
Liebe UnterstützerINNEN,
Ostern findet in diesem Jahr ohne bzw. mit virtuellen Ostermärschen statt, wobei natürlich zur Beteiligung aufgerufen wird.
Corona hält alles in seinem Bann, während an sehr vielen Orten Hilfsmittel fehlen, gerade auch Beatmungsgeräte.
Auch wenn ich nicht die erste war, die auf diese Idee kam, sondern es in Großbritannien bereits entsprechende praktische Initiativen gibt, habe ich gerade in einem Offenen Brief die Rüstungskonzerne angeschrieben und sie zur Umstellung ihrer Produktion aufgerufen: Beatmungsgeräte statt Kriegswaffen! als ersten Schritt zu einer umfassenden Konversion. (s. u.)
Ich freue mich, wenn Sie ebenfalls schreiben.
Im Anschluss daran möchte ich Sie noch auf 3 Dinge hinweisen.
Ich wünsche Ihnen von Herzen schöne Osterfeiertage!
Mit liebem Gruß
Ursula Mathern
Hier mein Brief:
An
Airbus Deutschland GmbH
Kreetslag 10
21129 Hamburg
publicaffairs.germany@airbus.com;
Diehl Defence GmbH & Co. KG
Alte Nußdorfer Straße 13
88662 Überlingen
Deutschland
pr@diehl-defence.com
Fr. Lürssen Werft GmbH & Co. KG
Zum Alten Speicher 11
28759 Bremen
defence@luerssen.de
Heckler & Koch
Heckler & Koch-Str. 1
78727 Oberndorf a.N.
hkinfoboard@heckler-koch-de.com;
Krauss-Maffei Wegmann GmbH & Co. KG
Krauss-Maffei-Strasse 11
D-80997 München
info@kmweg.de
MTU Aero Engines AG
Dachauer Straße 665
80995 München
info@mtu.de
RENK Aktiengesellschaft
Gögginger Str. 73
86159 Augsburg
info@renk.biz
Rheinmetall AG
Postfach 10 42 61
40033 Düsseldorf
info@rheinmetall.com
Rolls-Royce Power Systems AG
Maybachplatz 1
88045 Friedrichshafen
info@ps.rolls-royce.com
SIG SAUER GmbH & Co. KG
Sauerstraße 2-6
24340 Eckernförde
info@sigsauer.de
Thyssenkrupp Steel Europe AG
Kaiser-Wilhelm-Straße 100
47166 Duisburg
info.steel@thyssenkrupp.com
Offener Brief: Beatmungsgeräte statt Kriegswaffen!
Sehr geehrte Damen und Herren,
nichts wird während der Corona-Pandämie, die aktuell weltweit tobt, dringender gebraucht als Beatmungstechnik!
Wie Medien berichten, leitet Airbus im Vereinigten Königreich ein Konsortium, das die Produktion der überlebenswichtigen Maschinen ankurbeln will.
„Unter der Führung von Airbus haben sich vergangene Woche im Vereinigten Königreich fast 30 Unternehmen zu einem Konsortium zusammengefunden, das noch in dieser Woche mit der Herstellung von Beatmungsgeräten für den britischen Gesundheitsdienst NHS beginnen möchte. Mit dabei sind auch der Triebwerkshersteller Rolls Royce sowie die Luftfahrt- und Rüstungskonzerne BAE Systems und Thales…
Auch der brasilianische Flugzeughersteller Embraer arbeitet derzeit daran, die Verfügbarkeit von Ausrüstung zur Bekämpfung von Covid-19 in Brasilien erhöhen können. Die Maßnahmen umfassen unter anderem die Herstellung von Teilen für die Beatmungsgeräteindustrie…“
Und in den USA fordern Mitarbeitende von General Electric die Umstellung auf die Produktion von Beatmungsgeräten.
Also: Zeigen auch Sie, dass Sie fähig und willens sind Ihre Produktion umzustellen!
Ihr Image kann doch nur gewinnen, wenn Sie statt Tod bringender Waffen Beatmungsgeräte herstellen und dies als ersten Schritt betrachten hin zu einer umfassenden Konversion, nämlich lebensnotwendige Güter herzustellen.
Denn das haben die Menschen weltweit wie auch die Erde, unsere Lebensgrundlage, bitter nötig. Erst Recht angesichts der fundamentalen Krise, in der wir uns allesamt befinden, und von der Corona „nur“ ein – wenn auch sehr leidvoller und momentan alles dominierender – Teilaspekt ist.
Wir stehen, in einem Maß wie nie zuvor in der Geschichte, an einem Scheideweg! Leben und Zukunft für alle – oder - zunehmender Ausschluss, Barbarei, Zerstörung unserer Lebensgrundlagen, wobei letzterem auch Sie nicht entgehen werden. Auch die ungeheuren Profite, die in der Rüstungsindustrie gemacht werden, werden Ihnen dann nichts mehr nützen.
Wir haben die Wahl!
Entscheiden Sie sich für das Leben!
Und wenn Sie noch ein gutes Werk tun wollen, überlassen Sie die Beatmungsgeräte den Ländern, die sich aufgrund ihrer Armut am wenigsten gegen Corona wehren können, umsonst!
Ostern steht vor der Tür. Das Fest der Auferstehung. Lassen wir doch etwas davon Realität werden, indem wir alle miteinander Leben und Zukunft wählen.
Mit freundlichen Grüßen
Ursula Mathern
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Weitere Hinweise:
1. eine Petition von World Beyond War für einen globalen Waffenstillstand
2. Maas betont Willen zur Aufrüstung
Berlin/Brüssel. Die Bundesregierung will trotz Coronakrise ihre Zusagen an die NATO zur Erhöhung der Verteidigungsausgaben einhalten. »Was die Zwei-Prozent-Vorgaben angeht, gilt das, was wir bisher gesagt haben«, erklärte Außenminister Heiko Maas (SPD) am Donnerstag in Berlin vor einer Videokonferenz mit seinen 29 NATO-Kollegen. »Wir stehen zu unseren Zusagen.«
Angesichts des erwarteten Konjunktureinbruchs wegen der Coronakrise dürfte Deutschland dem Zwei-Prozent-Ziel zumindest in diesem Jahr automatisch ein Stück näher kommen – weil das BIP anders als in den letzten Jahren nicht weiter steigen, sondern fallen wird. (dpa/jW)
https://www.jungewelt.de/artikel/375822.maas-betont-willen-zur-aufr%C3%BCstung.html
3. Atommülltransport während Coronakrise
Der Bundestagsabgeordnete Hubertus Zdebel (Die Linke) erklärte am Montag zum Atomtransport des Urankonzerns Urenco von Gronau nach Russland:
Es ist unverantwortlich, dass Urenco selbst in der Coronakrise nicht auf die Uranmüllschiebereien von Gronau über Münster und Amsterdam (…) nach Russland verzichtet. Auch wenn es bei solchen Transporten mit radioaktivem, hochgiftigem Uranhexafluorid aus den Produktionsabfällen von Urenco nicht zu einem Unfall kommt, sind Sicherheitskräfte der Polizei und Transportarbeiter bei der Abfertigung und Durchführung dieser riskanten Transporte im Einsatz. So was sollte man den ohnehin schon belasteten Menschen in dieser Zeit nicht zusätzlich zumuten. Diese Transporte sind absurd: Das Anreicherungsunternehmen Urenco schickt abgereichertes Uran zur vermeintlichen Anreicherung nach Russland! Faktisch aber geht es darum, große Mengen von Uranmüll dauerhaft nach Russland zu exportieren, statt diesen in Deutschland endzulagern.
https://www.jungewelt.de/artikel/376088.atomm%C3%BClltransport-w%C3%A4hrend-coronakrise.html