Petition update

#OuryJalloh – Ich fühle mich genauso wie 2005

Mouctar bah
Dessau, Germany

Jan 16, 2019 — 

Ich danke allen, die am Montag anlässlich des 14. Todestages von Oury Jalloh nach Dessau gekommen sind und mit mir und vielen anderen (siehe MDR Bericht) ihre Wut über die Weigerung der Ermittlungsbehörden ausgedrückt haben, den Tod meines Freundes Oury Jalloh in der Polizeizelle aufzuklären. Ich fühle mich genauso wie 2005. Schon damals haben wir die Stadtverwaltung auf die Ungereimtheiten um den Feuertod Jallohs in der Polizeizelle hingewiesen, doch alle hielten uns für verrückt. Ein Verbrechen im Schoße der Polizei - nein, das kann doch nicht - hieß es damals wie heute. Wir aber werden "Oury Jalloh - das war Mord" so lange rufen, bis der Mord aufgeklärt und die Täter bestraft sind. 

Wir wissen mittlerweile, wie die #DessauerZustände in der Polizei sind. Oury Jalloh war nicht der einzige, der im Schoße der Dessauer Polizei ums Leben kam. Hans-Jürgen Rose wurde im Jahr 1997 mit schwersten innerlichen Verletzungen unweit des Polizeireviers in der Wolfgangstrasse aufgefunden und verstarb nur wenige Stunden später im Krankenhaus. Im rechtsmedizinischen Bericht heißt es, dass polizeiliche Schlagstöcke geeignet waren, einen Großteil der sichtbaren Verletzungen verursacht zu haben. Im Jahr 2002 wurde Mario Bichtemann tot in der Zelle 5 aufgefunden. Er starb an einem Schädeldachbruch mit Schädel-Hirn-Blutung. Mario Angelelli, internationaler Rechtsanwalt und Mitglied der Untersuchungskommission, erklärte zu den strukturellen Gegebenheiten im Polizeirevier Dessau: „Es war so eine Art Freizone, eine gesetzlose Zone, hier konnte alles passieren. Niemand kontrollierte. Ob gewollt oder ungewollt, Tatsache ist, dass hier die Dessauer Polizei alles machen konnte, was sie wollte. Und das Endergebnis ist, dass es drei Tote gegeben hat.“
 
Mit Eurer Solidarität im Rücken kämpfen wir weiter: Vor ein paar Tagen hat Gabriele Heinecke, die Anwältin der Nebenklage, einen Antrag auf ein so genanntes Klageerzwingungsverfahren eingereicht. Der Antrag beinhaltet wissenschaftlich fundierte Fakten, die deutlich beweisen, dass Oury Jalloh sich nicht selbst angezündet haben kann. Am 30. Dezember 2018 hatte Beate Böhler, ebenfalls Anwältin der Familie von Oury Jalloh, Anzeige wegen Mordes gegen zwei konkret benannte Dessauer Polizeibeamte beim Generalstaatsanwalt in Naumburg gestellt. Böhler: „Weil Oury Jalloh sich aus den genannten Gründen nicht selbst angezündet haben kann, kommen als Täter nur Personen in Betracht die zur fraglichen Zeit Zugang zur Zelle 5 des Polizeireviers Dessau hatten.“, schlussfolgert Böhler.
Die Anwältinnen der Familie von Oury Jalloh:
https://www.youtube.com/watch?v=djlgrLEChdQ&feature=youtu.be
 
Unsere ausführliche Pressemitteilung: https://initiativeouryjalloh.files.wordpress.com/2019/01/pm-oury-jalloh-7.1.2019-1.pdf

OURY JALLOH – DAS WAR MORD! 

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