in unserer Gesellschaft aufbrechen. Sarah: Meine Motivation, Teil dieser Campagne zu sein, liegt darin, dass ich merke, dass viele Leute in Deutschland weder ein Bewusstsein für die kolonialistische Vergangenheit Deutschlands, noch für deren Folgen haben. Dass muss sich ändern, und zwar durch Bildung. Als Weiße denke ich außerdem, dass es unsere Ausgabe ist, etwas gegen Rassismus zu tun. ------- Anmerkung zur Transparenz: Wir haben den Begriff "Anti-Rassismus" durch "Rassismuskritik" ersetzt, da Anti-Rassismus impliziert, dass etwas "von außen" bekämpft werden soll, Rassismuskritik soll mehr die reflektierte Kritik der eigenen Praxis und ihrer Rahmenbedingungen darstellen. Außerdem verwenden wir beim gendern nun den Doppelpunkt, da dieser von Screenreadern mitgelesen wird und daher inklusiver ist. ------- Diese Petition ist Teil der deutschlandweiten Bewegung #blackhistoryindeutschland. Alle Unterschriften der regionalen Petitionen laufen auf einen Unterschriftenzähler. Auf dieser Webseite sind alle Petitionen der verschiedenen Bundesländer zu finden: blackhistoryindeutschland-change.org

Sarah, Juliane, Maximiliane & Annemarie Krebs
98,418 supporters
Petitioning die Kultusministerkonferenz, Susanne Eisenmann, Michael Piazolo, Sandra Scheeres, Britta Ernst, Claudia Bogedan, Ties Rabe, Alexander Lorz, Bettina Martin, Grant Hendrik Tonne, yvonne gebauer, Stef...

Für einen Nachteilsausgleich beim Abitur 2020!

Für einen Nachteilsausgleich beim Abitur 2020! Im April dieses Jahres entschied sich die Kultusminister*innenkonferenz dafür, die Abiturprüfungen wie gewohnt abzuhalten. Dies geschah, obwohl sich zuvor tausende Schüler*innen, Lehrkräfte, Eltern und Weitere öffentlich gegen ein Abhalten der Abiturprüfungen aufgrund von CoVid19 äußerten. Das Erbringen von Prüfungsleistungen, die auf dem Auswendiglernen von bereits in den Jahren der Oberstufe behandeltem Wissen beruhen, stand für die verantwortlichen Politiker*innen über dem Wohl der Schüler*innen und dem Infektionsschutz. Trotz absehbarem Infektionsrisiko mussten also in den vergangenen Wochen ca. 350.000 Schüler*innen Prüfungen ablegen. Die vielfach geforderte Lösung eines Durchschnittsabiturs wurde ignoriert und mit der Begründung, in bestimmten Bundesländern seien schon Prüfungen geschrieben worden, als nicht tragbar dargestellt. Diese Entscheidung ist in vielerlei Hinsicht unverantwortlich.Der unzureichende Infektionsschutz ist jedoch nicht der einzige Grund für die Kritik am Schreiben der Prüfungen.  Die Bedingungen, unter denen in den vergangenen Wochen das Abitur geschrieben wurde, sind im Vergleich zu den vorherigen Abiturjahrgängen unfair. Aus folgenden Gründen ist ein angemessener Nachteilsausgleich notwendig:  1. Soziale Ungleichheit: Der Erfolg beim Abhalten der Prüfungen hängt unmittelbar mit der sozialen Herkunft zusammen. Die ohnehin schon bestehenden, durch ungleiche Vermögensverteilung verursachten Disparitäten bei Lernenden zeigten sich in den vergangenen Wochen verstärkt. Beispielsweise hat in vielen Haushalten nicht jedes Familienmitglied einen eigenen Computer. Sich den Computer mit Eltern, die von zu Hause aus arbeiten müssen oder Geschwistern, deren Unterricht digital abgehalten wird, teilen zu müssen, schränkt die Vorbereitung deutlich ein. Auch digitale Lerngruppen fielen auf Grund von fehlenden Möglichkeiten für Einige aus.Ebenso haben nicht alle Abiturient*innen ein eigenes Zimmer oder zu Hause eine geeignete Lernatmosphäre, konnten sich in den vergangenen Wochen jedoch nicht, wie sonst, in Bibliotheken, Schulen oder an andere Orte zurückziehen. Viele Schüler*innen waren für die Betreuung ihrer Geschwister zuständig, wenn die Eltern weiterhin arbeiten mussten.Darüber hinaus fielen dieses Jahr zahlreiche Hilfestellungen, wie kostenlose Hausaufgabenhilfe oder Lerngruppen, weg. Abiturient*innen aus Familien, die sich teure Lernplattformen leisten können, waren klar im Vorteil.   2. Dysfunktionale Familienverhältnisse  Im Jahr 2019 gab es 4.100 Fälle von Gewalt an Kindern. 75% der Opfer leben mit den Täter*innen im gleichen Haushalt. In solchen Verhältnissen ist das Lernen für Prüfungen zeitweise unmöglich. In den Vergangenen Monaten stieg die Zahl der Anrufe wegen häuslicher Gewalt. In Zeiten der Pandemie und von #stayhome sind die Opfer häuslicher Gewalt besonders gefährdet. Die Gewalt nimmt zu und es ist schwieriger, sich dieser zu entziehen oder Hilfe zu holen. Von häuslicher Gewalt und anderen dysfunktionalen Familienverhältnissen betroffene Abiturient*innen hatten nicht die Möglichkeit, sich gleichwertig auf die Abiturprüfungen vorzubereiten.   3. Psychische Belastung Die psychischen Belastungen hatten während der Vorbereitungszeit und des Schreibens der Abiturprüfungen ein hohes Ausmaß: Durch wirtschaftliche Einschränkungen gerieten viele Familien in eine finanzielle Notlage und somit Existenznot. Diese Situation beschäftigt Betroffene und entstehende Ängste beeinflussen die Fähigkeit, sich auf sie Prüfungen zu fokussieren. Viele Menschen, die unter psychischen Krankheiten leiden, hatten in den vergangenen Monaten eine besonders schwierige Zeit. Soziale Isolation und Angst können bereits bestehende Krankheiten verschlimmern.Das Wissen um eine globale Pandemie, die täglich Menschen das Leben kostet und die Angst um das Verlieren Angehöriger oder das eigene Infektionsrisiko setzten darüber hinaus den meisten Schüler*innen zu. Viele Schüler*innen litten dadurch unter Schlafproblemen und Konzentrationsschwierigkeiten, welche die Lernfähigkeit einschränken. Viele Schüler*innen leben mit Menschen aus Risikogruppen zusammen. Die Angst, sich bei den Prüfungen zu infizieren und somit Angehörige möglicherweise in Lebensgefahr zu bringen, erhöht den Stress in der Prüfungssituation enorm.   4. Organisatorische Mängel Die Vorbereitungszeit war geprägt von ständig neuen Informationen. (In fast allen Nachbarländern wurden die Prüfungen abgesagt.) Ein häufiges Verschieben von Prüfungen sowie Unklarheit, ob diese überhaupt geschrieben werden würden, führten zu Unsicherheit, Motivationsverlust und weniger langfristigem Lernen.  Außerdem verkürzten sich durch das Verschieben die zeitlichen Abstände zwischen den Prüfungen, wodurch das Schreiben und die Vorbereitung zusätzlich erschwert wurde. Die vorherigen Abiturjahrgänge hatten deutlich mehr Zeit zwischen ihren Prüfungen.  5. Ungleichheit zwischen Schulen und Bundesländern Die Schüler*innen in ganz Deutschland waren sehr unterschiedlich auf die Prüfungen vorbereitet. Während einige Schüler*innen in der Vorbereitungszeit weiterhin Aufgaben und Informationen von ihren Lehrkräften erhielten, war anderen der Kontakt zu diesen nahezu unmöglich, obwohl sie durch die frühzeitige Schließung prüfungsrelevanten Stoff verpasst hatten. Andere hatten bereits alle relevanten Informationen im Vorfeld erhalten.   6. Gesellschaftliche Ausnahmen Viele Schüler*innen zeigten sich in der vergangenen Zeit solidarisch mit Menschen, die besonders hart von CoVid19 betroffen sind: Beispielsweise wurden Einkäufe für „Risikogruppen“ erledigt und Netzwerke für Menschen errichtet, welche sich „Social Distancing“ nicht leisten können. Für viele Schüler*innen hatte diese solidarische Arbeit in der Vorbereitungszeit auf die Prüfungen Priorität, was ihnen nicht vorzuwerfen, sondern, ganz im Gegenteil, anzurechnen ist.  Es zeigt sich also, dass sich die diesjährigen Abiturient*innen unter deutlich schwierigeren Bedingungen auf die Abiturprüfungen vorbereiten und diese Schreiben mussten, als die vergangenen Jahrgänge. Zusätzlich verstärkte das Virus die onehin schon bestehenden Disparitäten zwischen den Schüler*innen. Wir wollen bundesweit faire Abiturbedingungen! Daher fordern wir, dass unter den erwähnten Umständen beim diesjährigen Abitur der Schnitt der in Q1 bis Q4 erzielten Noten durch die Prüfungen nur verbessert, also nicht verschlechtert werden kann. Schüler*innen, die die Zulassung für das Abitur erhalten haben, die Semester also bestanden haben, sollen zudem nicht aufgrund der Prüfungen durchfallen können.Dies würde einen Nachteilsausgleich darstellen, ohne am "Wert" unseres Abiturs etwas zu verändern. Unverantwortlicher Weise mussten wir die Abiturprüfungen so, wie die vorherigen Abiturjahrgänge ablegen. Der Lernumfang war derselbe, die Anforderungen also die gleichen. Und das, obwohl die Bedingungen für die Vorbereitungen in vielerlei Hinsicht deutlich schlechter waren. Das Prinzip, dass die in der Zeit der Pandemie erbrachten Leistungen den zuvor existenten Schnitt nicht verschlechtern können, wird in Deutschland bereits an vielen Bildungseinrichtungen bei anderen Stufen und Abschlüssen angewandt und wäre auch für das Abitur 2020 eine gerechte und nachvollziehbare Lösung.  Nachteilsausgleich beim diesjährigen Abitur bundesweit! Presseanfragen: fairesabi2020@riseup.net

Anna Thomsen
684 supporters
Petitioning Theresia Bauer, Susanne Eisenmann, Bernd Sibler, Sandra Scheeres, Klaus Lederer, Michael Müller, Martina Münch, Britta Ernst, Eva Quante-Brandt, Claudia Bogedan, Carsten Sieling, Ties Rabe, Kathari...

Bezahlbares Musiktherapie-Studium (Bachelor & Master) an staatlichen Hochschulen schaffen

Zeit ist Geld. Geld hat ein/e Studierende/r nicht. Zeit habe ich grade auch nicht, deswegen wird das hier sehr kurz; keine Paragraphen, keine Parolen, keine Formalitäten, keine Rechtfertigungen, kein gar nichts! Das hier ist eine pure Herzensangelegenheit - und die muss raus, so wie sie ist! Musiktherapie ist jetzt nichts, was in aller Munde ist - warum also irgendetwas ändern? Zu mir: ich bin Dino, 20, Musikerin, Ehrenamtlerin und habe ein riesiges Herz! Ich möchte Menschen helfen - eigentlich immer, jedem und überall. Und weil ich selbst viele Erfahrung diesbezüglich gemacht habe, möchte ich Menschen mit gesundheitlichen Problemen helfen. Ich bin da, also kann ich was tun!Zur Musik haben sehr sehr viele Menschen - um nicht zu sagen alle - einen Zugang (ja ich weiß, das ist eine ganz steile These). Warum das also nicht kombinieren? Und da sind wir auch schon bei der Musiktherapie. Vorab ein kurzer Einblick in die Studienlandschaft der Musiktherapie: den Bachelor in Musiktherapie (B.A.) kann man in Deutschland nur an einer einzigen Hochschule absolvieren, daneben bleiben deutlich weniger als 10 Musiktherapie-Master-Angebote. Diese vorhandenen Studiengänge sind für "Normalverdienende" absolut unbezahlbar. Von Studierenden brauchen wir gar nicht erst zu sprechen. Für mich ist es ein absoluter Traum, Musiktherapie zu studieren. Je näher ich diesem Ziel jedoch zeitlich komme, desto schneller und motivierter sprintet es finanziell davon. Beispiel Berlin, Master-Studiengang: der M.A. Musiktherapie in Berlin beläuft sich für 3 Jahre (6 Semester) auf rund 12.000 € - ohne zusätzlichen Semesterbeitrag, ohne Schlafplatz, ohne Nahrung & Co. Warum hab ich keine Zeit? Ich sollte mich mich eigentlich mit meinem Unikram beschäftigen - ich studiere aktuell in NRW einen 2-Fach-Bachelor, der als Möglichkeit gilt, die Voraussetzungen für die Zulassung zu erfüllen. Viele meiner Kommilitonen haben die gleichen Ziele: Musiktherapie. Und wir haben alle die gleichen Probleme: kein Geld, kein Angebot, keine Anerkennung. Musikmedizin und Musiktherapie ist absolut im Kommen - so unglaubliche viele verschiedene Anwendungsbereiche; der absolute Hammer! Aber wer weiß schon, was das ist? Physiotherapien oder Psychotherapien sind da deutlich bekannter. Musiktherapie ist dennoch in. Immer mehr Menschen werden, können, müssen, dürfen, wollen davon Gebrauch machen - total verständlich, wie ich meine. Aber wenn wir ehrlich sind, braucht Musiktherapie im Allgemeinen viel mehr Förderung, Anerkennung (Hallo, gesetzliche Krankenkassen!) und Zugänge. Die Menschen, die es brauchen? Sind da!Die Menschen, die es ausüben wollen? Sind da!Bezahlbare Möglichkeiten für die Menschen, die es für die Menschen, die es brauchen, ausüben wollen? Nö![Hui dieser Satz gleicht einer Achterbahn.] Wenn so viele andere Studiengänge bezahlbar angeboten werden, warum nicht auch Musiktherapie? Deswegen hier ein kleiner Text von einem riesigen Herzen für bezahlbare Studiengänge der Musiktherapie an den staatlichen Hochschulen in ganz Deutschland (auch, wenn Bildung Ländersache ist!). Herzlichst, hungrig und ehrlich!Dino. :)

Kristin Meyer
427 supporters
Petitioning Angela Merkel (CDU), Helmut Holter, Bodo Ramelow, Dr. Steffen Kania, Schulministerien bundesweit, Schulministerium Thüringen, Anja Karliczek

Verschieben der Prüfungen im Jahr 2020:

Mit Sicht auf unsere Prüfungen 2019/2020 kommt uns, den Quali-Schülern (qualifizierende Hauptschulabschluss) und den Real-Schülern (Realschulabschluss) das große Zittern. Wir denken, dass das besser wäre, wenn wir die Prüfungen und die Wochen verschieben, die wir durch Corona/COVID-19 versäumen werden. 1. Viele Schüler haben Angst, sich zum Teil in den voll gequetschten Bussen anzustecken, denn sie sind teils überfüllt und so kann kein Sicherheitsabstand durchgeführt werden, was behoben werden müsste um Familie und Freunde zu bewahren. Außerdem herrscht allgemeine Angst vor diesem Virus. 2. Im weiteren fehlt uns die pädagogische und lehrreiche Betreuung durch bestimmte Fachlehrer wie in den Fächern Mathe, Deutsch und Englisch. Vor allem jetzt bräuchten wir die Unterstützung durch Lehrerkräfte, denn wir leben in einer Zeit, wo es sehr viele Versäumnisse gibt zum Beispiel durch Unterrichtsausfall und Lehrermangel.  3. Die Qualifizierenden-Prüfungen (9. Klassen) und die Realschul-Prüfungen (10. Klassen) sind genauso wichtig wie Abiprüfungen!  4. Wichtiger Grundstoff und Lehrmaterial können wir leider nicht beziehen, da Lehrstoff durch die Lehrkräfte weitergegeben wird und Lehrmaterial zum Teil in den Schulen liegt. Folge: Wir Schüler haben schreckliche Angst davor, die Prüfung nicht zu schaffen, da ein Großteil schon ihren Ausbildungsvertrag unterschrieben hat. Denn egal wie sehr wir uns auf die Prüfung selbst vorbereiten wir sind trotzdem immer noch Schüler und brauchen die Lehrer um bestimmte Unterrichtsthemen verstehen zu können, denn dafür gehen wir ja auch in die Schule um von unseren Lehrern etwas zu lernen was in dem Falle, durch den Virus nicht statt gefunden hat. Wir alle die kurz vor den Prüfungen stehen, hoffen wir auf ein Wunder und brauchen ihre Unterstützung. Damit wir keine Angst haben müssen die Prüfungen abzulegen und genau jetzt in der Zeit in der wir alle Zuhause sitzen und wir uns bestmöglichst auf die bevorstehenden Prüfungen vorbereiten, müssten wir in der Schule sitzen und von unseren Lehrern etwas lernen. Dies gilt auch für jegliche andere Prüfung zum Beispiel Ausbildungsprüfung und so weiter. Unterschreibt bitte die Petition, wenn ihr auch Prüflinge jegliche Art seid und das für richtig findet... andere Vorschläge seitens der Regierung nehmen wir gerne an.      bildquelle: dpa/Weber 

Paul-V. Müller
282 supporters
Petitioning Kultusminister-Konferenz , Sandra Scheeres, Susanne Eisenmann, Michael Piazolo, Britta Ernst, Claudia Bodegan, Ties Rabe, Alexander Lorz, Bettina Martin, Grant Hendrik Tonne, Yvonne Gebauer, Stefan...

Wegen Corona: Durchschnittsabitur & Co. bundesweit! Abschlussprüfungen entfallen lassen!

Für Schülerinnen und Schüler, die 2021 einen Schulabschluss anstreben, wird die Situation zunehmend untragbar. Während sich die Corona-Lage trotz Lockdown verschärft, müssen sie sich auf das Abitur oder etwa den Mittleren Schulabschluss (bzw. MSA, Realschulabschluss, etc.) vorbereiten, ohne dass reguläre Prüfungsbedingungen herrschen würden. Dies versetzt Schülerinnen und Schüler (und im Übrigen auch Eltern und Lehrer) in unerträgliche Unsicherheit. Daher fordern wir einen zeitnahen Beschluss durch die Kultusministerkonferenz und die sonst zuständigen Gremien, die Schulabschlüsse im Jahr 2021 auf Basis des Notendurchschnitts der belegten Klassen und Kurse in der Qualifikationsphase bzw. im Abschlussjahr zu vergeben. Schaut man auf die Fakten, erscheint diese Entscheidung eigentlich zwingend: Trotz des Lockdowns steigen Fall- und Todeszahlen weiter an. Eine Rückkehr in die Präsenz durch Schüler der Abschlussklassen würde die Sozialkontakte erheblich steigern und damit die Corona-Zahlen nach oben treiben. Das wäre unverantwortlich! Schon jetzt haben die Schülerinnen und Schüler erhebliche Nachteile durch den bereits stattfindenden Distanzunterricht. Eine Vergleichbarkeit des Abiturs und anderer Schulabschlüsse von 2021 mit anderen Jahrgängen ist ohnehin nicht mehr gegeben. In manchen Bundesländern herrscht für Abschlussklassen Präsenzunterricht, in anderen nicht – das ist unfair! Die bundesweite Vergleichbarkeit des Abiturs 2021 ist damit stark gefährdet. Eine Lösung ist nur noch auf Basis von Durchschnittsabschlüssen möglich. Mindestens die Abiturnote setzt sich zu einem erheblichen Teil auch so schon aus den Kursnoten zusammen; die Präsenzprüfungen sind ohnehin nicht allentscheidend für die Abschlussnote. Es geht also gar nicht mehr um viel – soll man dafür potentiell Gesundheit und Menschenleben gefährden? Die Bedingungen sind in vielen Fällen irregulär – schon weil die Bibliotheken zu sind. Wie soll man sich so regulär auf eine Präsentationsprüfung vorbereiten? Nach wie vor sind Gruppenprüfungen geplant - sollen Schüler sich privat treffen (Corona-Gefahr!) oder eine Präsenzprüfung nur per Video einüben (eigentlich kaum möglich)? Seit längerer Zeit besteht für Schüler eine untragbare Hängepartie. Sie wissen nicht, zu welchen Bedingungen die Prüfungen stattfinden und wie sie sich darauf vorbereiten können. Sie haben ein Recht auf Vertrauensschutz und Verlässlichkeit. Diese lässt sich nur durch den zeitnahen Beschluss von Durchschnittsabschlüssen schaffen. Härten für vom „Durchfallen“ Gefährdete ließen sich durch Sonderregelungen abfangen: Für diejenigen, deren Abschluss tatsächlich gefährdet ist, könnten 2021 auf Wunsch Sonderprüfungen stattfinden. Daher fordern wir: Beenden Sie die untragbare Hängepartie! Schützen Sie die Schülerinnen und Schüler und ihre Angehörigen! Durchschnittsabschlüsse für 2021 jetzt!

Michael Gromotka
267 supporters
Deutsche Kolonialgeschichte und Rassismuskritik in den Thüringer Lehrplan

Die Aufklärung und Vermittlung des historischen Wissens über Rassismus und seine Ausprägungen wie auch über die Deutsche Kolonialgeschichte mitsamt ihren Verstrickungen und historischen Verbrechen ist wichtig. Thüringen unternimmt bereits zahlreiche Anstrengungen, um insbesondere Lehrerinnen und Lehrer für das Thema zu sensibilisieren und diese Themen stärker im Unterricht zu verankern. Gleichwohl sind hier der Einflussmöglichkeit durch das Bildungsministerium auch Grenzen gesetzt. Die Vorstellung – sollte sie vorhanden sein –, hier ließe sich per Ministerorder einfach in die Lehrpläne eingreifen oder bis in die einzelne Unterrichtsstunde hineinregieren, verkennt die Zusammenhänge und Strukturen im Thüringer Bildungswesen. Die Lehrpläne zum Beispiel sind kompetenzorientiert und nicht reine Stoff- oder Themenvorgaben. Zudem haben die Lehrkräfte zu Recht eine große pädagogische Freiheit bei der Gestaltung des Unterrichts, um genau diese Kompetenzorientierung zu erreichen und die Schüler*innen entsprechend ihrer jeweiligen Bedürfnisse zu unterrichten. Nichtsdestotrotz formulieren die Thüringer Landesverfassung (Art. 22) und das Thüringer Schulgesetz (§2) auch mit Blick auf die Ziele der Petition einen sehr klaren Auftrag. Dieser Auftrag muss natürlich von allen an Schule Beteiligten gelebt werden. Insofern begrüße ich es ausdrücklich, wenn sich alle, also Schülerinnen und Schüler, Eltern und auch Lehrerinnen und Lehrer nicht nur im Unterricht, sondern auch außerhalb des Unterrichts täglich und praktisch gegen Rassismus insgesamt engagieren und sich auch mit den vielen abscheulichen Gesichtern, die er in der deutschen Geschichte angenommen hat, auseinandersetzen.   Zur weiteren Verdeutlichung hier einige Auszüge aus den Thüringer Lehrplänen und weitere Beispiele, was in Thüringen bereits passiert:   Lehrpläne (Auszüge)   Geschichte   Lehrplan Regelschule Doppeljahrgangsstufe 7/8 Die europäische Großmachtpolitik und ihr Sendungsbewusstsein, Kolonialpolitik und Expansionen werden im Lernbereich „Konflikte und Konfliktlösungen – Imperialismus und Erster Weltkrieg“ thematisiert. Der Weg in den Krieg und die Analyse seiner Ursachen ermöglichen Transferleistungen zur Bewertung gegenwärtiger Krisen und Konflikte. Der Schüler untersucht den Charakter des Ersten Weltkrieges und kann anhand von Quellenanalysen und Dekonstruktion von historischen Darstellungen die Auswirkungen auf den Alltag der Bevölkerung bewerten. Er analysiert Absichten und Ergebnisse der Friedensregelungen anhand der geopolitischen Neuordnung Europas.   Konflikte und Konfliktlösungen – Imperialismus und Erster Weltkrieg – Kolonialsystem und imperiale Politik – Erster Weltkrieg und seine Dimension im Industriezeitalter   Lehrplan Gymnasium Doppeljahrgangsstufe 9/10 Anknüpfend an die Klassenstufe 8 betrachtet der erste Lernbereich das Zeitalter des Imperialismus bis zum Ende des Ersten Weltkrieges aus global-geschichtlicher Perspektive und untersucht die Friedenslösung und deren Folgen für Europa, Deutschland und die Welt. Die europäische Großmachtpolitik und ihr Sendungsbewusstsein, Kolonialpolitik und Expansionen kennzeichnen „Das Zeitalter des Imperialismus“. Der Weg in den Ersten Weltkrieg und die Analyse seiner Ursachen ermöglichen Transferleistungen zur Bewertung gegenwärtiger Krisen und Konflikte. Die Charakterisierung des Krieges und seine Deutung als „Urkatastrophe“ soll auch unter geschichtskulturellem Aspekt diskutiert werden.   Das Zeitalter des Imperialismus und die Welt am Ende des Ersten Weltkriegs – Motive und soziokulturelle Folgen des Kolonialismus   Qualifikationsphase der Thüringer Oberstufe Doppeljahrgangsstufe 11/22   Lernbereich II: Nation – Nationalismus – nationale Identität   Der Schüler kann den Zusammenhang zwischen Nationalismus und imperialem Machtstreben untersuchen, – das Zeitalter des Imperialismus charakterisieren, – zeitgenössische Perspektiven zu Erscheinungsformen des Imperialismus bewerten.   Geografie   Das Unterrichtsfach Geografie versteht sich als Integratives Fach, das natur- und gesellschaftswissenschaftliches Wissen bei der Auseinandersetzung mit einem Untersuchungsgegenstand verbindet. Entsprechend fokussiert es auf Phänomene, Prozesse, Probleme und Fragen in ausgewählten Räumen, die an der Schnittstelle von Natur und Gesellschaft angesiedelt sind. Konkret geht es darum, komplexe Wechselbeziehungen zwischen den Sphären Natur und Gesellschaft durch ein systemisches, vernetztes und problemlösendes geografisches Denken zu beschreiben und zu analysieren. Insbesondere im Bereich der Umweltbildung und des Globalen Lernens besitzt die integrative Perspektive herausragende Bedeutung.   Tangiert wird das Thema „Kolonialismus und seine Folgen“ auf jeden Fall in der Weise, dass auf ursprüngliche Entwicklungen und Auswirkungen durch Eingriffe auf Wirtschaft, Bevölkerungsentwicklung u. a. Bereiche Bezug genommen wird, z. B.:   Räumliche Bezüge: Afrika, Südamerika, Südostasien, global Der Schüler kann folgende fachspezifische Begriffe sachgerecht verwenden: Agrobusiness, agronomische Trocken- und Kältegrenze, Bewässerungsfeldbau, Brandrodung, Desertifikation, Fair Trade, Gentechnik, Grüne Revolution, Plantagenwirtschaft, Raubbau, Shifting Cultivation, Versalzung.   Klasse 7/8 Der Schüler kann – die Bevölkerungsverteilung und die natürliche Bevölkerungsbewegung auf der Erde beschreiben, – Ursachen räumlicher Bevölkerungsbewegung erklären und Folgen diskutieren, – Konsequenzen der Bevölkerungsdynamik am Beispiel ausgewählter Regionen ableiten, – Formen und Folgen von Maßnahmen zur Regulierung der natürlichen Bevölkerungsbewegung erklären und beurteilen, – Entwicklung und Aussagekraft von Bevölkerungsstatistiken diskutieren. Räumliche Bezüge: global, regional Schüler kann folgende fachspezifische Begriffe sachgerecht verwenden: Bevölkerungsdiagramm, Bevölkerungsentwicklung, Bevölkerungspolitik, Bevölkerungsstruktur, Geburtenrate, Geburtenrückgang, Flüchtlingsströme, Migration, Schrumpfung, Sterberate.   Die Lehrpläne von Ethik, Religion, Sozialkunde sind durch die ihnen zugrunde liegenden erkenntnisleitenden Ziele durchgängig prädestiniert, aktuelle gesellschaftliche Bezüge zu den o.g. Themenfeldern herzustellen. Daher an dieser Stelle ein Link zu allen Thüringer Lehrplänen: https://www.schulportal-thueringen.de/lehrplaene   Zudem unterstützt das Thüringer Institut für Lehrerfortbildung, Lehrplanentwicklung und Medien (ThILLM) die Schulen mit dem digitalen Angebot der Mediothek im Thüringer Schulportal. Hier auch dafür ein Beispiel: https://www.schulportal-thueringen.de/web/guest/media/detail?tspi=10157&tspt=%3A%3B%3AbackUrl%3A%3D%3A%2Fmedia%2Fsearch%3Ftspt%3Dnosearch&vsid=Kolonialisierung&csthl=Kolonialisierung

2 months ago