
Liebe UnterstützerInnen,
die Ereignisse lassen einen kaum noch zum Atmen kommen. Nun hat Scholz doch der Lieferung von Leopard-Panzern sowie weiterem Kriegsgerät zugestimmt. Bei mir braucht er nicht damit zu rechnen, dass ich ihm noch einmal vertraue. Im Moment sind Streiks im Öffentlichen Dienst im Gange. Ich habe gerade einen Offenen Brief an den ver.di Vorsitzenden Frank Wernecke und die für diesen Bereich zuständige Sylvia Bühler los geschickt.
Vielleicht haben Sie noch weitere Ideen? Meine Adresse lautet: urs.math@gmx.net.
Mit liebem Gruß
Ursula Mathern
Hier mein Offener Brief:
An den Vorsitzenden von ver.di
Herrn Frank Wernecke
info@verdi.de;
die Leiterin des FB C von ver.di
Frau Sylvia Bühler
info@verdi.de;
Offener Brief: Warum verbinden Sie die Streiks im Öffentlichen Dienst nicht mit der Forderung nach Abrüstung und Verhandlungen im Ukraine-Krieg?
Sehr geehrter Herr Wernecke, sehr geehrte Frau Bühler,
ich begrüße die Streiks im Öffentlichen Dienst ausdrücklich sowie alle Arbeitskämpfe. Denn die Preisexplosion in vielen Bereichen sorgt ganz erheblich dafür, dass die arbeitende Bevölkerung immer weniger Geld in der Tasche hat und selbst ArbeitnehmerInnen z. T. überlegen, wie sie ihre laufenden monatlichen Kosten bestreiten können, von anderen gesellschaftlichen Gruppen ganz zu schweigen. Die Zahl der Obdachlosen nimmt sichtbar zu.
In Großbritannien sind Massenstreiks seit Monaten an der Tagesordnung. In Frankreich protestiert die Bevölkerung erneut gegen die Heraufsetzung des Rentenalters, die Präsident Macron mit aller Macht durchboxen will. In Paris waren dieser Tage auch Bäcker auf der Straße, viele sind aufgrund der gestiegenen Energiepreise in ihrer wirtschaftlichen Existenz bedroht.
Die Forderung nach 10,5 % mehr Lohn finde ich absolut gerechtfertigt. Nicht zuletzt von auskömmlichen Löhnen wird es abhängen, dass die Chance wächst, auch den viel beklagten Fachkräftemangel auszugleichen.
Was wäre in der momentan in jeder Hinsicht angespannten Situation naheliegender als dass ver.di und andere Gewerkschaften die Arbeitskämpfe verbinden mit der Forderung nach Abrüstung und Anstrengungen für eine diplomatische Lösung des Ukraine-Kriegs?
Das 100-Milliarden-Euro-Paket für's Militär ist doch Wahnsinn! Auch diese Schulden werden – sofern es keine Gegenwehr gibt – auf die arbeitende Bevölkerung abgewälzt werden. Ohnehin klar ist, dass Geld nur einmal ausgegeben werden kann. Soll die öffentliche Infrastruktur denn noch mehr verkommen?
Das Schwarz-Weiß-Denken, nachdem der Westen gut und Russland böse ist, ist doch spätestens seit den Eingeständnissen Merkels und Hollandes unhaltbar geworden. Beide gaben zu, dass das Minsk-II-Abkommen nur dazu diente, der Ukraine Zeit zu geben, um ihr Land weiter aufzurüsten.
Nach knapp einem Jahr Krieg gibt es, wie S. Wagenknecht in einem Interview betonte, auch ukrainische Flüchtlinge, die sich nichts mehr wünschen als dass dieser Krieg, das Töten und Sterben beendet werden. Genau das wird aber durch die Entscheidung, Leopard-Panzer u. a. m. an die Ukraine zu liefern, im immer größere Ferne gerückt. Gleichzeitig wird Deutschland zunehmend in diesen Krieg hinein gezogen, mit womöglich verheerenden Konsequenzen auch für uns.
Die Weltuntergangsuhr steht nun auf 90 Sekunden vor Mitternacht. Dies teilte das Bulletin of the Atomic Scientists am Dienstag, den 24.01.2023 in Washington mit.
Sehr geehrter Herr Wernecke, sehr geehrte Frau Bühler,
ich finde, diesen Hintergrund kann man doch unmöglich ausblenden! Ohne energische Anstrengungen für Abrüstung und Frieden könnte uns allen das endgültige Aus drohen und selbst Arbeitskämpfe hinfällig machen. Lachende Gewinner, aber auch das nur vorläufig, sind dabei allein die AktionärInnen der Rüstungskonzerne, deren Aktienkurse rasant gestiegen sind.
Mein Plädoyer als ver.di-Mitglied an Sie und andere Gewerkschaften deshalb: Verbinden Sie die Arbeitskämpfe mit der Forderung nach Abrüstung und Anstrengungen für eine diplomatische Lösung des Ukraine-Kriegs.
Meiner Unterstützung könnten Sie dabei gewiss sein!
Ursula Mathern