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J. Assange: "Ich sterbe hier langsam"; Ken Jebsen: Deutsche Medien beweisen bei Assange, dass....

Thilo Hahn
PF, Germany

Jan 1, 2020 — 

 "Ich sterbe hier langsam": Assanges Freund berichtet RT über Telefonat mit WikiLeaks-Gründer

1.01.2020 • 16:30 Uhr
https://de.rt.com/22bm
Quelle: Reuters © Hannah Mckay
 

Ein Freund des WikiLeaks-Gründers Julian Assange hat zu Heiligabend mit dem inhaftierten Journalisten telefonieren können. In einem Interview mit RT berichtet er, dass Assange kaum wiederzuerkennen und durch Medikamente betäubt zu sein schien.
Der britische Journalist Vaughan Smith, ein Freund des WikiLeaks-Gründers Julian Assange, gab RT ein Interview und berichtete dabei von seinem Telefonat am Heiligabend mit dem australischen Journalisten.

Laut Smith klang Assange der Stimme nach nur noch wie ein Schatten des Mannes, der er einst war. Der Journalist merkte an, dass der WikiLeaks-Gründer offenbar Schwierigkeiten hatte zu sprechen und unter Drogen zu stehen schien.

Assange durfte während der Weihnachtsfeiertage nur einen einzigen Anruf aus dem Hochsicherheitsgefängnis Belmarsh im Südosten Londons tätigen.

"Ich glaube, er wollte einfach nur ein paar Minuten entfliehen" und "glückliche Erinnerungen" wieder aufleben lassen, sagte Smith gegenüber RT. Und er erinnerte sich daran, dass Assange die Feiertage des Jahres 2010 noch bei ihm zu Hause verbracht hatte. Das letzte kurze Gespräch sei jedoch alles andere als fröhlich gewesen, denn der sich verschlechternde Zustand von Assange wurde im Laufe des Anrufs immer deutlicher.

Er sagte mir Folgendes: 'Ich sterbe hier langsam.'

Seine Rede war undeutlich. Er sprach langsam.

Julian ist sehr wortgewandt, eine sehr klare Person, wenn er spricht. Und er klang schrecklich... es war sehr verstörend, ihn so zu hören.
Obwohl es Assange beim Telefonat nicht laut sagte, glaubt Smith, dass der australische Journalist betäubt wird. Er betonte, dass "es ziemlich offensichtlich schien, dass er es war", und berichtete, dass auch andere, die Assange besucht hatten, der gleichen Meinung seien.

Smith ist nicht der erste, der dieses Thema anspricht, doch die britischen Behörden haben sich bisher noch immer geweigert zu offenbaren, ob Assange im Gefängnis Psychopharmaka verabreicht werden, und bestanden lediglich darauf, dass sie ihn nicht "misshandeln" würden. Da er jedoch "23 Stunden am Tag in Einzelhaft gehalten wird" und die Ersuchen zahlreicher Ärzte abgelehnt wurden, Assange auf seinen körperlichen Zustand hin untersuchen zu dürfen, falle es ihm schwer, den Beamten zu glauben, so Smith.

"Julian war über Weihnachten 2010 ein extrem guter Gesellschafter", sagte der britische Journalist, doch der Mann, mit dem er letzte Woche am Telefon sprach, klang wie ein ganz anderer Mensch. Smith betonte:

Ich verstehe nur nicht... warum er überhaupt im Belmarsh-Gefängnis sitzt. Er ist ein Häftling in Untersuchungshaft. Er ist keine Gefahr für die Öffentlichkeit.
Belmarsh jedoch ist ein Gefängnis der Kategorie A – der höchsten Sicherheitsstufe im britischen Strafvollzug – für "hochgefährliche" rechtskräftig Verurteilte und solche, die wahrscheinlich versuchen würden zu fliehen, was normalerweise nur Mördern und Terroristen unterstellt werden kann.

Obwohl Assange keines dieser Kriterien erfüllt und ursprünglich nur wegen eines geringfügigen Vergehens, nämlich des Nichtbezahlens der Kaution, in Großbritannien legal eingesperrt werden konnte, wurde er dennoch in Belmarsh eingewiesen und wie ein Verurteilter inhaftiert, als wäre er ein gewalttätiger, hartgesottener Krimineller. Statttdessen wartet er nun auf ein britisches Auslieferungsverfahren an die USA.

Eine Erklärung der Situation könnte einfach sein, Rache an jemandem zu üben, der es gewagt hat, der Macht die Wahrheit zu sagen, glaubt Smith, um so für jeden ein Exempel zu statuieren, der Assange im Kampf gegen Staats- und Firmengeheimnisse folgen könnte. Smith sagte:

Es ist klar, dass es bei dem, was mit Julian geschieht, viel mehr um Rache geht und darum, ein Beispiel zu geben, um andere Menschen davon abzubringen, die US-amerikanische Macht auf diese Weise zur Rechenschaft zu ziehen.

[Assange] lieferte eine Diskussion, eine Debatte darüber, wie Transparenz im digitalen Zeitalter aussehen sollte... Die Debatte wurde verworfen, sie hat nie wirklich stattgefunden, stattdessen wird er zu einer Geisel gemacht... Deshalb ist er in Belmarsh.
Für die Zukunft sei es wichtig, so Smith, weiterhin Druck auf die britische Regierung auszuüben, um einen langen Katalog von Fragen über Assange, seine Behandlung im Gefängnis und seine Gesundheit zu beantworten, sowie auf eine wirklich unabhängige Bewertung der Situation zu drängen.

 

 

Florian Warweg (@FWarweg)
Seit seiner Flucht in die Botschaft Ecuadors in London im Jahr 2012 sei Assange in der einen oder anderen Form gefangen und ihm werde auch die Möglichkeit verweigert, sich vor Gericht umfassend zu verteidigen, sollte er dort endlich eine faire Anhörung erhalten. Der britische Journalist hob diesbezüglich hervor:

Wir müssen wirklich mehr Fragen stellen. Das muss viel öffentlicher ablaufen.

Julian ist seit fast einem Jahrzehnt in seiner Freiheit eingeschränkt.

Es ist eine Schande, eine Schikane. Er verdient etwas Besseres.
 
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Ken Jebsen: Deutsche Medien beweisen bei Assange, dass sie reinste NATO-Presse sind


12.12.2019 • 13:14 Uhr
© Bild links: REUTERS/Henry Nicholls https://deutsch.rt.com/kurzclips/95735-ken-jebsen-deutsche-medien-beweisen-nato/
 
Für den australischen Journalisten Julian Assange – ärtzlichen Appellen zum Trotz – noch immer im Hochsicherheitsgefängnis Belmarsh in London festgehalten wird, fand gestern am Brandenburger Tor eine Solidaritätskundgebung statt. Der Jounalist Ken Jebsen ging mit der sogenannten "Wertegemeinschaft" ins Gericht, auch mit deren Medien, die Assange und die Missachtung seiner Rechte bereits totschweigen. Schließlich führe dieses gehorsame Stillschweigen geradezu in einen Orwell-Staat, so Jebsen.
Vor der US-amerikanischen Botschaft in Berlin, nahe am Brandenburger Tor, erklärt Jebsen:

"Ja, hier wird gefoltert, und das ist auch schon neurologisch festzustellen. An so einer Folter stirbt man am Ende. Dann stirbt man. Das heißt: Vor unseren Augen in London – nicht irgendwo im Nahen Osten – wird ein australischer Journalist zu Tode gefoltert. Wo sind unsere Regierungsvertreter, wo ist unser Auswärtiges Amt, wo ist Heiko Maas, der ja sonst überall antanzt für die Menschenrechte? Das beschämt mich zutiefst!"


Ein Ärzteteam, das den UN-Sonderberichterstatters für Folter, Nils Melzer, begleitet hatte, aber auch Dutzende international bekannte Ärzte hatten früher bereits dringend appelliert, Assange sofort in ein Krankenhaus zu überweisen, da dieser drohe zu sterben. Assange hat zuletzt nicht nur massiv an Körpergewicht verloren. Bereits vor einem halben Jahr stellte man bei ihm neurologische Schäden, die aus der jahrelangen Isolation und ständigen Stressbedingungen, in die USA ausgeliefert zu werden und womöglich nie wieder auf freien Fuß zu kommen, resultierten. Dies mündete unter anderem in schwere chronische Angstzustände sowie in ein posttraumatisches Stresssyndrom. Mit seiner Behandlung im Hochsicherheitsgefängnis Belmarsh wurde dieser Stress fortgesetzt und verschärft.

Da dies mitten in Westeuropa geschieht, wo Politiker bei jeder passenden Gelegenheit in ihrer Außenpolitik die Menschenrechte hochhalten wollen, und keineswegs zu einem breiten Aufschrei in Politik und Medien führt, macht den Journalisten wütend und fassungslos. 

Nach seiner Ansicht seien aber nicht nur Regierungsvertreter in dem Fall Assange anzuprangern, sondern auch einige Oppositionsparteien zeigten beschämenderweise kein Interesse. So sind der Einladung der Linksfraktion zu einer Anhörung im Bundestag, wie Journalisten, Whistleblower und die Pressefreiheit geschützt werden können, keinerlei Vertreter anderer Parteien gefolgt. Dagegen fanden sich zu dieser Veranstaltung der Linken sowohl eine Vertreterin aus dem Anwaltsteam von Julian Assange ebenso wie der WikiLeaks-Chefredakteur Kristinn Hrafnsson, der UN-Sonderberichterstatter über Folter, Nils Melzer, und auch John Shipton, der Vater von Julian Assange, zusammen. 

 

Ken Jebsen dazu:

"Interessant war, dass ja die LINKE viele Parteien dazu eingeladen hat. Es war aber keiner da! Es war keine CDU da, es war auch keine SPD da, die FDP war auch nicht da, die Grünen – das wundert mich nicht – aber es war auch keine "Alternative für Deutschland" da."


Den Linken – zumindest einigen Vertretern von Linken – wiederum warf er vor, vor Jahren noch die Friedensbewegung "Die Mahnwachen" zersetzt zu haben, weshalb es unter anderem auch heute keine breite Protestbewegung für solche Themen gebe, wo es um Kontrolle des Volkes gegen Machtmissbrauch und Politik gegen Bürgerinteressen geht.

Aber besonders Medien machte Ken Jebsen schwere Vorwürfe:

"Was mich besonders bedrückt, was ich wirklich schlimm finde, ist diese Doppelzüngigkeit bei sogenannter linker Presse! Ich erinnere mich an die taz, die ja mal "links" war: Wenn ein Deniz Yücel, ein türkischer Journalist in der Türkei im Knast sitzt, dann machen die Autokorsos, bis der Mann frei kommt. Und es ist richtig, dass sie das machen! Kein Journalist sollte für das, was er tut, irgendwo im Knast sitzen. Absolut richtig! Aber, liebe taz: Wo ist denn eigentlich euer Autokorso für Julian Assange? Ich sehe da gar nichts, ich lese da gar nichts! Wo ist da die taz? Wo ist der fucking Autokorso? Ihr seid total angepasst! Ihr seid NATO-Presse!"


Und weiter:

"Angenommen, es hätte WikiLeaks schon 1933 gegeben. Ich bin mir ganz sicher: Die Geschwister Scholl hätten dort veröffentlicht! Und Anne Frank, die hätte ihr Tagebuch auf WikiLeaks online gestellt – da bin ich ganz sicher! Und auch Daniel Ellsberg hätte auf WikiLeaks seine Bücher online gestellt, seine Pentagon Papers."


Und noch eine weitere Berufssparte prangerte er an, die in dieser Sache viel zu unbeachtet, unbehelligt seien: 

"Wo sind eigentlich unsere Anwälte? Wo sind Eure Statements des Protestes, dass das, was in London passiert, echt nicht geht? [...] Julian Assange, der überführt (ausgeliefert) werden soll, dem man alles vorwirft, hatte nicht einmal Zeit in seine Anklageschrift zu schauen. Ist das kein Grund für die Anwälte, in diesem Land Protest auszuüben? Stört Euch das nicht? Was vertretet Ihr überhaupt? Das Recht?"


Abschließend mahnte er: 

"Wenn Julian Assange stirbt – und ich gehe davon aus – dann sind wir mitten drin: Im Orwell-Staat!"

 

 


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