Zukunfts-Fleisch jetzt! Die Schweiz soll die Entwicklung von künstlichem Fleisch fördern!

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Sehr geehrte National- und Ständeräte,

Wir fordern, dass die Forschung und Herstellung für künstliches Fleisch in der Schweiz energisch gefördert wird!

Eine Umstellung auf kultiviertes Fleisch löst zahlreiche Probleme der derzeitigen industriellen Tierhaltung: Statt Tiere grosszuziehen und nach einem Bruchteil ihrer natürlichen Lebenserwartung zu schlachten, wachsen tierische Zellen in einem Nährmedium zu verzehrbarem Muskelgewebe heran. Dieser Prozess spart Ressourcen, schont das Klima und hat enormes Potential, tierisches und menschliches Leid zu reduzieren.

Die Gründe für unsere Anliegen sind:

  1. Ernährungssicherheit: Derzeit werden 35% der globalen Getreideproduktion an Nutztiere verfüttert, was zu steigenden Weltmarktpreisen beiträgt.[1] Das trifft vor allem die ärmsten Menschen der Welt.[2] Gleichzeitig sind 793 Mio. Menschen permanent unterernährt und über 8.000 Kinder sterben täglich an den Folgen.[3]

  2. Lokale Lebensmittelsicherheit: Heute kann nicht alles Fleisch, das in der Schweiz konsumiert wird, auch in der Schweiz hergestellt werden. Künstlich hergestelltes Fleisch wird dazu beitragen, den Proteinbedarf der Schweizer Bevölkerung autark zu decken ohne den Import von Soja aus ehemaligen brasilianischen Regenwaldflächen.

  3. Umweltschutz: Der Konsum tierischer Lebensmittel trägt zur globalen Erwärmung bei. Rund 15% aller Treibhausgasemissionen weltweit sind auf die landwirtschaftliche Tierhaltung zurückzuführen – das entspricht dem gesamten Transportsektor inklusive Flugverkehr.[4,5]

  4. Frischwasser: Die industrielle Tierhaltung beantsprucht grosseTeile der knappen Frischwasserreserven. Diese Abwässer sind für rund 33% der Stickstoff- und Phosphorverschmutzung, 50% aller Antibiotikarückstände sowie 37% der giftigen Schwermetall- und Pestizidkontaminationen verantwortlich.[4]

  5. Gesundheit: Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) schätzt die zunehmende Antibiotikaresistenz von Krankheitserregern als eine der grössten Bedrohungen der globalen Gesundheit von Mensch und Tier ein.[6] Als eine der Hauptursachen gilt der grossflächige Einsatz von Antibiotika in der industriellen Tierhaltung, da sich in einer solchen Umgebung vor allem resistente Erreger vermehren.[7]

  6. Tierschutz: Jedes Jahr werden in der Schweiz 300'000 Tonnen Fleisch aus mehreren Millionen Landtieren gewonnen und zusätzlich noch Fleisch importiert, was einem jährlichen Pro-Kopf-Konsum von 51,35 kg entspricht, bzw. einem wöchentlichen Fleischkonsum von etwa 1kg Fleisch pro Person[10]. Das Tierschutzgesetz alleine garantiert diesen Tieren leider keinen umfassenden Schutz, obschon an deren Empfindungsfähigkeit kein Zweifel besteht.[8,9] 

  7. Vorreiterrolle: Die Schweiz hat bereits die höchste Dichte an Biotechologie-Unternehmen weltweit mit ihren Zentren in Genf, Basel und Zürich [11]. Sie hat daher optimale Standardvoraussetzungen um in diesem Gebiet eine Vorreiterrolle einzunehmen. Weltweit steigt die Nachfrage nach Fleisch, trotz der zunehmen sichtbaren negativen Folgen für Mensch, Tiere und Umwelt. In diesem Fall könnte die Schweiz somit historisch wichtige Meilensteine bei der Lösung drängender globaler Probleme wie Klimawandel, Ernährungssicherheit, Gesundheit und dem moralischen Umgang mit Tieren beitragen!

Alle Probleme, die mit der industriellen Tierhaltung einhergehen, würden durch die Umstellung auf kultiviertes Fleisch vermindert oder gar gelöst – ohne Ernährungsumstellung, ohne die Bevormundung der Bevölkerung. Bereits geringe Marktanteile würden Millionen von Tieren viel Leid bei der Zucht, Haltung und Schlachtung ersparen. So würden wir weitreichende Fortschritte in den Bereichen Umweltschutz und einer tatsächlich tierfreundlichen Landwirtschaft erzielen, die auch in unserer Verfassung verankert sind [12].

Bis künstliches Fleisch mit der heutigen landwirtschaftlichen Fleischproduktion konkurrieren kann, müssen noch viele technologische, legale und finanzielle Hürden überwunden werden. Weitere Forschungsarbeit wird derzeit vor allem durch fehlende finanzielle Mittel behindert. Im Gegensatz zu anderen Ländern [13] gibt es in der Schweiz beispielsweise kein nationales Förderprogramm für kultiviertes Fleisch, obwohl diese Innovation zahlreiche Probleme auf einen Schlag eindämmen könnte und der Schweiz eine führende Position in diesem vielversprechenden Markt verschaffen könnte.

Kultiviertes Fleisch ist von einer Utopie zu einer technischen Möglichkeit geworden, die einige der tiefgreifendsten Probleme unserer Gesellschaft mindern wird.
Wir fordern Sie daher auf, die Forschung und Entwicklung dieser Technologie in der Schweiz systematisch mit Geldern und wirtschaftlichen Anreizen zu fördern!

 

Wir schliessen mit den Worten eines Visionärs:

We shall escape the absurdity of growing a whole chicken in order to eat the breast or wing, by growing these parts separately under a suitable medium.
(Winston Churchill, Premierminister Grossbritanniens im 2. Weltkrieg)

 

 

 

---- Quellen


[1] United States Department of Agriculture (USDA). Global Agricultural Supply and Demand: Factors Contributing to the Recent Increase in Food Commodity Prices. http://www.ers.usda.gov/publications/wrs-international-agriculture-and-trade-outlook/wrs-0801.aspx
[2] Hüsser, A., Meienberg, F. & Künzle, M. (2010). Fleisch – weniger ist mehr. https://issuu.com/erklaerungvbern/docs/doku-fleisch-weniger-ist-mehr
[3] FAO, IFAD & WFP. The State of Food Insecurity in the World 2015. http://www.fao.org/3/a4ef2d16-70a7-460a-a9ac-2a65a533269a/i4646e.pdf
[4] Food and Agriculture Organization (FAO). Tackling Climate Change through Livestock: A Global Assessment of Emissions and Mitigation Opportunities. http://www.fao.org/docrep/018/i3437e/i3437e.pdf
[5] OECD, International Transport Forum. Reducing Transport Greenhouse Gas Emissions. http://www.internationaltransportforum.org/Pub/pdf/10GHGTrends.pdf
[6] Andremont, A. WHO. What to do about resistant bacteria in the food-chain? http://www.who.int/bulletin/volumes/93/4/15-030415/en/
[7] WHO. Antibiotic resistance. http://www.who.int/mediacentre/factsheets/antibiotic-resistance/en/ 
[8] Low, P., Panksepp, J., Reiss, D., Edelman, D., Van Swinderen, B., Koch, C.. The cambridge declaration on consciousness. 
[9] European Commission. Animal welfare. http://ec.europa.eu/food/animals/welfare/index_en.htm
[10] Bundesamt für Statistik. Fleischbilanz 2015.
[11] Biotechnologie.de. Länder im Fokus: Biotechnologie in der Schweiz https://www.biotechnologie.de/BIO/Navigation/DE/Hintergrund/laender-im-fokus,did=98450.html
[12] Schweizerische Eidgenossenschaft. Bundesverfassung Schweiz, siehe Art. 74 und Art. 104 https://www.admin.ch/opc/de/classified-compilation/19995395/index.html
[13] Institut für Technikfolgenabschätzung und Systemanalyse, Karlsruher Institut für Technologie. In-Vitro-Fleisch Innovatoren. http://invitrofleisch.info/projekt/innovatoren/



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