Wir fordern die Untersuchung von Hunderten von gemeldeten Beweisen für Folter in Belarus


Wir fordern die Untersuchung von Hunderten von gemeldeten Beweisen für Folter in Belarus
Проблема
Am 12. November starb der 31-jährige Roman Bondarenko an seinen Verletzungen. Unbekannte maskierte Männer hielten ihn gestern in der Nähe des „Peremen-Platzes“ in Minsk fest und brachten ihn in einem Kleinbus zur Zentralen Bezirksabteilung für Innere Angelegenheiten von Minsk. Dies ist mindestens der vierte Mord, von dem wir wissen.
Bisher wurden noch keine Verfahren wegen Verbrechen eröffnet, die von Sicherheitskräften vom 9. bis 11. August 2020 oder in den darauffolgenden Monaten an Zivilisten begangen wurden.
Im Gegenteil: Anstatt gerechte juristische Aufarbeitung zu erhalten, werden die Opfer verfolgt.
Wir, Freiwillige und Journalisten, das Team des Medienprojekts August2020, fordern eine gründliche und unparteiische Untersuchung dieser Verbrechen. Wir sind diejenigen, die sagen können, dass Menschen brutaler Gewalt ausgesetzt waren. Gemeinsam mit belarussischen und internationalen Menschenrechtsaktivisten sammeln und veröffentlichen wir – mit Zustimmung der Opfer – Beweise für Folter und Misshandlung.
Wir nehmen die Zeugenaussagen der Opfer auf, sammeln ihre medizinischen Berichte, kommunizieren PERSÖNLICH mit den Opfern und drucken keine Gerüchte.
Es gibt Aussagen zu vielen dieser Verbrechen in Strafverfolgungsbehörden, aber aus irgendeinem Grund wurden sie noch nicht rechtlich bewertet.
Der Vorsitzende des Rates der Republik Kotschanowa hat die Belarussische Staatliche Universität und der Vize-Innenminister Kasakewitsch die Staatliche Linguistische Universität Minsk besucht. Sie trafen sich mit Studenten und sagten ihnen entweder, dass es keine Beweise für brutale Gewalt gebe oder dass die Gewalt notwendig sei. Das Ziel dieser Propaganda besteht darin, Vorgefallenes zu kaschieren oder zu rechtfertigen.
Sie müssen kein Untersuchungsführer sein, um sich nach der Analyse des Gelesenen zum Beispiel die folgenden Fragen zu stellen:
- Warum sollte eine Person, die das Abführen in ein Gefangenenlager sogar duldet, in Gewahrsam gezwungen werden, eine Flagge „zum Abendessen“ zu essen? Wen straft der Strafverfolgungsbeamten in diesem Moment?
- Warum musste ein Mann, der ein weißes Armband trug, an diesem Armband die ganze Nacht kauen? Nur weil weiß und rot als Zeichen des Widerstands gesehen werden. Er wurde bereits festgenommen, in das Gefangenenlager gebracht, er ist unbewaffnet, wehrlos und kann nicht entkommen. Aber ihn die ganze Nacht Plastik essen zu lassen – welches Gesetz rechtfertigt das? Welchen „Schutz vor Angriffen“ gab dies den Sicherheitskräften?
- Warum sollten Männer auf engem Raum in die Leistengegend geschlagen werden, bis sie in Ohnmacht fallen und vor Schmerzen urinieren? Welche Art von Aggression „stießen“ die Sicherheitskräfte damit ab?
- Warum bestreiten Sie die VERGEWALTIGUNGEN, wenn ein junger Mann eine „intramuskuläre Blutung (3 Herde) einer Rektalampull“ hat? Dutzende von Menschen wurden auch systematisch mit Vergewaltigung bedroht: Damals wurden ihre Hosen aufgeschnitten, die Sicherheitskräfte streiften ein Kondom über den Schlagstock und drohten damit, es anal einzuführen, wenn Gefangene ihre Handys nicht entsperrten. Wir kennen auch einige Vergewaltigungen an Mädchen, die nicht nur mit Stöcken, sondern mit Flaschen durchgeführt wurden.
- Wir betonen: Es gibt echte Beweise für Folter. Echte Fakten. Echte medizinische Berichte. Es gibt viele Beweise, über die sich die Opfer einig sind. Sie erinnern sich an Menschen, die besonders grausam zu den Gefangenen waren, sowie an die Haft- und Behandlungsbedingungen. Warum spricht kein Beamter darüber? Warum sucht man nicht nach Tätern?
Auch wenn Sie nicht persönlich an der Untersuchung beteiligt sind, lesen Sie die Aussagen der Opfer auf der Website August2020. Hier können Sie bereits mehr als 100 Geschichten von Menschen lesen, die von den Aktionen der Sicherheitskräfte betroffen sind. In Minsk, Brest, Grodno, Masyr, Borisow.
Aus völkerrechtlicher Sicht ist Folter eine grobe Verletzung der Menschenrechte und kann durch keinen Umstand gerechtfertigt werden. Folter ist nach der nationalen Gesetzgebung von Belarus ebenfalls illegal. Nach Artikel 128 des Strafgesetzbuches wird Folter mit Freiheitsentzug von sieben bis 25 Jahren oder mit lebenslanger Haft oder mit der Todesstrafe bestraft. Es ist ein Verbrechen ohne Verjährungsfrist.
Auch jetzt noch scheuen sich viele Menschen, deren Zeugnisse gesammelt werden davor, in der Öffentlichkeit das Wort zu ergreifen. Dutzende von Menschen haben aus Angst vor Verfolgung bereits das Territorium von Belarus verlassen. Aber wir wissen, dass die meisten Opfer nach den Präsidentschaftswahlen im August friedliche Menschen sind. Einige von ihnen waren gar keine Demonstranten, sondern fielen zufällig in die Hände von Sicherheitskräften: jemand ging Zigaretten holen, jemand ging mit einem Hund spazieren, jemand kam von der Arbeit nach Hause.
Wir sind zuversichtlich, dass diese Verbrechen gegen das eigene Volk eines Tages vor den Gerichten des neuen Belarus und auf internationaler Ebene untersucht werden. Und es wird bald passieren. Und Sie, diejenigen, die immer noch verantwortungsvollen Positionen innehaben, können eine historische Rolle für Ihr Land spielen, indem Sie Ihr Bestes tun um sicherzustellen, dass all diese Fakten untersucht werden.
Wir fordern eine vollständige, gründliche, transparente und unparteiische Untersuchung dieser Verbrechen.
(!) Wir appellieren an alle Studenten, Arbeiter, Angestellten, zu denen Beamte mit Präventivgesprächen kommen werden. Wählen Sie einige wenige Geschichten vom August2020 aus, drucken Sie sie aus und geben Sie sie ihnen persönlich.
Bitte unterschreiben Sie unsere Petition und erzählen Sie Ihren Freunden und Kollegen davon.
Team des August2020-Projekts

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Am 12. November starb der 31-jährige Roman Bondarenko an seinen Verletzungen. Unbekannte maskierte Männer hielten ihn gestern in der Nähe des „Peremen-Platzes“ in Minsk fest und brachten ihn in einem Kleinbus zur Zentralen Bezirksabteilung für Innere Angelegenheiten von Minsk. Dies ist mindestens der vierte Mord, von dem wir wissen.
Bisher wurden noch keine Verfahren wegen Verbrechen eröffnet, die von Sicherheitskräften vom 9. bis 11. August 2020 oder in den darauffolgenden Monaten an Zivilisten begangen wurden.
Im Gegenteil: Anstatt gerechte juristische Aufarbeitung zu erhalten, werden die Opfer verfolgt.
Wir, Freiwillige und Journalisten, das Team des Medienprojekts August2020, fordern eine gründliche und unparteiische Untersuchung dieser Verbrechen. Wir sind diejenigen, die sagen können, dass Menschen brutaler Gewalt ausgesetzt waren. Gemeinsam mit belarussischen und internationalen Menschenrechtsaktivisten sammeln und veröffentlichen wir – mit Zustimmung der Opfer – Beweise für Folter und Misshandlung.
Wir nehmen die Zeugenaussagen der Opfer auf, sammeln ihre medizinischen Berichte, kommunizieren PERSÖNLICH mit den Opfern und drucken keine Gerüchte.
Es gibt Aussagen zu vielen dieser Verbrechen in Strafverfolgungsbehörden, aber aus irgendeinem Grund wurden sie noch nicht rechtlich bewertet.
Der Vorsitzende des Rates der Republik Kotschanowa hat die Belarussische Staatliche Universität und der Vize-Innenminister Kasakewitsch die Staatliche Linguistische Universität Minsk besucht. Sie trafen sich mit Studenten und sagten ihnen entweder, dass es keine Beweise für brutale Gewalt gebe oder dass die Gewalt notwendig sei. Das Ziel dieser Propaganda besteht darin, Vorgefallenes zu kaschieren oder zu rechtfertigen.
Sie müssen kein Untersuchungsführer sein, um sich nach der Analyse des Gelesenen zum Beispiel die folgenden Fragen zu stellen:
- Warum sollte eine Person, die das Abführen in ein Gefangenenlager sogar duldet, in Gewahrsam gezwungen werden, eine Flagge „zum Abendessen“ zu essen? Wen straft der Strafverfolgungsbeamten in diesem Moment?
- Warum musste ein Mann, der ein weißes Armband trug, an diesem Armband die ganze Nacht kauen? Nur weil weiß und rot als Zeichen des Widerstands gesehen werden. Er wurde bereits festgenommen, in das Gefangenenlager gebracht, er ist unbewaffnet, wehrlos und kann nicht entkommen. Aber ihn die ganze Nacht Plastik essen zu lassen – welches Gesetz rechtfertigt das? Welchen „Schutz vor Angriffen“ gab dies den Sicherheitskräften?
- Warum sollten Männer auf engem Raum in die Leistengegend geschlagen werden, bis sie in Ohnmacht fallen und vor Schmerzen urinieren? Welche Art von Aggression „stießen“ die Sicherheitskräfte damit ab?
- Warum bestreiten Sie die VERGEWALTIGUNGEN, wenn ein junger Mann eine „intramuskuläre Blutung (3 Herde) einer Rektalampull“ hat? Dutzende von Menschen wurden auch systematisch mit Vergewaltigung bedroht: Damals wurden ihre Hosen aufgeschnitten, die Sicherheitskräfte streiften ein Kondom über den Schlagstock und drohten damit, es anal einzuführen, wenn Gefangene ihre Handys nicht entsperrten. Wir kennen auch einige Vergewaltigungen an Mädchen, die nicht nur mit Stöcken, sondern mit Flaschen durchgeführt wurden.
- Wir betonen: Es gibt echte Beweise für Folter. Echte Fakten. Echte medizinische Berichte. Es gibt viele Beweise, über die sich die Opfer einig sind. Sie erinnern sich an Menschen, die besonders grausam zu den Gefangenen waren, sowie an die Haft- und Behandlungsbedingungen. Warum spricht kein Beamter darüber? Warum sucht man nicht nach Tätern?
Auch wenn Sie nicht persönlich an der Untersuchung beteiligt sind, lesen Sie die Aussagen der Opfer auf der Website August2020. Hier können Sie bereits mehr als 100 Geschichten von Menschen lesen, die von den Aktionen der Sicherheitskräfte betroffen sind. In Minsk, Brest, Grodno, Masyr, Borisow.
Aus völkerrechtlicher Sicht ist Folter eine grobe Verletzung der Menschenrechte und kann durch keinen Umstand gerechtfertigt werden. Folter ist nach der nationalen Gesetzgebung von Belarus ebenfalls illegal. Nach Artikel 128 des Strafgesetzbuches wird Folter mit Freiheitsentzug von sieben bis 25 Jahren oder mit lebenslanger Haft oder mit der Todesstrafe bestraft. Es ist ein Verbrechen ohne Verjährungsfrist.
Auch jetzt noch scheuen sich viele Menschen, deren Zeugnisse gesammelt werden davor, in der Öffentlichkeit das Wort zu ergreifen. Dutzende von Menschen haben aus Angst vor Verfolgung bereits das Territorium von Belarus verlassen. Aber wir wissen, dass die meisten Opfer nach den Präsidentschaftswahlen im August friedliche Menschen sind. Einige von ihnen waren gar keine Demonstranten, sondern fielen zufällig in die Hände von Sicherheitskräften: jemand ging Zigaretten holen, jemand ging mit einem Hund spazieren, jemand kam von der Arbeit nach Hause.
Wir sind zuversichtlich, dass diese Verbrechen gegen das eigene Volk eines Tages vor den Gerichten des neuen Belarus und auf internationaler Ebene untersucht werden. Und es wird bald passieren. Und Sie, diejenigen, die immer noch verantwortungsvollen Positionen innehaben, können eine historische Rolle für Ihr Land spielen, indem Sie Ihr Bestes tun um sicherzustellen, dass all diese Fakten untersucht werden.
Wir fordern eine vollständige, gründliche, transparente und unparteiische Untersuchung dieser Verbrechen.
(!) Wir appellieren an alle Studenten, Arbeiter, Angestellten, zu denen Beamte mit Präventivgesprächen kommen werden. Wählen Sie einige wenige Geschichten vom August2020 aus, drucken Sie sie aus und geben Sie sie ihnen persönlich.
Bitte unterschreiben Sie unsere Petition und erzählen Sie Ihren Freunden und Kollegen davon.
Team des August2020-Projekts

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Петиция создана 26 ноября 2020 г.