
Ursula MathernMerxheim, Germany
Jan 19, 2018
Rüstungsexporte in Krisengebiete und Probleme in der Lieferkette
achtlos. aufrüsten. ausbeuten.
Dachverband, urgewald und die Christliche Initiative Romero thematisieren problematische Geschäftspraktiken von Thyssenkrupp auf der Hauptversammlung am 19. Januar in Bochum.
Achtlos: Wegen Korruptionsvorwürfen droht der Verkauf von drei U-Booten an Israel zu platzen. Der Vertriebspartner von thyssenkrupp in Israel, Miki Ganor, soll hochrangige Regierungsbeamte bestochen haben, um den Auftrag für Thyssenkrupp zu sichern. Aktuell laufen die internen Ermittlungen noch, die Geschäftsbeziehungen zu Herrn Ganor sind ausgesetzt worden. Wann wird das Einsammeln von Aufträgen gegen Schmiergeldzahlungen bei Thyssenkrupp endlich ein Ende finden?
Aufrüsten: Im Wettstreit um neue Rüstungsaufträge hält Thyssenkrupp die Beziehungen zu Regimen aufrecht, die Menschenrechte mit Füßen treten. So liefert Thyssenkrupp aktuell Kriegsschiffe und U-Boote an Länder wie Ägypten oder die Türkei. Im Sommer wurde der ägyptischen Marine ein U-Boot übergeben, zwei weitere sollen folgen. Dies sorgt für Kritik, da der Militärmachthaber Al-Sisi harsch gegen jede Art von Opposition im eigenen Land vorgeht. Darüber hinaus beteiligt sich die ägyptische Marine an der Seeblockade gegen den Jemen. Die von Seuchen und Hunger geplagte Bevölkerung wird dadurch von dringend benötigter Nahrungsmittelzufuhr abgeschnitten. Auch an der Kooperation mit der Türkei wird weiter festgehalten. Trotz der menschenrechtsverletzenden Politik der türkischen Regierung unter Erdogan will Thyssenkrupp die Zusammenarbeit gerne weiter ausbauen und bewirbt sich gemeinsam mit dem staatlich kontrollierten türkischen Partner STM um U-Bootaufträge für Indonesien. Keine Skrupel beim Aufrüsten von Krisenregionen!
Ausbeuten: Ungeachtet der politischen Krise in Burundi will Thyssenkrupp Seltene Erden aus diesem Land als exklusiver Vertriebspartner verkaufen.2015 wurde ein entsprechender Vertrag geschlossen. Dabei steckt der ostafrikanische Staat mitten in einer schweren politischen Krise: Seit Jahren nehmen die Repressionen gegenüber Kritikern der Regierung zu. Die deutsche Bundesregierung suspendierte deswegen alle Aktivitäten der direkten bilateralen Entwicklungszusammenarbeit mit der Regierung in Burundi. Andere Geberländer innerhalb der Europäischen Union (EU) trafen vergleichbare Maßnahmen. Thyssenkrupp hält trotzdem an seinem Vertrag fest – ohne ihn an klare Konditionen wie den Schutz von Menschenrechten und der Einhaltung rechtsstaatlicher Prinzipien zu binden. Gewinne sind dem Konzern auch hier wichtiger als menschenrechtliche Sorgfaltspflichten.
(Quelle: Newsletter der Kritischen Aktionäre vom 19.01.2018
dachverband@kritischeaktionaere.de , www.kritischeaktionaere.de)
Der Dachverband der Kritischen Aktionäre hat einen entsprechenden Gegenantrag für die HV formuliert.
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