
Fast jeder zweite Mann und drei von vier Frauen, die 2018 in Rente gegangen sind, erhalten weniger als 1035 Euro Rente im Monat. Diese Zahlen legte nun der Gewerkschaftsbund Bremen vor.
Immer mehr Rentnerinnen und Rentner in Bremen und Niedersachsen sind von Armut bedroht. Zu diesem Schluss kommt der Rentenreport 2020 des Deutschen Gewerkschaftsbunds (DGB), der am Montag in Bremen und Hannover vorgestellt worden ist und für beide Bundesländer zu ähnlichen Ergebnissen kommt.
Demnach bekamen drei Viertel der Bremerinnen und fast die Hälfte (47 Prozent) der Bremer, die 2018 erstmals Rente erhielten, eine Altersrente unterhalb der Armutsgefährdungsschwelle von 1035 Euro. "Unterhalb dieser Schwelle ist gesellschaftliche Teilhabe kaum möglich", heißt es in dem Report der Gewerkschaften. Niedrige Renten seien ein Problem für alle, die keine sonstigen Einnahmen im Alter oder kein Vermögen haben. Dem DGB zufolge stieg in keiner anderen Gesellschaftsgruppe in Bremen die Armutsgefährdungsquote so stark wie bei Rentnerinnen und Rentnern – in zehn Jahren um sechs Prozentpunkte auf 16,6 Prozent.
Frauen sind demnach besonders von Altersarmut betroffen. Jede fünfte Neurentnerin aus Bremen erhielt weniger als 300 Euro im Monat ausgezahlt. Das ist ein deutlich höherer Anteil als bei den Männern (13,5 Prozent). Im Land Bremen gab es im Juli 2018 gut 153 000 Rentnerinnen und Rentner, das waren 22,5 Prozent der Gesamtbevölkerung. Mit knapp 90.000 war die Mehrheit weiblich.
20.01.2020
Quelle: Weser - Kurier