Sehr geehrter Herr Bundespräsident!
Leider mussten wir inzwischen erfahren, dass Sie unsere Petition "Kastenstand-Ausstieg für arme Schweine" nicht annehmen wollen.
Sie verweisen als oberster Repräsentant unserer Kulturnation auf andere Zuständigkeiten... Dem widersprechen wir ausdrücklich und bezugnehmend auf Ihre Rede vom 6. Februar:
"Unser Blick heute ist geprägt von der Erfahrung, dass wir Deutsche seit Jahrzehnten in einer freiheitlichen Demokratie leben; seit mehr als dreißig Jahren tatsächlich alle Deutschen. Es waren die mutigen Menschen in der DDR, die friedlich Widerstand leisteten und damit die Mauer zu Fall brachten. Welch riesiges Glück ist das: Wir leben vereint in einer Demokratie."
Was für ein riesiges Glück soll es sein, in einer Demokratie zu leben, in der 87 % aller Befragten sich für ein Verbot der vor mehr als dreißig Jahren für illegal erklärten Metallkäfige aussprachen, welche dann Jahrzehnte später für weitere 17 Jahre legalisiert wurden? Und als ein Jahr später ca. 50.000 Schweine in solchen Systemen fixiert in Alt Tellin verbrannt sind, wurde die seit 10 Jahren anhängige Brandschutzklage immer noch nicht abschließend behandelt...
Was für ein riesiger Glück für die Profiteuere des Unrechts!
Für Sie Herr Bundespräsident und alle anderen, die unsere vielen Updates nicht gelesen haben ein hilfreicher Verweis auf unsere Neuigkeit vor zwei Jahren (zwei Monate vor der Brandkatastrophe):
eine Auslegung von Recht und Gesetz
1. FEB. 2021 —
Liebe Unterstützerinnen und Unterstützer,
"ICH BIN SCHOCKIERT DAS SOWAS ÜBERHAUPT ERLAUBT IST."
Dieser Kommentar steht seit zwei Tagen unter unserer Petition.
Ja, es ist erschreckend, dass die jahrzehntelange tierquälerische Praxis der Sauenhaltung in Deutschland im vergangenem Jahr legalisiert werden konnte.
Das ist nicht nur eine Katastrophe für die armen Schweine,
sondern auch für uns Menschen.
TOLLENSETALER STIMME Ausgabe 5 / September 2019:
"Felder werden eher zu Bauland als zu Wäldern. Und wenn die Dürre da ist, wird Hilfe eingefordert, um weiter Fleisch produzieren zu können.
Die Treibhausgasemission steigt und statt die Verursacher abzuschalten soll nun für Sauen die seit 1992 rechtswidrige Kastenstandhaltung für weitere 17 Jahre verlängert werden.
„Ein Armutszeugnis für eine Exekutive, wenn man eine Entscheidung, eine Auslegung von Recht und Gesetz, hat und die Behörden sagen, wir können es nicht umsetzen“ kritisiert Strafrechtsprofessor Jens Bülte.
Bananenrepublik."
"Nicht das Recht soll herrschen, sondern der von der Natur Stärkere."
Das forderten schon die radikalen Sophisten im alten Griechenland.
Eine Sternfahrt nach Berlin!!! mit über 15.000 Traktoren und über 40.000 Teilnehmern gegen die geplante neue Gülleverordnung im November 2019, gefolgt von einer Vielzahl ähnlicher Bauernproteste in die urbanen Ballungszentren haben nicht nur deren junge Klima-Aktivisten in den Hintergrund gedrängt, sondern auch den Boden bereitet für eine Tierqual-Verlängerung für weitere 17 Jahre.
Diese Auslegung von Recht und Gesetz darf nicht zur Norm werden.
Sie kann letztendlich auf uns selbst zurückfallen.
Also liebe Mitmenschen bitte unterstützt und teilt unsere Petition.
Sehr geehrter Herr Bundespräsident,
Ihr Vorschlag, unsere Petition dem Agrarausschuss zu übergeben greift leider viel zu kurz und ignoriert das viel umfassendere Systemversagen nicht nur in der Schweineproblematik.
"Die Zukunft der Demokratie hängt nicht nur vom anderen ab, sondern auch von Ihnen"
DANKE für alle, die uns bisher unterstützt haben - bitte bleibt dran.

