Petition updateWir Eltern kämpfen für den Sorbisch-Unterricht unserer Kinder!April, April? Oder Schildbürgerstreich bei Gewinnung sorbischsprachiger Lehrer in Brandenburg
Kathleen KomolkaGermany
Apr 12, 2019

Leider ist es kein Aprilscherz: Ein Interview mit unserer Landtagsabgeordneten Kathrin Dannenberg der Partei Die Linke offenbarte  gravierende Mängel bei der Umsetzung des Landtagsbeschlusses von September 2018 zur Gewinnung niedersorbisch sprechender Lehrer in Brandenburg.

Nach diesem Beschluss sollten Schüler, die über niedersorbisch Kenntnisse verfügen, bevorzugt bei der Zulassung zum Lehrerstudium behandelt werden.

Denn: wir brauchen DRINGEND und HÄNDERINGEND sorbisch sprechende Fachlehrer an unserern Schulen in Brandenburg.

Aktive, unterstützende Maßnahmen bei der Lehrergewinnung durch die Schaffung entsprechender Voraussetzungen und Rahmenbedingungen werden von uns Sorben seit Jahren immer wieder aktiv gefordert und nun so etwas:

Positiv ist, dass entsprechend des o. g. Landtagsbeschluss sorbisch sprechenden Schülern (also in der Regel Abiturienten des Niedersorbischen Gymnasiums, denn Schüler in deren Familien noch sorbisch gesprochen wird und die damit quasi muttersprachlich sorbisch aufwachsen gibt es in unserer Generation kaum mehr) bevorzugt zum Studium zugelassen werden sollen!

Paradox und wirklich tragisch ist jedoch, wenn die Universität Potsdam dazu das Sprachniveau C1 des europäischen Referenzrahmens für Sprachen festlegt und damit die Zugangsvoraussetzungen auf ein für die Abiturienten nicht realisierbares Maß festsetzt!

Was bedeutet das konkret? Das Land möchte lt. seinem Beschluss vom letzten Herbst sorbisch sprechende Lehrer gewinnen, die an der Uni Potsdam studieren sollen.

Die Uni Potsdam legt dagegen die Meßlatte so hoch, dass faktisch nach heutigem Stand kein einziger Schüler, der bereits seit frühester Kindheit am bilingualen WITAJ-Projekt teilgenommen hat und seinen Weg konsequent über Grundschule und bis ans Niedersorbische Gymnasium bis zum Abitur fortgesetzt hat, die Voraussetzungen erfüllt bevorzugt zum Lehrerstudium zugelassen zu werden!

Das bedeutet auch, dass wenn es keine SOFORTIGE Änderung der Zulassungsvoraussetzungen an der Universität Potsdam gibt, dass (mindestens) ein Jahr verstreicht an dem eben kein sorbisch sprechender Schüler sein Studium unter bevorzugten Zulassungsbedingungen beginnen kann!

Seit Jahren kämpfen wir Sorben aktiv, intensiv und voller Herzblut dafür, dass unsere Kinder die unsere Sprache sprechen aktiv gefördert und als Multiplikatoren unserer Sprache in der Lausitz gehalten werden müssen.

Angela Schurmann sagte dazu in einer außerordentlichen Sitzung des Sorbenrats im Februar 2017: „Jedes Seelchen zählt!“

Ergänzend bleibt hinzuzufügen, dass wir, die sorbischen Familien, oft bereits viele Jahre in die sprachliche und kulturelle Entwicklung unserer Kinder investiert haben, zuweilen lange Fahrwege in die WITAJ-Kindergärten und Schulen auf uns nehmen (und das über viele Jahre) um unseren Kindern den Zugang zu unserem sprachlichen und kulturellen Erbe in der Niederlausitz zu erschließen.

Auch ist dieser langwierige und intensiv geförderte sorbische Bildungsweg mit jahrelangen (auch finanziellen) Investitionen in die Sprache verbunden.

Diese ganzen Maßnahmen müssen am Ende auch dazu beitragen, dass unsere Bemühungen zur (Wieder-)Belebung unserer Sprache auch die gewünschten Früchte tragen können!

Der privilegierte Zugang zum Lehrerstudium könnte ein solcher Weg sein, nur muss er auch praktisch umsetzbar sein und nicht -wie die aktuellen Zugangsvoraussetzungen der Universität Potsdam für das Lehrerstudium- wie ein schlechter Treppenwitz wirken, bei dem einem das Lachen im Hals stecken bleibt.

Hier fordern wir DRINGEND eine SOFORTIGE Klärung und Änderung der Zugangsvoraussetzung zwischen unserem Ministerium für Wirtschaft und Kultur, dem Bildungsministerium und der Universität Potsdam: 

Wir brauchen eine Lösung, die unseren jetzigen Abiturienten des Niedersorbischen Gymnasiums oder unseren muttersprachlich aufwachsenden Kindern den bevorzugten Zugang zum Studium ermöglicht und zwar schon ab dem kommenden Semester (WS 2019/2020).

Wir brauchen sorbisch sprechende Lehrer!

JETZT!

Und dafür bitten wir euch eindringlich und von ganzem Herzen um eure Unterstützung, denn: Jede Stimme zählt! 

Bitte unterzeichnet und teilt unsere Petition!

Vielen, vielen Dank!

https://www.nordkurier.de/brandenburg/gaga-regelung-fuer-junge-sorben-beschaeftigt-brandenburger-landtag-1035127704.html

 

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