Neuigkeit zur PetitionWir Eltern kämpfen für den Sorbisch-Unterricht unserer Kinder!Ratlos im Sorbenrat: Wie weiter mit dem Sorbischunterricht & der SWSchulV?
Kathleen KomolkaDeutschland
6 de mar. de 2019

Am 26.02.2019 tagte der Rat für Angelegenheiten der Sorben/Wenden im Potsdamer Landtag. Unser Thema Bildung stand wieder auf der Tagesordnung und damit hofften wir auf Antworten auf unsere brennenden Fragen:

Wie weiter mit dem Sorbischunterricht an Brandenburger Schulen im sorbischen Siedlungsgebiet?                                  Inwiefern werden sich die Konsequenzen und Handlungsempfehlungen aus der WITAJ-Evaluation in der SorbenWendenSchulverordnung (SWSchulV) widerspiegeln?                                              Und welche Maßnahmen wird das MBJS einleiten um sofort und unmittelbar bessere Rahmenbedingungen für den Sorbischunterricht für das neue Schuljahr und die Folgejahre zu schaffen?

Lebhaft erinnere ich mich an unsere erste Demonstration für den Niedersorbisch Unterricht in Brandenburg beim Sorbenrat am 21 Februar 2017(!) in Peitz.

Ein Vater hielt ein Schild empor, auf dem in sorbischer Sprache die sinngemäße Botschaft stand: Bildungsministerium Brandenburg: liebe Worte, grausige Taten.

Diese Worte kamen mir letzte Woche beim Sorbenrat wieder in den Sinn. Doch der Reihe nach:

Unsere drängendsten Fragen und Probleme konnten in dieser Ratssitzung leider nicht vom MBJS beantwortet oder geklärt werden, auch wenn die Vertreter des Ministeriums ihre Mühe und ihr Verständnis unserer schwierigen Situation glaubhaft zum Ausdruck brachten und durchaus auch gute Ansätze darlegten.

Schwierig war jedoch, dass sich die Vertreter des Rates quasi aus dem Kalten und völlig unvorbereitet zwischen den folgenden Alternativen zur Abstimmung der weiteren Vorgehensweise entscheiden sollten:

a)

Die erste Alternative besteht darin nun ganz schnell eine (sehr halbgare) SWSchulV zum kommenden Schuljahr 2019/2020 auf Basis des letzten Entwurfs der SWSchulV aus November 2018 per Eilverfahren in Kraft zu setzen.

(Ein Entwurf mit dem wir Sorben in vielen und gravierenden Punkten nicht einverstanden sind und Änderungsvorschläge eingebracht haben, die dann jedoch nicht berücksichtigt werden können, ebenso wenig wie die Maßnahmen und Handlungsempfehlungen aus der WITAJ-Evaluation)

Nötige Nachbesserungen könnten auch später im Ergänzungs- oder Änderungsverfahren noch erfolgen.

b)

Die zweite Alternative sieht vor die SWSchulV inhaltlich in intensiver Zusammenarbeit zu überarbeiten, bestehende Probleme zu beheben und hat als Ziel eine sowohl für uns Sorben als auch das Ministerium akzeptable Endfassung der SWSchulV vorzulegen.  

Dabei könne man sich vielleicht vorab auf Eckpunkte und eine Absichtserklärung des Bildungsministeriums (MBJS) verständigen und hätte (vielleicht bis zum Jahresende?) Zeit für die intensive Überarbeitung der SWSchulV gewonnen.

Dabei könnten dann auch die Maßnahmen und Ergebnisse der WITAJ-Evaluation (die dem MBJS seit März 2018 vorliegen) einfließen.

(Die Frage warum das nicht bereits jetzt geschah oder wieso die Argumente, die inhaltlichen und pädagogischen Gründe der Sorben sich bisher nicht genügend in der SWSchulV wiederfinden bleibt dabei im Raum...)

Allerdings birgt auch die nahende Landtagswahl gewisse Risiken und Unsicherheiten für diesen Prozess.

Eine bloße Absichtserklärung ist dafür nicht genug, wenn es um die Zukunft unserer Kinder und unserer Sprache geht.

Unsere sorbischen Vertreter haben sich unterdessen einen Standpunkt gebildet, den sie morgen, am 07.03.2019, in einem persönlichen Gespräch mit unserer Bildungsministerin Britta Ernst besprechen werden.

Wir warten gespannt und voller Hoffnung auf diesen wichtigen und dringenden Termin mit Bildungsministerin Ernst, denn:

Wir brauchen Klarheit und einen verlässlichen Plan für eine zukunftsweisende und nachhaltige SWSchulV, welche den in unserer Landesverfassung verankerten Rechten unserer Kinder auf die Niedersorbische Sprache in der Schule gerecht wird.

Denn bei der Rettung unserer Niedersorbischen Sprache sitzen wir alle im selben Kahn (dem Spreewald angemessen): an erster Stelle unsere Kinder, ebenso wie Lehrer und Eltern!

Sehr geehrte Frau Ministerin Ernst, wir erinnern Sie eindringlich an Ihr Versprechen von Ihrem Besuch am Niedersorbischen Gymnasium am 10.11.2017 sich für uns Sorben, für unsere Rechte als Minderheit persönlich einzusetzen.

Wir brauchen Sie JETZT mehr denn je! 

Bitte würdigen Sie Ihre Verantwortung und dieser Sache allen Beteiligten gegenüber: Kinder, Familien, Lehrer und nicht zuletzt unserem sorbischen Volk gegenüber.

Liebe Frau Ministerin Ernst, bitte setzen Sie dringend ein klares Zeichen, dass zeigt, dass “schönen Worten keine grausigen Taten” aus Ihrem Haus gegen uns folgen werden.

Ein Zeichen, dass deutlich macht, dass Ihnen unser Anliegen, als Minderheit im Land Brandenburg, ein wichtiges Anliegen ist. 

Wir warten auf ein klares und deutliches Signal von Ihnen, liebe Frau Ernst!

Vielen Dank!

(Foto vom Sorbenrat in Peitz am 21.02.2017 mit besagtem Plakat...)

Link kopieren
WhatsApp
Facebook
Nextdoor
E-Mail
X