Tierärztliche Notversorgung in Hamburg verbessern

Das Problem

In Hamburg leben derzeit ca. 125.000 Katzen und mindestens 100.000 Hunde. Es gibt ca. 130 niedergelassene Tierärzte.

Außerhalb der üblichen Sprechzeiten sieht es für verletzte Haustiere sehr schlecht aus.

Gerade Hunde werden oft zu Notfällen, auch nachts und am Wochenende, wenn z.B. ein Halter seinen Hund nicht im Griff hat, dieser sich losreisst und grundlos einen anderen attackiert. Darüber hinaus kann es bei Hunden auch jederzeit z.B. zu Magendrehungen oder Darmverschlüssen kommen, und dann zählt quasi jede Minute.

Passiert dies außerhalb der Sprechzeiten, gibt es derzeit nur 2 Möglichkeiten: der verletzte Hund muss entweder nach Norderstedt (Tierklinik mit notärztlicher Versorgung) in diesem Fall rd. 20 km entfernt (anderes Bundesland, Schleswig-Holstein) oder zur einzigen (!) Tierärztlichen Notfallpraxis, die Bereitschaftsdienst hat (an diesem Tag in Bergedorf, rd.32 km).

Genau dies ist meiner Nachbarin und ihrer Hündin am 1.10.2023 passiert. Die Hündin wurde auf dem Gehweg plötzlich von einem anderen Hund attackiert, der sich losgerissen hatte, sie rannte dann in Panik auf die Stresemannstrasse. Gottlob wurde sie nicht überfahren, sondern hatte augenscheinlich dann "nur" eine Bisswunde am Oberschenkel, die mäßig blutete. Ob etwas gebrochen war, musste die spätere Untersuchung zeigen. 

Wäre es anders gewesen, wäre sie wohl auf der Fahrt von Altona nach Norderstedt oder gar Bergedorf verblutet...

Wie kann es in einer Millionenstadt wie Hamburg sein, dass es im Notfall keine - oder kaum eine ärztliche Versorgung von Kleintieren gibt, die sich im Stadtgebiet befindet? 

Für Menschen gibt es immerhin neben diversen Krankenhausambulanzen auch zwei dauerhafte Notfallpraxen - in Altona und Farmsen.

Zumindest etwas Ähnliches sollte auch den Tieren (und deren Haltern) gegönnt werden. 2022 nahm Hamburg 5,37 Mio. Euro an Hundesteuer ein -  damit sollte sich doch eine adäquate Notfallversorgung finanzieren lassen!

In einem so großen Stadtgebiet ist es nicht ausreichend und zumutbar, dass Entfernungen von 20 km oder mehr zurückgelegt werden müssen, um ein verletztes Tier behandeln lassen zu können.

Dieser Tag war keine Ausnahme. Wählt man die Nummer des tierärztlichen Notdienstes (040-434379), bereitgestellt von der Tierärztekammer Hamburg, erfährt man per Bandansage die zuständige Praxis. Am 4.10. wäre das in Rahlstedt - im äußersten Osten Hamburgs, das wären im Zweifelsfall wieder bis zu 20 km.

Augenscheinlich ruht man sich auf Seiten der Verantwortlichen (Tierarztkammer Hamburg) auf der Tatsache aus, dass es im Notfall die Klinik in Norderstedt gibt (also im anderen Bundesland), die aber als Notdienst NICHT telefonisch erreichbar ist, man fährt mit dem verletzten Tier auf gut Glück hin und hofft das Beste. Allerdings nimmt Norderstedt nur "lebensbedrohliche" Notfälle auf (was selbst für erfahrene Halter oft schwer einzuschätzen ist). Ansonsten nur mit Überweisung des Haustierarztes- also keine wirkliche Alternative. 

Die Tierärztekammer Hamburg ist eine Körperschaft des Öffentlichen Rechts. Sie wird finanziert von Bund und Ländern und der Kommune. Also von uns Steuerzahlern. 

Auf der Seite der Tierärztekammer Hamburg finden sich Erlebnisberichte betroffener Tierhalter. Bis jetzt hielt man eine Reaktion offenbar nicht für nötig.

Dieses mehr als mangelhafte Angebot an Notdiensten steht Hamburg schlecht zu Gesicht und ist eine Zumutung für alle Tierhalter. Im Zweifelsfall tödlich. Das ist nicht länger hinnehmbar!

Um eine Stellungnahme der Tierztekammer wurde gebeten, ebenso um die der Bundestierärztekammer in Berlin.

Aufgrund dieser Petition (und eines zu erwartenden Artikels im Hamburger Abendblatt?) scheint sich der Tierschutzbeauftragte der Hansestadt Hamburg, Herr Sandro Kappe (CDU) dieses Themas annehmen zu wollen.

UPDATE: Hätte die Tierärztekammer vor Erscheinen des Artikels im Hamburger Abendblatt online am 10.10. 2023 auf mein Anschreiben reagiert, hätte ich deren Finanzierung in meiner Petition richtig stellen können. Ich werde das jetzt im Nachhinein nicht ändern. Aber das ändert an der jetzigen Situation nichts. Ich finde es generell sehr unhöflich, auf Beschwerden, die auf einer Homepage erscheinen, nicht einzugehen. Die Äußerungen der beiden Damen des Vorstands der Tierärztekammer Hamburg sind eindeutig. Es gibt noch viel zu tun. 

Bitte weiterhin fleißig unterschreiben und teilen, damit wir auch wirklich ernstgenommen werden!

Vielen Dank!

avatar of the starter
Julia StrelowPetitionsstarter*in
Diese Petition hat 548 Unterschriften erreicht

Das Problem

In Hamburg leben derzeit ca. 125.000 Katzen und mindestens 100.000 Hunde. Es gibt ca. 130 niedergelassene Tierärzte.

Außerhalb der üblichen Sprechzeiten sieht es für verletzte Haustiere sehr schlecht aus.

Gerade Hunde werden oft zu Notfällen, auch nachts und am Wochenende, wenn z.B. ein Halter seinen Hund nicht im Griff hat, dieser sich losreisst und grundlos einen anderen attackiert. Darüber hinaus kann es bei Hunden auch jederzeit z.B. zu Magendrehungen oder Darmverschlüssen kommen, und dann zählt quasi jede Minute.

Passiert dies außerhalb der Sprechzeiten, gibt es derzeit nur 2 Möglichkeiten: der verletzte Hund muss entweder nach Norderstedt (Tierklinik mit notärztlicher Versorgung) in diesem Fall rd. 20 km entfernt (anderes Bundesland, Schleswig-Holstein) oder zur einzigen (!) Tierärztlichen Notfallpraxis, die Bereitschaftsdienst hat (an diesem Tag in Bergedorf, rd.32 km).

Genau dies ist meiner Nachbarin und ihrer Hündin am 1.10.2023 passiert. Die Hündin wurde auf dem Gehweg plötzlich von einem anderen Hund attackiert, der sich losgerissen hatte, sie rannte dann in Panik auf die Stresemannstrasse. Gottlob wurde sie nicht überfahren, sondern hatte augenscheinlich dann "nur" eine Bisswunde am Oberschenkel, die mäßig blutete. Ob etwas gebrochen war, musste die spätere Untersuchung zeigen. 

Wäre es anders gewesen, wäre sie wohl auf der Fahrt von Altona nach Norderstedt oder gar Bergedorf verblutet...

Wie kann es in einer Millionenstadt wie Hamburg sein, dass es im Notfall keine - oder kaum eine ärztliche Versorgung von Kleintieren gibt, die sich im Stadtgebiet befindet? 

Für Menschen gibt es immerhin neben diversen Krankenhausambulanzen auch zwei dauerhafte Notfallpraxen - in Altona und Farmsen.

Zumindest etwas Ähnliches sollte auch den Tieren (und deren Haltern) gegönnt werden. 2022 nahm Hamburg 5,37 Mio. Euro an Hundesteuer ein -  damit sollte sich doch eine adäquate Notfallversorgung finanzieren lassen!

In einem so großen Stadtgebiet ist es nicht ausreichend und zumutbar, dass Entfernungen von 20 km oder mehr zurückgelegt werden müssen, um ein verletztes Tier behandeln lassen zu können.

Dieser Tag war keine Ausnahme. Wählt man die Nummer des tierärztlichen Notdienstes (040-434379), bereitgestellt von der Tierärztekammer Hamburg, erfährt man per Bandansage die zuständige Praxis. Am 4.10. wäre das in Rahlstedt - im äußersten Osten Hamburgs, das wären im Zweifelsfall wieder bis zu 20 km.

Augenscheinlich ruht man sich auf Seiten der Verantwortlichen (Tierarztkammer Hamburg) auf der Tatsache aus, dass es im Notfall die Klinik in Norderstedt gibt (also im anderen Bundesland), die aber als Notdienst NICHT telefonisch erreichbar ist, man fährt mit dem verletzten Tier auf gut Glück hin und hofft das Beste. Allerdings nimmt Norderstedt nur "lebensbedrohliche" Notfälle auf (was selbst für erfahrene Halter oft schwer einzuschätzen ist). Ansonsten nur mit Überweisung des Haustierarztes- also keine wirkliche Alternative. 

Die Tierärztekammer Hamburg ist eine Körperschaft des Öffentlichen Rechts. Sie wird finanziert von Bund und Ländern und der Kommune. Also von uns Steuerzahlern. 

Auf der Seite der Tierärztekammer Hamburg finden sich Erlebnisberichte betroffener Tierhalter. Bis jetzt hielt man eine Reaktion offenbar nicht für nötig.

Dieses mehr als mangelhafte Angebot an Notdiensten steht Hamburg schlecht zu Gesicht und ist eine Zumutung für alle Tierhalter. Im Zweifelsfall tödlich. Das ist nicht länger hinnehmbar!

Um eine Stellungnahme der Tierztekammer wurde gebeten, ebenso um die der Bundestierärztekammer in Berlin.

Aufgrund dieser Petition (und eines zu erwartenden Artikels im Hamburger Abendblatt?) scheint sich der Tierschutzbeauftragte der Hansestadt Hamburg, Herr Sandro Kappe (CDU) dieses Themas annehmen zu wollen.

UPDATE: Hätte die Tierärztekammer vor Erscheinen des Artikels im Hamburger Abendblatt online am 10.10. 2023 auf mein Anschreiben reagiert, hätte ich deren Finanzierung in meiner Petition richtig stellen können. Ich werde das jetzt im Nachhinein nicht ändern. Aber das ändert an der jetzigen Situation nichts. Ich finde es generell sehr unhöflich, auf Beschwerden, die auf einer Homepage erscheinen, nicht einzugehen. Die Äußerungen der beiden Damen des Vorstands der Tierärztekammer Hamburg sind eindeutig. Es gibt noch viel zu tun. 

Bitte weiterhin fleißig unterschreiben und teilen, damit wir auch wirklich ernstgenommen werden!

Vielen Dank!

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Julia StrelowPetitionsstarter*in

Die Entscheidungsträger*innen

Tierärztekammer Hamburg
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Petition am 1. Oktober 2023 erstellt