Petition update

7 Fragen an Prof. Stefan Treue über den wissenschaftlichen Wert der Affenhirnforschung

Jocelyne Lopez, Sandra Lück, Gerlinde Wax

Oct 7, 2015 — Wir haben einen zusätzlichen Empfänger zu unserer Petition hinzugefügt: Prof. Stefan Treue, Affenhirnforscher und Leiter des Deutschen Primatenzentrums in Göttingen:


Sehr geehrter Herr Prof. Treue,

wir gehen davon aus, dass Sie als überzeugter Befürworter und engagierter Unterstützer der Affenversuche in Tübingen den Internet-Solidaritätsaufruf Ihres Kollegen Prof. Hans-Peter Thier unterschrieben haben, der die Entscheidung des Leiters des Max Planck Instituts Nikos Logothetis, sich aus der Affenhirnforschung zurückzuziehen, als einen „gravierenden Verlust“ ansieht.

Aus diesem Grund sind wir ebenfalls an Ihrer persönlichen wissenschaftlichen Rechtfertigung dieser Versuche sehr interessiert und wären Ihnen sehr dankbar, wenn Sie die 4 Fragen über den wissenschaftlichen Wert dieser Versuche, die wir im Rahmen dieser Petition an Prof. Thier gestellt haben, auch beantworten würden.

Wir erlauben uns, noch drei zusätzliche Fragen anzuhängen:



5) Wie bewerten Sie die folgende Aussage Ihres Kollegen Prof. Dr. Klaus Gärtner aus dem Jahre 1978:

“Alle an Tieren experimentell gewonnenen Ergebnisse haben nur für die jeweilige Art Aussagekraft und in exakter Auslegung sogar nur für das jeweilige Individuum, an dem experimentiert wurde. Es ist also falsch, aus den an Ratten studierten Sachverhalten einfach auf die Bedingungen von Menschen, Hunden oder Wiederkäuern zu schließen.”

Prof. Dr. Klaus Gärtner, Tierexperimentator, Sprecher der Deutschen Forschungsgemeinschaft und Leiter des Instituts für Versuchstierkunde sowie der Zentralen Tierlaboratorien an der Medizinischen Hochschule Hannover, in Diagnosen, 9. Sept. 1978




6) Wie bewerten Sie folgende Aussagen Ihres Kollegen Hirnforscher Prof. Wolf Singer aus dem Jahre 1999, der die geltenden, verbindlichen Vorgaben des Tierschutzgesetzes als „eine Katastrophe“ bezeichnet und die Hirnforscher zum „schwindeln“ und „betrügen“ für die Genehmigung ihrer Forschungsanträge veranlasst sieht:

“Ich muß in meinen Anträgen den Nachweis antreten, daß die Ergebnisse einer geplanten Versuchsreihe von so großer praktischer Bedeutung sein werden, daß sie ethisch gerechtfertigt ist. Das zwingt mich fast zum Betrug, weil ich in der Tat in vielen Bereichen nicht angeben kann, ob das Versuchsergebnis wirklich in absehbarer Zeit Leiden vermindern wird. [...] Man wird vom Gesetzgeber in eine Argumentationspflicht genommen, die man vor sich selbst nicht rechtfertigen kann. […] Ja, das sieht man deutlich daran, daß der Gesetzgeber zunehmend die Zuwendung von Mitteln davon abhängig macht, daß wir nachweisen können, welche umsetzbaren Erkenntnisse die einzelnen Untersuchungen erbringen werden. Das ist eine Katastrophe. Diese Vorgaben verführen die Forscher zum Schwindeln.“

Prof. Wolf Singer, Zeitschrift GEGENWORTE – Heft 4 – 1999 – Wolf Singer und Leo Montada: Polemik oder Diskurs http://www.gegenworte.org/heft-4/singer4.html




7) Wie bewerten Sie die Preisverleihung des Bundeslandwirtschaftsministeriums an Ihren Kollegen Prof. Marcel Leist im September 2015 für eine innovative, tierversuchsfreie Forschungsmethode zu Therapieansätzen von Alzheimer- und Parkinson-Erkrankungen: http://www.suedkurier.de/region/kreis-konstanz/kreis-konstanz/Tierschutzpreis-fuer-Konstanzer-Forscher;art372432,8181302

wobei Ihr Kollege Prof. Hans-Peter Thier noch 2013 in der Presse ausgesagt hat, dass moderne, tierversuchsfreie Forschungsmethoden zur Erforschung von menschlichen Erkrankungen „Käse“ seien: http://www.gea.de/region+reutlingen/tuebingen/+das+ist+die+arroganz+der+gesunden.2972619.htm



Wir danken im Voraus für die gezielte Beantwortung unserer 7 Fragen zum wissenschaftlichen Wert der Affenversuche, vor dem Hintergrund Ihrer engagierten Unterstützung der Affenhirnforschung in Tübingen und in Ihrem eigenen Forschungszentrum mit Primaten in Göttingen.

Mit freundlichen Grüßen
Jocelyne Lopez, Sandra Lück, Gerlinde Wax


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