
Sigmar Gabriel will Aufsichtsrat bei der Deutschen Bank werden. Die Entscheidung sorgt auch in der SPD für Unmut. Der Eindruck von Kritikern: Der frühere Vizekanzler wird für Lobbyarbeit geholt.
Sigmar Gabriel ist ein politisches Schwergewicht. Er war Vizekanzler, Außenminister, Wirtschaftsminister, Umweltminister und war von 2009 bis 2017 Vorsitzender der SPD. Nun hat er sich entschieden, einen Posten im Aufsichtsrat der Deutschen Bank anzunehmen - er wurde gerichtlich als Mitglied des Kontrollgremiums bestellt, auf der nächsten Hauptversammlung soll er sich den Aktionären zur Wahl stellen. Seitdem debattiert das Land darüber, ab wann und warum ehemalige Spitzenpolitiker in die Wirtschaft wechseln dürfen und sollten.
Cansel Kiziltepe ist stellvertretende finanzpolitische Sprecherin der SPD-Bundestagsfraktion. „Sigmar Gabriel ist kein Bankenexperte“, sagt sie dem SPIEGEL. „Er wurde offenbar in den Aufsichtsrat berufen, damit seine politischen Kontakte der Deutschen Bank nutzen. Dafür zahlt sie fürstlich.“ Gabriel habe die SPD nicht gerade in goldene Zeiten geführt. „Ein ehemaliger Vorsitzender der SPD sollte das nicht tun. Er beschädigt die Glaubwürdigkeit der SPD“, kritisiert sie.
26.01.2020
Quelle: Der Spiegel