Petition update

Frau Dr. Cornelie Jäger, lassen Sie bitte einen Verdacht auf Subventionsbetrug prüfen

Jocelyne Lopez, Sandra Lück, Gerlinde Wax

Oct 26, 2015 — Wir haben eine zusätzliche Empfängerin zu unserer Petition hinzugefügt: Frau Dr. Cornelie Jäger, Landesbeauftragte für den Tierschutz in Baden-Württemberg:


Sehr geehrte Frau Dr. Jäger,

wie es einer Pressemitteilung im Landesportal des Ministeriums für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg vom 03.05.2015 zu entnehmen ist, haben Sie die Entscheidung von Prof. Nikos Logothetis, sich aus der Affenhirnforschung zurückzuziehen, gelobt und begrüßt, sowie als einen Schritt in die richtige Richtung gewürdigt:

„03.05.215 - Landestierschutzbeauftragte: Neue Chancen durch Ausstieg aus den invasiven Experimenten an Affen zügig nutzen und ausbauen / Respekt vor der Entscheidung von Prof. Logothetis

[...]„Mit Erleichterung habe ich die Mitteilung der Max-Planck-Gesellschaft (MPG) zur Kenntnis genommen, dass es am Max-Planck-Institut für biologische Kybernetik in Tübingen nach dem Abschluss der laufenden und bereits genehmigten Vorhaben keine neuen invasiven Tierversuche an Makaken mehr geben soll“. [...]
.

Ihre Erleichterung und damit Ihre Einschätzung steht im glatten Widerspruch zu den eindeutigen Aussagen über die Vorhaben der Affenhirnforscher um Prof. Hans-Peter Thier in seinem o.g. Internet-Solidaritätsaufruf, der diese Entscheidung ganz im Gegenteil als „einen gravierenden Verlust“ und als „Zeichen einer alarmierenden Entwicklung“ ansieht.

Genauso ist Ihre Information völlig verfehlt, dass es nach Abschluss der laufenden und bereits genehmigten Versuche keine neuen invasiven Affenversuche am MPI Tübingen geben wird: Die Max Planck Gesellschaft hat im Gegenteil in einer Pressemitteilung vom 30.04.2015 unmissverständlich bekannt gegeben, dass es „in der Max-Planck-Gesellschaft auch weiterhin tierexperimentelle Forschung an nicht-humanen Primaten geben wird. Dies ist nach wie vor der einzige Weg, um Behandlungsansätze zu entwickeln für neurologische Gehirnerkrankungen wie Alzheimer oder Parkinson und psychiatrische wie Schizophrenie.“ – wie Sie es unserer Ansprache an den Präsidenten der Max Planck Gesellschaft Prof. Martin Stratmann in dieser Petition entnehmen können, die allerdings bis jetzt unbeantwortet geblieben ist.


Sie zeigen sich ganz im Gegenteil besorgt, sehr geehrte Frau Dr. Jäger, über den Sinn und die Unerlässlichkeit der Affenhirnforschung zu dem angegebenen Nutzen für die Humanmedizin. Sie schreiben in der o.g. Pressemitteilung im Portal des Ministeriums:

[...] „Wenn ein auf seinem Gebiet so renommierter Forscher wie Nikos Logothetis die chronisch-invasiven Neurokognitionsexperimente an Rhesusaffen künftig für entbehrlich hält, dann stellt sich die Frage, ob nicht auch für andere vergleichbare Versuche die zwingende Notwendigkeit – also die Unerlässlichkeit, so zu forschen – überhaupt noch besteht“. [...]


Als fachkundige Wissenschaftlerin ist Ihre Hinterfragung der medizinischen Notwendigkeit der Affenhirnforschung folgerichtig und völlig nachvollziehbar, sehr geehrte Frau Dr. Jäger, und sie ist übrigens ebenfalls der Anlaß unserer inzwischen gestellten 16 Fragen an die Empfänger unserer Petition, die diese Notwendigkeit in der Öffentlichkeit seit Jahrzehnten als gegeben und als nicht hinterfragbar darstellen, jedoch bis jetzt unsere gezielten Fragen merkwürdigerweise nicht beantwortet haben.

Dieser befremdliche Umstand des Schweigens der Affenhirnforscher und Entscheidungsträger über den medizinischen Wert der Affenhirnforschung ist umso besorgniserregender, als ein konkreter Verdacht auf Lobbyismus, Wissenschaftsbetrug und Subventionsbetrug über der Affenhirnforschung schwebt.

Wie Sie es aus unserer nachstehenden Bürgeranfrage nach Informationsfreiheitsgesetz an die Genehmigungsbehörde LANUV NRW wegen der Affenhirnforschung an der Ruhruniversität Bochum über 22 Jahre entnehmen können, besteht der dringende Verdacht, dass die Bochumer Affenhirnforscher das Tierschutzgesetz gravierend umgangen und staatliche Subventionen in Millionenhöhe veruntreut haben, indem sie anstatt für die angegebenen Therapieansätze der menschlichen Erkrankungen Alzheimer, Parkinson, Multiple Sklerose und Schlaganfälle zu forschen, die vermeintliche Verbesserung der kognitiven Leistungen von ... Fußballern (!!!!) angestrebt haben, siehe:

Anfrage nach IFG an LANUV NRW: Subventionsbetrug bei der Affenhirnforschung an der Uni Bochum?
http://www.jocelyne-lopez.de/blog/2015/10/anfrage-nach-ifg-an-lanuv-nrw-subventionsbetrug-bei-der-affenhirnforschung-an-der-uni-bochum/

sowie:

23.10.2015 – Rückfrage nach Informationsfreiheitsgesetz an LANUV NRW wegen Affenversuchen an der Uni Bochum
http://www.jocelyne-lopez.de/pdfDateien/Rueckfrage%20IFG%20LANUV%20Bochum_23_10_2015-o.pdf


Auch bei der Affenhirnforschung in Tübingen besteht dieser Verdacht auf gravierende Verstöße gegen das Tierschutzgesetz, auf Subventionsbetrug und auf Lobbyismus: Der Affenhirnforscher Prof. Hans-Peter Thier hat ebenfalls mehrere Publikationen über die Erforschung der kognitiven Leistungen von Fußballern durch Versuche an Affen in den Medien vorgestellt.

Der führende Hirnforscher Prof. Wolf Singer hat übrigens schon 1999 in der Presse ausgesagt, dass die Affenhirnforscher in ihren Forschungsanträgen „schwindeln“ und „betrügen“ müssen, um das Tierschutzgesetz zu umgehen und gesetzwidrige Genehmigungen zu erhalten.


Diese gravierenden, strafrechtlich relevanten Vorgänge können und dürfen die Bürger und Steuerzahler nicht ungeprüft hinnehmen.


Wir bitten Sie daher, sehr geehrte Frau Dr. Jäger, folgende Maßnahmen zu veranlassen:
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1. Bitte veranlassen Sie, dass unsere bisher 16 gestellten Fragen zum wissenschaftlichen Wert der Affenhirnforschung von den 7 angesprochenen Empfängern unserer Petition gezielt beantwortet werden: Prof. Hans-Peter Thier, Prof. Stefan Treue, Prof. Martin Stratmann, Prof. Almut Schüz, Prof. Peter Strohschneider, Prof. Bernd Engler und MdL Rita Haller-Haid.
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2. Bitte veranlassen Sie, dass der Verdacht auf Lobbyismus und Subventionsbetrug in der Affenhirnforschung durch einen geeigneten, unabhängigen Ausschuß eingehend im Interesse der Öffentlichkeit untersucht wird.
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Wir danken im Voraus für Ihren Einsatz zum Schutz der Rechte der Tiere und der Bürger und zur Umsetzung der geltenden Gesetze.

Mit freundlichen Grüßen
Jocelyne Lopez, Sandra Lück, Gerlinde Wax


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