
2021 - Gute politische Entscheidungen für die Zukunft unserer Wälder?
Klimawandel und Dürrejahre erfordern nicht kurzfristiges Handeln, sondern weitreichende Entscheidungen. Anders als im Agrarbereich wachsen Wälder nicht alle Jahre neu und anders, so dass Fehlentscheidungen langfristige Folgen haben. Also genau das, was wir aktuell als Waldsterben 2.0 erleben. Als BBIWS nehmen wir uns deshalb im Wahljahr Zeit, um für uns Bürger die politischen Vorgänge rund um den Wald näher zu beleuchten. Denn Lippenbekenntnisse reichen nicht aus, um Katastrophen aufzuhalten.
Dabei fällt immer wieder auf, dass Politiker aller Ebenen und Parteien recht wenig über "den Wald" als Ökosystem wissen. Offensichtlich fehlt es mancherorts und vor allem auf Bundesebene an sachkundigen Beratern dazu. In der Regel verlassen sich Politiker (mit wenigen rühmlichen Ausnahmen) auf Informationen aus den Forstverwaltungen und der Forstpolitik.
Entsprechend werden leere Phrasen in Sachen Waldschutz immer wieder aufgewärmt und verbreitet, obwohl sie wissenschaftlich längst wiederlegt sind. Etwa die Aussage, menschengemachte Forsten führten zu mehr Artenvielfalt. Oder ein bewirtschafteter Wald speichere mehr CO2 als ein naturnaher Wald mit gesundem Humusaufbau, altem Baumbestand und geschlossenem Kronendach. Oder noch gravierender: man müsse das Holz (sprich den Wald) intensiv nutzen, sonst setze das verfaulende Totholz CO2 frei - was nicht weniger bedeutet, als dass Naturwälder mit dem für Artenvielfalt, Wasserspeicherung und Nährstoffbereitstellung so wichtigen hohen Holz- und Totholzvorrat auf fatale und profitorientierte Weise grundsätzlich in Frage gestellt werden.
Noch dazu wird der Bürger damit im wahrsten Sinne des Wortes für dumm verkauft. Denn das in großen Mengen und oft minderer Qualität vermarktete Nadel- und Buchenholz setzt als Brennholz oder in Wegwerfprodukten das CO2 spätestens in der Müllverbrennungsanlage wieder frei. Also nichts mit nachhaltig und schon gar nichts mit Klimaschutz.
Und selbst Schalhölzer am Bau oder günstige Holzmöbel sind heutzutage Wegwerfprodukte, also keineswegs durch langfristige Nutzung darstellbar. Die Krönung des Ganzen ist der hohe Holzexport nach China und in die USA. Nicht nur, dass hier vor Ort das Bauholz knapp wird, entgegen den Versprechen des Klimaschutzes wird damit der ökologische Fußabdruck der Holznutzung ad absurdum geführt.