Sterilisation statt Tötung von Nutrias


Sterilisation statt Tötung von Nutrias
Das Problem
Einst als Pelzlieferanten aus Südamerika eingeführt, und dann teilweise auch lokal aufgrund ökologischer Vorteile ausgewildert, fühlen sich Nutrias seit Jahrzehnten in unseren Gewässern heimisch.
Sie verdrängen unbeliebte Arten wie Ratten, oder auch die aus Nordamerika stammende Bisamratte, deren Höhlensystem sehr aufwendig, und aus wasserwirtschaftlicher Sicht als schädlich eingestuft wird. Leider werden diese beiden Arten sehr oft verwechselt.
Mit anderen heimischen Tieren, wie Wasservögeln und Bibern, leben sie friedlich zusammen. Sie ernähren sich sowohl von Pflanzen an der Uferböschung, als auch von der sogenannten Wasserpest. Es wurde bereits anderorts beobachtet, dass sich durch Verbiss der Vegetation, sowohl Brutplätze für einige Vogelarten, als auch die Wasserqualität, in Form von erhöhtem Sauerstoffgehalt verbesserten, was zu größeren Fischbeständen führte. Dies wiederum bot ein besseres Nahrungsangebot für weitere Tiere. Die Nutrias tragen also in einigen Gebieten aktiv zur Artenvielfalt bei.
Nutrias bauen, im Gegensatz zur Bisamratte, keine verzweigten Tunnelkanäle mit mehreren Eingängen, sondern nutzen vielmehr bereits vorhandene Bauten dieser, oder ähnliche Gegebenheiten. Eigene Höhlen werden, wenn notwendig, in geradem Weg, über der Wasseroberfläche gegraben, und wenn sie von dort nicht vertrieben werden, dauerhaft bewohnt.
Sie leben im Familienverband, oftmals bestehend aus einem Alphamännchen, mehreren adulten und subadulten männlichen und weiblichen Tieren. Fremden Artgenossen gegenüber verhalten sie sich territorial, was also eine Ansiedlung weiterer Nutrias unmöglich macht. Sie sind nicht, wie oft angenommen wird, mit Ratten verwandt, sondern aus der Gattung der Meerschweinchen. Die Geburtenrate wird dem Nahrungs-und Platzangebot angepasst. Die Tragzeit beträgt 4,5 Monate, sodass sie maximal 2x im Jahr werfen könnten, wobei die Sterberate der Jungtiere im ersten Lebensjahr bei 80% liegt. Von einer explosionsartigen Vermehrung kann also keineswegs ausgegangen werden. Füchse, Krähen und größere Raubvögel sind zudem natürliche Fressfeinde.
Zur Befestigung von Ufern, ist eine Bejagung der Nutrias, bei allen Vorteilen, die sie mitbringen, demnach oft völlig sinnlos und zudem kontraproduktiv, da man kaum alle Tiere bekommen wird, und verbleibender Bestand mit erhöhter Reproduktion reagiert. Durch den Druck der Bejagung wandern sie ab und müssen neue Höhlen bauen. Somit bewirkt man genau das Gegenteil.
Dr Samuele Venturini, ein italienischer Biologe, hat bereits seit über 10 Jahren die Population verschiedener Gewässer durch ein Sterilisationsprojekt im Griff. Durch diese Methode kann man sich die positiven Eigenschaften der Tiere weiterhin zu Nutzen machen. Es wurde bei diesen Projekten außerdem beobachtet, dass selbst kastrierte Männchen ihr Revier verteidigen, sodass mit keiner weiteren Zuwanderung gerechnet werden muss.Durch die monogmame Lebensweise kann man die Tiere als Platzhalter einsetzen, und Vermehrung der eigenen Population vermeiden.
In Übach-Palenberg, im Stadtteil Zweibrüggen, sind Nutrias seit vielen Jahren am Wurmufer ansässig. In diesem Jahr konnte ich erstmals ein Weibchen beobachten und fotografisch begleiten, welches im Schlossweiher von Zweibrüggen einen 5er Wurfes großgezogen hat.
Während des Hochwassers, was nicht nur in vielen Orten Deutschlands gewütet hat, war auch Zweibrüggen betroffen. Die Wurm lief meterweit mit hoher Fließgeschwindigkeit in umliegende Wiesen, Straßen und Häuser. Dabei sind die Jungtiere Richtung Wurmufer abgetrieben, und vorübergehend dort geblieben.
Mit Erschrecken musste ich dann feststellen, dass genau dort zwei Fallen aufgestellt wurden. Die Wurm hat durch dieses Jahrhunderthochwasser an einigen Stellen Böschung lassen müssen. Man führe sich jedoch noch einmal vor Augen, dass an anderen Orten ganze Häuser verschwunden sind, weil sich kleine Flüsse teilweise verzehnfacht haben. Wie kann dann hier die erste Amtshandlung die Ausmerzung der Nutrias sein? Arbeiten an der Böschung wurden keine vorgenommen.
Es wurde über Jahrzehnte an Flussbetten und -verläufen rumgebastelt. Nach einer Begradigung der Wurm wurde eine Verbreiterung unmittelbar vor Zweibrüggen geschaffen, die aber bitte in Zweibrüggen wieder schmal werden soll, damit sie dann nach Frelenberg nochmal breit werden darf und mit der hohen Geschwindigkeit bei Hochwasser aber dann wieder durch ein Nadelöhr unterirdisch durch die Stadt Geilenkirchen laufen soll. Dafür, dass das bei solchen Wassermassen, wie wir sie hatten, nicht funktioniert, und sich das Wasser neuen Platz geschaffen hat, können die Nutrias rein gar nichts. Und vorallem nicht diese kleine Familie, die ihren Bau gar nicht dort hat, sondern vorübergehend dort hingetrieben wurde.
In der Vergangenheit war das Aufbauen von Fallen zu Fängen falscher Art (zB Enten) gekommen, und Überprüfungen in zu Großen Abständen (1x in 24Stdn ist gesetzlich vorgeschrieben) war die Ursache, dass wilde Tiere stundenlang in Panik waren, weil sie in der Falle saßen. Die Nutriafamilie wurde nicht erwischt, und ist wieder in ihrem "Elternhaus" im Schlossgraben, und ist damit erst recht keine Bedrohung für das Wurmufer. Nun hat die Stadtverwaltung Übach-Palenberg dem Wasserverband Eifel-Ruhr die Erlaubnis erteilt, die Fallen dort aufzustellen.
Ich fordere den Wasserverband Eifel-Rur und die Stadtverwaltung Übach-Palenberg auf, sich endlich die ethisch vertretbare, erprobte, und ökologisch nachhaltige Methode, nämlich die Sterilisation, als Vorbild zu nehmen, und das sinnlose Töten der Tiere zu stoppen. Nutrias fallen in NRW nicht unter das Jagdrecht, dh es gibt nicht einmal Schonzeiten. Selbst säugende Mütter werden getötet, und das elendige Sterben der Jungtiere in Kauf genommen. Ziel ist eine Eindämmung der Population, welche man durch eine Kastration ebenso erreichen könnte. Es wird hier weder das mildeste Mittel zur Abwehr einer "Gefahr" genutzt, noch besteht an dieser Stelle überhaupt eine Gefahr.

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Das Problem
Einst als Pelzlieferanten aus Südamerika eingeführt, und dann teilweise auch lokal aufgrund ökologischer Vorteile ausgewildert, fühlen sich Nutrias seit Jahrzehnten in unseren Gewässern heimisch.
Sie verdrängen unbeliebte Arten wie Ratten, oder auch die aus Nordamerika stammende Bisamratte, deren Höhlensystem sehr aufwendig, und aus wasserwirtschaftlicher Sicht als schädlich eingestuft wird. Leider werden diese beiden Arten sehr oft verwechselt.
Mit anderen heimischen Tieren, wie Wasservögeln und Bibern, leben sie friedlich zusammen. Sie ernähren sich sowohl von Pflanzen an der Uferböschung, als auch von der sogenannten Wasserpest. Es wurde bereits anderorts beobachtet, dass sich durch Verbiss der Vegetation, sowohl Brutplätze für einige Vogelarten, als auch die Wasserqualität, in Form von erhöhtem Sauerstoffgehalt verbesserten, was zu größeren Fischbeständen führte. Dies wiederum bot ein besseres Nahrungsangebot für weitere Tiere. Die Nutrias tragen also in einigen Gebieten aktiv zur Artenvielfalt bei.
Nutrias bauen, im Gegensatz zur Bisamratte, keine verzweigten Tunnelkanäle mit mehreren Eingängen, sondern nutzen vielmehr bereits vorhandene Bauten dieser, oder ähnliche Gegebenheiten. Eigene Höhlen werden, wenn notwendig, in geradem Weg, über der Wasseroberfläche gegraben, und wenn sie von dort nicht vertrieben werden, dauerhaft bewohnt.
Sie leben im Familienverband, oftmals bestehend aus einem Alphamännchen, mehreren adulten und subadulten männlichen und weiblichen Tieren. Fremden Artgenossen gegenüber verhalten sie sich territorial, was also eine Ansiedlung weiterer Nutrias unmöglich macht. Sie sind nicht, wie oft angenommen wird, mit Ratten verwandt, sondern aus der Gattung der Meerschweinchen. Die Geburtenrate wird dem Nahrungs-und Platzangebot angepasst. Die Tragzeit beträgt 4,5 Monate, sodass sie maximal 2x im Jahr werfen könnten, wobei die Sterberate der Jungtiere im ersten Lebensjahr bei 80% liegt. Von einer explosionsartigen Vermehrung kann also keineswegs ausgegangen werden. Füchse, Krähen und größere Raubvögel sind zudem natürliche Fressfeinde.
Zur Befestigung von Ufern, ist eine Bejagung der Nutrias, bei allen Vorteilen, die sie mitbringen, demnach oft völlig sinnlos und zudem kontraproduktiv, da man kaum alle Tiere bekommen wird, und verbleibender Bestand mit erhöhter Reproduktion reagiert. Durch den Druck der Bejagung wandern sie ab und müssen neue Höhlen bauen. Somit bewirkt man genau das Gegenteil.
Dr Samuele Venturini, ein italienischer Biologe, hat bereits seit über 10 Jahren die Population verschiedener Gewässer durch ein Sterilisationsprojekt im Griff. Durch diese Methode kann man sich die positiven Eigenschaften der Tiere weiterhin zu Nutzen machen. Es wurde bei diesen Projekten außerdem beobachtet, dass selbst kastrierte Männchen ihr Revier verteidigen, sodass mit keiner weiteren Zuwanderung gerechnet werden muss.Durch die monogmame Lebensweise kann man die Tiere als Platzhalter einsetzen, und Vermehrung der eigenen Population vermeiden.
In Übach-Palenberg, im Stadtteil Zweibrüggen, sind Nutrias seit vielen Jahren am Wurmufer ansässig. In diesem Jahr konnte ich erstmals ein Weibchen beobachten und fotografisch begleiten, welches im Schlossweiher von Zweibrüggen einen 5er Wurfes großgezogen hat.
Während des Hochwassers, was nicht nur in vielen Orten Deutschlands gewütet hat, war auch Zweibrüggen betroffen. Die Wurm lief meterweit mit hoher Fließgeschwindigkeit in umliegende Wiesen, Straßen und Häuser. Dabei sind die Jungtiere Richtung Wurmufer abgetrieben, und vorübergehend dort geblieben.
Mit Erschrecken musste ich dann feststellen, dass genau dort zwei Fallen aufgestellt wurden. Die Wurm hat durch dieses Jahrhunderthochwasser an einigen Stellen Böschung lassen müssen. Man führe sich jedoch noch einmal vor Augen, dass an anderen Orten ganze Häuser verschwunden sind, weil sich kleine Flüsse teilweise verzehnfacht haben. Wie kann dann hier die erste Amtshandlung die Ausmerzung der Nutrias sein? Arbeiten an der Böschung wurden keine vorgenommen.
Es wurde über Jahrzehnte an Flussbetten und -verläufen rumgebastelt. Nach einer Begradigung der Wurm wurde eine Verbreiterung unmittelbar vor Zweibrüggen geschaffen, die aber bitte in Zweibrüggen wieder schmal werden soll, damit sie dann nach Frelenberg nochmal breit werden darf und mit der hohen Geschwindigkeit bei Hochwasser aber dann wieder durch ein Nadelöhr unterirdisch durch die Stadt Geilenkirchen laufen soll. Dafür, dass das bei solchen Wassermassen, wie wir sie hatten, nicht funktioniert, und sich das Wasser neuen Platz geschaffen hat, können die Nutrias rein gar nichts. Und vorallem nicht diese kleine Familie, die ihren Bau gar nicht dort hat, sondern vorübergehend dort hingetrieben wurde.
In der Vergangenheit war das Aufbauen von Fallen zu Fängen falscher Art (zB Enten) gekommen, und Überprüfungen in zu Großen Abständen (1x in 24Stdn ist gesetzlich vorgeschrieben) war die Ursache, dass wilde Tiere stundenlang in Panik waren, weil sie in der Falle saßen. Die Nutriafamilie wurde nicht erwischt, und ist wieder in ihrem "Elternhaus" im Schlossgraben, und ist damit erst recht keine Bedrohung für das Wurmufer. Nun hat die Stadtverwaltung Übach-Palenberg dem Wasserverband Eifel-Ruhr die Erlaubnis erteilt, die Fallen dort aufzustellen.
Ich fordere den Wasserverband Eifel-Rur und die Stadtverwaltung Übach-Palenberg auf, sich endlich die ethisch vertretbare, erprobte, und ökologisch nachhaltige Methode, nämlich die Sterilisation, als Vorbild zu nehmen, und das sinnlose Töten der Tiere zu stoppen. Nutrias fallen in NRW nicht unter das Jagdrecht, dh es gibt nicht einmal Schonzeiten. Selbst säugende Mütter werden getötet, und das elendige Sterben der Jungtiere in Kauf genommen. Ziel ist eine Eindämmung der Population, welche man durch eine Kastration ebenso erreichen könnte. Es wird hier weder das mildeste Mittel zur Abwehr einer "Gefahr" genutzt, noch besteht an dieser Stelle überhaupt eine Gefahr.

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Petition am 14. September 2021 erstellt