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Deutsche Kolonialgeschichte und Rassismuskritik in den Thüringer Lehrplan

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Deutsche Kolonialgeschichte und Rassismuskritik in den Thüringer Lehrplan aufnehmen 
Die Morde an George Floyd, Breonna Taylor und vielen weiteren Schwarzen in den USA haben die Welt und auch Deutschland erschüttert. In der aktuellen Debatte um Rassismus scheinen allerdings viele nicht zu sehen, dass struktureller Rassismus auch in Deutschland ein akutes Problem ist. Rassismus verschließt Türen, Rassismus verletzt und Rassismus tötet, und das auch hier.  

Wir haben diese Petition gestartet, weil sich etwas ändern muss - denn die kolonialistische und rassistische Geschichte Deutschlands wird nach wie vor konsequent unter den Teppich gekehrt. Wir müssen als Gesellschaft lernen, wo in der Vergangenheit Rassismus etabliert wurde und wie Weiße in Deutschland auch heute noch auf Kosten von BiPOC* von diesem profitieren. 

Deutschland, du hast ein Rassismus Problem. Lasst uns gemeinsam dagegen ankämpfen!

Um die rassistischen Strukturen in unserer Gesellschaft aufzubrechen, ist es wichtig, dass struktureller Rassismus auch als solcher erkannt wird. Rassismuskritische Bildungsarbeit ist also unabdingbar.

Aus diesem Grund fordern wir Helmut Holter, Thüringer Minister für Bildung, Jugend und Sport,  Dirk Adams, Thüringer Minister für Migration, Justiz und Verbraucherschutz, Mirijam Kruppa, Beauftragte des Freistaates Thüringen für Integration, Migration und Flüchtlinge, Staatssekretärin im Thüringer Ministerium für Bildung Jugend und Sport, Dr. Julia Heesen und Staatssekretär im Thüringer Ministerium für Migration, Justiz und Verbraucherschutz, Sebastian von Ammon auf:
 
➢ Deutsche Kolonialgeschichte, deutsche Migrationsgeschichte und Rassismuskritik umfassend in das Kerncurriculum aller Schulen zu integrieren.
 
➢ Rassismuskritisches Training als festen und verpflichtenden Bestandteil der Lehrer:innen- und Erzieher:innenausbildung sowie für alle Lehrpersonen an Thüringer Hochschulen zu etablieren

➢ Eurozentristische Forschungs- und Wissensperspektiven aufzubrechen, um Raum für die Perspektiven von BiPOC* Wissenschaftler:innen und Autor:innenin Schulen, Hochschulen und Kitas zu schaffen
Z.B.: Bei der Auswahl von Lehrbüchern, Studien, Bildungsromanen, Kinder- und Jugendbüchern und beim Erstellen von Bibliotheken

➢ Beratungsstellen für von Rassismus betroffene Schüler:innen und Studierende einzurichten

➢ Regelmäßige Supervision durch externe Expert:innen zur Rassismuskritik an allen Bildungsinstitutionen durchführen zu lassen

 

*BiPOC steht für Black, Indigenous und People of Color. Er dient als Begriff für Menschen, die Rassismuserfahrungen machen.

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Um in Deutschland gegen allgegenwärtigen Rassismus ankämpfen zu können, müssen diskriminierende Strukturen so früh wie möglich abgebaut werden. Hilf jetzt mit, diese Forderungen umzusetzen und sie an die Thüringer Politik heranzutragen!

Touch One, Touch All.
 
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Wer sind wir und was ist unsere Motivation?

Annemarie: 

Schulen sollten, genauso wie Universitäten, keine Lernfabriken sein. Vielmehr sollten Schulen ein Ort der kulturellen und sozialen Weiterbildung sein. Das umfasst auch die kolonialistische Vergangenheiten Deutschlands und die damit zusammenhängende Erinnerungskultur sowie die bewusste Auseinandersetzung im Hier und Jetzt. Rassismus beruht unbestreitbar auf strukurellen Ursachen, die vor allem durch Bildung gelöst werden müssen. Die Aufarbeitung der eigenen Geschichte darf nicht erst im Alter von 18 Jahren in Angriff genommen werden, sondern muss bereits im Schulalter forciert werden. Dabei geht es nicht nur um das Lernen von Jahreszahlen und Ereignissen, eher um das darüber Sprechen und Reflektieren. Ich denke, es ist die Aufgabe eines Jeden/einer Jeden, Andere zum Nachdenken, Reflektieren und Ändern zu bewegen, wenn Mitmenschen aufgrund eines vorgeschobenen "Andersseins" ungleich schlechter behandelt werden.   

Juliane:

Als ich in den 90er Jahren in Thüringen aufgewachsen bin, war es normal, dass man mindestens einen bekennenden Nazi kannte. Sah man allerdings BIPoCs in der eigenen (Klein)Stadt war dies immer eine Sensation, etwas Neues, Unerwartetes. Ich will, dass sich dieses Verhältnis endlich umkehrt. Dazu braucht es Bildungs- und Aufklärungsarbeit und vor Allem auch Unterstützung für die BIPoC Communities.

Ich möchte, dass die Thüringer Schülerinnen und Schüler so früh wie möglich das lernen können, was uns in großen Teilen verwehrt geblieben ist. So können sie viel früher zu Allies für die BIPoC Community werden und endlich die festgefahrenen rassistischen Strukturen in unserer Gesellschaft aufbrechen.

Sarah:

Meine Motivation, Teil dieser Campagne zu sein, liegt darin, dass ich merke, dass viele Leute in Deutschland weder ein Bewusstsein für die kolonialistische Vergangenheit Deutschlands, noch für deren Folgen haben. Dass muss sich ändern, und zwar durch Bildung. Als Weiße denke ich außerdem, dass es unsere Ausgabe ist, etwas gegen Rassismus zu tun.

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Anmerkung zur Transparenz: Wir haben den Begriff "Anti-Rassismus" durch "Rassismuskritik" ersetzt, da Anti-Rassismus impliziert, dass etwas "von außen" bekämpft werden soll, Rassismuskritik soll mehr die reflektierte Kritik der eigenen Praxis und ihrer Rahmenbedingungen darstellen. Außerdem verwenden wir beim gendern nun den Doppelpunkt, da dieser von Screenreadern mitgelesen wird und daher inklusiver ist.

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Diese Petition ist Teil der deutschlandweiten Bewegung #blackhistoryindeutschland. Alle Unterschriften der regionalen Petitionen laufen auf einen Unterschriftenzähler. Auf dieser Webseite sind alle Petitionen der verschiedenen Bundesländer zu finden: blackhistoryindeutschland-change.org