
Brigitte SommerGermany
Feb 16, 2017
Hallo liebe Unterstützer,
aus Richtung des Landratsamtes kennen wir solche Sprüche ja schon. Nun behauptet der Präsident des Landesjagdverbandes, Frank Conrad in einem Interview mit dem MDR: "Die Petition mit den über 90.500 Unterzeichnern zeigt, dass sich viele Menschen äußern, die sich nicht auskennen. Meist sind es Leute aus der Stadt, die nicht viel Ahnung von der Lebenswirklichkeit auf dem Land haben."
http://www.mdr.de/sachsen/bautzen/problemwolf-pumpak-abschussgenehmigung-laeuft-aus-100.html
Das ist ein starkes Stück, zeigt es doch den Realitätsverlust, in dem sich wohl 90 % der Jäger befinden. Dabei bin ich als so genannter Realo nicht einmal von vorne herein gegen die Jagd an sich. Mit der Einstellung der Ökojäger kann ich persönlich ganz gut leben. Ich würde auch Wildfleisch essen, denn im Gegensatz zu unseren Nutztieren, lebt Wild weitestgehend artgerecht. Die Art und Weise der Tötung lässt mich allerdings darauf verzichten. Waidgerecht? Fehlanzeige. Die Jäger reden viel und gerne von hegen und pflegen, doch schaut man sich Jägermedien oder Blogs, wie z. B. den der "Wilddiebe" genauer an, kann ein normal veranlagter Mensch nur Schock empfinden. Diese Leute töten aus purer Lust. Ihr "Hobby" wird von Firmen, die Waffen, Nachtsichtgeräte und ähnliches herstellen, auch noch gesponsort. Unlängst posteten die Jungjäger ein Bild von einem Wildschein mit halb abgeschossenen Kopf, das erst einen Tag später durch eine Nachsuche mit Hund von seiner Pein erlöst wurde. Dieses Wildschwein, litt 24 Stunden unter höchster Agonie, während es sich diese Jäger gut gehen ließen. Wir Unterzeichner wissen mehr, als der Jägerschaft lieb sein dürfte: Ich kenne so genannte Kirr- und Luderplätze, und ich weiß auch wo man sie im Wald findet. Das Thema "Anfüttern" ist etwas, für das die Jägerschaft höchst selbst sorgt. Zudem liegt auf solchen Plätzen auch noch alles mögliche herum, wie Glasscherben, Müll, und alte Knochen, die vom "Ludern" übrig bleiben.
Tom Schulze Helmke hat den MDR-Beitrag so kommentiert:
"Super Idee. Den Stadtkindern mal eine frisch ausgelegte Jagdstrecke zeigen. Zum Thema Futterknappheit: Hat der DJV nicht gerade ein neues Rekordergebnis vermeldet?! Die Petition mit über 93.000 Unterzeichnern zeigt erst mal, dass Teile der Jägerschaft noch nicht begriffen haben in welchem Jahrhundert wir leben. Die Zeiten der Alleinherrschaft über die Natur sind wohl endgültig vorbei. Naturschutz ist schon lange eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Beim Wolf geht es um nicht weniger als um die Frage: Ist Natur nur etwas was für uns zum Ausnutzen da ist oder hat die Natur einschließlich ihrer für uns nicht nutzbaren Tiere ein eigenes Existenzrecht das wir respektieren müssen? Wir haben für uns diese Frage mit "Der Wolf gehört nicht ins Jagdrecht" beantwortet. Facebookgruppe "Schützt die Wölfe"."
Und wie sieht die Lebenswirklichkeit auf dem Land aus? Weite Felder mit Monokultur, dazu glyphosatverseucht. Warum wohl, zieht es viele Wildtiere immer mehr in Städte? Dabei stehen die meisten Nutztiere nicht artgerecht auf der Weide, sondern im Massentierhaltung in Ställen. Und die Tiere, die tatsächlich das Glück haben, auf der Weide zu stehen, kann man schützen. Der Schutz wird sogar teilweise vom Staat finanziert. Hilfen beim Aufbau gibt es auch: Wikiwolves. Und es ist ja nicht so, dass die Nutztiere totgestreichelt werden würden. Am Ende ihres Lebens ist der Schlachthof. Ein waidgerecht geschossenes Wildtier hat neben einem schöneren Leben auch weniger leidvolles Ende. Das Problem ist nur, dass das Verhalten der Jägerschaft zu einem massiven Vertrauensverlust in der Bevölkerung führt. Aussagen wie die des Herrn Conrad, werden die Forderungen nach einer Jagdreform mit mehr Kontrollen noch befeuern. Auch mit dem Problem der Wilderei in den eigenen Reihen hat der Verband eigentlich genug zu tun.
Schreibt dem Herrn Conrad Eure Meinung:
info@jagd-sachsen.de
Herzliche Grüße
Brigitte Sommer
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