Actualización sobre la peticiónSagt Nein! Gewerkschafter:innen gegen Krieg, Militarismus und BurgfriedenKündigung wegen gewerkschaftlichen Friedensengagements – Sagt NEIN! zu Repression und Maßregelung!
SAGT NEIN!Berlin, Alemania
25 sept 2025

Liebe Kolleginnen und Kollegen,
liebe Unterstützer*innen,

Auf der Demonstration zum Flughafen Halle/Leipzig am 23. August, auf der gegen Waffentransporte für Israels Völkermord in Gaza protestiert wurde, machte der DHL-Mitarbeiter und ver.di-Kollege und -Vertrauensmann Christopher T. deutlich, dass von dort Waffenlieferungen abgehen. Unter anderem sprach er davon, dass der deutsche Rüstungskonzern Rheinmetall ein DHL-Kunde sei. Wenige Tage später wird er erst von seiner Arbeit freigestellt, mittlerweile wurde er fristlos gekündigt (Gesamtdokumentation auf labournet).

Christophers Botschaft war eindeutig: "Wir können uns nicht darauf verlassen, dass DHL von selbst erkennt, dass diese Lieferungen verwerflich sind – für sie ist das ein Geschäft. Wir müssen auf unsere eigene Kraft vertrauen. … Arbeiter schießen nicht auf Arbeiter! Kein Transport für Völkermord!"

Etos.media schreibt: "Als ver.di-Mitglied und DHL-Beschäftigter betonte Christopher, dass er stolz auf seine Arbeit sei. Denn sie diene der Verbindung von Menschen, dürfe aber nicht dazu missbraucht werden, Kriege und Massaker zu ermöglichen. ... Darüber hinaus stellte er dar, dass es in anderen Ländern zu wirkungsvollen Protesten gegen die Unterstützung des Genozids kam, so unter anderem in Griechenland und Italien, wo Hafenarbeiter bereits Waffenlieferungen nach Israel durch Streiks und Blockaden verhinderten. ... Ein Beschäftigter, der sich öffentlich gegen Kriegsprofite und den Genozid in Gaza stellte, wurde für diese klare menschenrechtsorientierte Haltung eingeschüchtert."

Dieses miese und rechtswidrige Vorgehen von DHL gegen unseren Kollegen Christopher ist das aktuell bekannteste Beispiel für Repression und politische Maßregelung gegen antimilitaristisches gewerkschaftliches Engagement. Dem gilt unser geschlossener und solidarischer Widerstand. Unsere uneingeschränkte Solidarität gehört Christopher, dem wir ausdrücklich für seinen vorbildlichen Mut, seine unzweideutige Klarheit und sein beispielgebendes Engagement danken!

Deshalb unterstützt ´Sagt NEIN!´ die Solidaritätsresolution ´Kein Transport für Völkermord! Solidarität mit Palästina ist kein Verbrechen – Sofortige Rücknahme der Kündigung Christophers´, für die aktuell noch Unterstützer*innen gesucht werden. Eure Solidarität und Unterstützung erklärt Ihr bitte gegenüber dem Unterstützer*innenkomitee unter:  soli-christopher@proton.me.

Wenn DHL damit durchkäme, und diese Schweinerei Schule macht, dann müssen wir uns noch wärmer anziehen, als es der eisige Wind der Repression jetzt schon erfordert… - Erinnert Euch an Köln!

Also lasst uns solidarisch zusammenstehen.

  • Wir erwarten von der Gewerkschaft ver.di, dass sie Christopher entsprechend ihrer Rechtsschutzrichtline den erforderlichen juristischen Beistand gewährt – wenn erforderlich bis zum Bundesarbeitsgericht und zum Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte.
  • Wir fordern den ver.di-Bundesvorstand  auf, sich umgehend zum rechtswidrigen Vorgehen von DHL öffentlich zu positionieren und sich mit Christopher solidarisch zu erklären.

Dass sich erfreulicher Weise mittlerweile auch in den Gewerkschaften zunehmend etwas in Richtung Antimilitarismus bewegt, beweist aktuell der ver.di Fachbereich B in Hamburg. Der hat anlässlich der Mobilisierung gegen das NATO-Kriegsvorbereitungs-.Großmanöver „Red Storm Bravo eine Infobroschüre an die Mitglieder herausgegeben; Überschrift: ´Keine Gewöhnung an Krieg durch Manöver!´ Darin finden sich rechtliche Hinweise, wie Beschäftigte aus Gewissensgründen die Arbeit verweigern können: „Wir wenden uns gegen jeden Demokratieabbau, auch, wenn er im Namen der sogenannten ´Kriegstüchtigkeit´ erfolgt - insbesondere gegen die Möglichkeit zukünftiger Einschränkungen unseres Streikrechts.“  Alle dort enthaltenen Informationen sind auch für alle anderen Kolleg*innen relevant, die in ihrem Job von unmittelbarer oder mittelbarer Kriegsvorbereitung betroffen sind; so wie zum Beispiel unseren Trambahnfahrer-Kollegen von ´Sagt NEIN! zur Bundeswehrtram´ aus München. Genau solche Initiativen und solches Egagement  brauchen wir mehr!

Unsere Positionen sind eindeutig und klar:

Die Gewerkschaften gehören nicht an den konzertierten runden Tisch der Kriegsregierung. Sie gehören an die Seite der internationalen Arbeiter*innenklasse!

Arbeiter*innen schießen nicht auf Arbeiter*innen!

Kolleg*innen europaweit kämpfen schon - daran hatte auch Christopher erinnert...

Das wirkt! In Italien bereitet die Regierung jetzt deshalb ganz konkret die Einschränkung des Streikrechts vor. Sie greifen zunehmend zu politischer Repression und Maßregelung. So ernst nehmen die Kriegstreiber und Kriegsprofiteure unsere Macht... Nutzen wir sie!

Lasst uns die kommenden Wochen zu einem heißen Herbst gegen Krieg, Militarismus und Burgfrieden machen! Wir sehen uns in, Hamburg, EssenBerlin und Stuttgart, Nörvenich, Kassel und Tübingen.

Lasst uns denen, die in aller Öffentlichkeit Kriege führen, 
rechtfertigen und vorbereiten endlich die Hände zerschlagen!

Denn der Menschheit drohen Kriege, gegen welche die vergangenen wie armselige Versuche sind, und sie werden kommen ohne jeden Zweifel, wenn denen, die sie in aller Öffentlichkeit vorbereiten, nicht die Hände zerschlagen werden.“

B. Brecht, Rede für den Frieden, 1952

Mit solidarischen Grüßen
der Initiator*innenkreis

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