Petition updateRÜSTUNSKONZERNE MÜSSEN FÜR FLÜCHTLINGE ZAHLENNEIN zu „Einsatz bewaffneter deutscher Streitkräfte zur militärischen Evakuierung aus Afghanistan“
Ursula MathernMerxheim, Germany
Aug 23, 2021

Liebe UnterstützerINNEN,

am morgigen Mittwoch stimmt der Bundestag über den Antrag der Bundesregierung »Einsatz bewaffneter deutscher Streitkräfte zur militärischen Evakuierung aus Afghanistan« ab.

Der Waffengang soll also fortgesetzt werden, obwohl die Lage so schon kaum noch schlimmer sein könnte, und – wie Jürgen Grässlin berichtet - die Taliban mit der Machtübernahme in Afghanistan in den Besitz eines riesigen Arsenals hochmoderner Nato-Waffen gelangt sind.

In einem Offenen Brief habe ich alle MdBs (außer AfD) angeschrieben.

Wer ebenfalls der Meinung ist, dass der weitere Einsatz von Waffen falsch ist, möge doch bitte auch schreiben.

Mit liebem Gruß

Ursula Mathern

 

Hier mein Offener Brief: 

NEIN zu „Einsatz bewaffneter deutscher Streitkräfte zur militärischen Evakuierung aus Afghanistan“

Sehr geehrte Damen und Herren,

wie Jürgen Grässlin heute berichtet, sind die Taliban mit ihrer Machtübernahme in Afghanistan in den Besitz eines riesigen Arsenals hochmoderner NATO-Waffen gelangt. Innerhalb weniger Tage fielen ihnen gewaltige Mengen Kriegsmaterial der US-Army und ihrer Verbündeten in die Hände. (file:///C:/Documents%20and%20Settings/User/Desktop/Friedensinitiative/21-08-23--NATO-WAFFEN-IN-TALIBAN-HAND__JG__ZC2.pdf

Auch deutsches Kriegsgerät steht ihnen zur Verfügung. „Seit Anfang 2002 bis heute wurden Rüstungsexporte für 418,8 Millionen Euro in das zentralasiatische Land genehmigt“. Letzte Ausfuhrerlaubnisse wurden noch 2021 erteilt, wie auf Zeit-online am 22.08.2021 zu lesen war.

Soviel Unverstand ist wirklich nicht mehr zu fassen. Wenn die Lage nicht so brandgefährlich wäre, könnte man schallend lachen über soviel ausgemachte Dummheit der selbst ernannten „westlichen Wertegemeinschaft“.

Nicht nur, dass dieser Krieg 2001 völkerrechtswidrig und mit verlogenen Begründungen angezettelt wurde, die damalige rot-grüne Regierung „uneingeschränkte Solidarität“ bekundete, und auch die seitherige schwarz-rote Regierung das Mandat – angeblich zum Schutz afghanischer Frauen und Mädchen - wieder und wieder verlängerte; nicht nur, dass dieser Krieg von Anfang an auch gegen die Zivilbevölkerung geführt wurde (Kundus ist nicht vergessen!), begreiflicherweise für zunehmenden Hass auf die westlichen Truppen sorgte und die Menschen den Taliban regelrecht in die Arme trieb; Nein, sie konnte den Hals auch mit Rüstungsexporten nicht voll kriegen, bringen die doch fette Profite; und beim schließlich beschlossenen Hals-über-Kopf-Abzug wurde nun auch noch modernstes Mordwerkzeug zurück gelassen.

Die amtierende Regierung war in der Lage, 22.500 Liter Bier und Wein aus Afghanistan auszufliegen (https://kurier.at/politik/ausland/bundeswehr-muss-22500-liter-bier-und-wein-aus-afghanistan-evakuieren/401402763 Aber sie war nicht imstande oder aus wahltaktischen Gründen nicht willens, ihre afghanischen Helfer u. a. rechtzeitig zu evakuieren. Prioritäten müssen schließlich gesetzt werden, was sich auch darin zeigte, dass bis vor kurzem – gegen alle Proteste – noch Flüchtlinge nach Afghanistan abgeschoben wurden.

In einem Bericht auf SWR 2 war heute Morgen zu hören, dass viele Menschen in muslimisch geprägten Ländern sich über den Sieg der Taliban freuen würden. .

Wer könnte es ihnen verdenken!

Afghanistan ist nicht der einzige, aber ein Punkt, an dem sich die Regierungspolitik – mindestens der letzten 20 Jahre - in ihrer ganzen Erbärmlichkeit zeigt.

 

Und nun, sehr geehrte Bundestagsabgeordnete, sollen Sie also am Mittwoch über den Antrag der Bundesregierung „Einsatz bewaffneter deutscher Streitkräfte zur militärischen Evakuierung aus Afghanistan“ abstimmen.

Ich kann Ihnen nur empfehlen, mit NEIN zu votieren.

Wer wollte schließlich „unsere SoldatINNen“, um die viele doch sonst so besorgt sind, der direkten Konfrontation mit mit modernsten Waffen ausgerüsteten Taliban aussetzen? – Ich an deren Stelle hätte jedenfalls keine Lust, für nichts und wieder nichts mein Leben zu riskieren.

Nun, so kurz vor den Bundestagswahlen stehen Sie allesamt noch einmal stärker als sonst unter Beobachtung. Ein JA im jetzigen Moment kann durchaus viele Stimmen kosten.

Also lehnen Sie den Antrag ab und fordern Sie stattdessen Verhandlungen mit den Taliban.

Mögen doch die bisher eifrigsten KriegsverfechterINNen nun mal in dieser Richtung ihr Geschick beweisen oder ansonsten höchstpersönlich in die Schlacht ziehen.

Ursula Mathern

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