Petition updateGovern de les Illes Balears: Stoppen Sie sofort die barbarischen Stierkämpfe auf Mallorca.Toreros als Künstler: Spaniens Regierung gibt Stierkämpfern Coronavirus-Hilfen durch die Hintertür
Rainer BrüggemannAm Mellensee, Germany
May 14, 2020

von Marco Schicker - CNCosta Nachrichten - https://www.costanachrichten.com

Über 200 Stiere in Spanien haben bisher ihr Leben dem Coronavirus zu verdanken. Keine Stiertreiben durch Dörfer, kein rituelles Gemetzel in den Arenen. Doch anstatt die Gelegenheit bei den Hörnern zu packen, der blutrünstigen Tradition ein Ende zu setzen, subventioniert die Regierung die Toreros durch die Hintertür. Deren Lobby plant bereits für die Zukunft. Doch immer weniger Spanier wollen noch Stierkämpfe.

  • Stierkämpfer und ihre Helfer haben als Kulturangestellte Anrecht auf Hilfen im Coronavirus-Notstand.
  • Züchter werden Stiere nicht los, Veranstalter erleiden Totalausfälle.
  • Massiver Rückgang: Spanien ist in der Frage der Zukunft der „Tradition“ der Stierkämpfe gespalten.

Madrid - Selbst die linke Regierung aus PSOE und Podemos, letztere erklärte Feinde des Spektakels, trauten sich bislang nicht, dem Stierkampf den Hahn abzudrehen. Dahinter steht eine starke Lobby und große Industrie.

Gewissensbisse bei Podemos: Stierkämpfe als Kulturveranstaltungen eingestuft

Zwar hat es die Regierung in ihren Notstandsgesetzen unterlassen, die Toreros beim Namen zu nennen, doch auch sie werden im Real Decreto 17/2020 genauso behandelt wie Musiker, selbständige Schauspieler oder Maler, sie werden also als Künstler eingestuft und gehören daher zu einem Sektor, der gesetzlich in der Coronavirus-Krise „geschützt und gefördert“ werden soll. 

Das widerspricht zwar dem Regierungsprogramm von PSOE und vor allem Podemos, die sich verpflichtet hatte, ein Tierschutzgesetz auszuarbeiten, das „mit dem Stierkampf nicht kompatibel sein wird“, doch im Moment bleibt es beim Status Quo. Und rein rechtlich handelt es sich um Kulturveranstaltungen, die jetzt nicht stattfinden können. Regierungschef Sánchez hatte sowohl von der Opposition gefordert als auch selbst versprochen, die Coronavirus-Krise nicht zu „politisieren". Insofern handelt zumindest er konsequent.

Die nationale Vereinigung Unión Nacional de Picadores y Badarilleros Españoles (UNPBE), also der Handlanger der Matadores, hat in einem Schreiben an ihre Mitglieder darüber informiert, dass sie die Hilfen der Regierung für Selbständige beantragen könnten. Dazu müssten sie ihre wirtschaftlichen Aktivitäten von 2019 einreichen, um zu belegen, dass sie ins Sozialsystem eingezahlt haben und diese Daten mit der Einstellung ihrer Aktivitäten 2020 gegenüberstellen. Sie könnten so bis zu vier Monate zwischen 740 und 2.000 Euro monatlich kassieren.

Stierkampf-Lobby rechnet mit 200 Millionen Euro Ausfall

Die spanische Stierkampfszene beziffert ihre Verluste wegen des Notstandes der Coronavirus-Krise auf bis zu 200 Millionen Euro. Das ergibt sich aus den Einnahmeverlusten der Zuchtbetriebe, dem Ausfall etlicher Fiestas, bei denen Stierkämpfe nach wie vor als traditionelle Zugnummern abgehalten werden. Die Züchter müssen derzeit nicht nur auf den Verkauf ihrer Stiere verzichten, - die Aufzucht bis auf „Kampfgewicht“ kostet rund 3.500 Euro pro Tier - sondern sie auch weiter durchfüttern, was pro Tag rund 1,50 Euro pro Tier koste. 200.000 Kampfstiere stehen auf den Weiden Andalusiens, der Extremadura und den anderen Zuchtregionen. 30 Millionen Euro hätten allein die Züchter bisher durch Coronavirus verloren. Dass diese Zugang zu den Agrar-Hilfen verlangen, versteht sich von selbst.

Eine Fortsetzung dieses Berichtes erfolgt in Kürze!

Bis dahin unbedingt Petition unterschreiben und teilen. Wir müssen weiter gegen dieses sinnlose Töten unser Stimmen erheben.

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