Nachhaltige Reform der Landwirtschaftspolitik in der EU statt Greenwashing

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Es geht um fast 60 Milliarden Euro, jedes Jahr: Soviel Geld gibt die EU für die Agrarförderung aus - der größte Posten im EU Budget.

Jetzt einigte sich der EU-Agrarrat unter der deutschen Ratspräsidentschaft auf eine Agrarreform, den die zuständige Landwirtschaftministerin Julia Klöckner als Durchbruch und Paradigmenwechsel in der Agrarpolitik hin zur Ökologisierung der Landwirtschaft beschreibt.

Doch wer genauer hinschaut, wird durch diese Agrarreform bitter enttäuscht, denn im Wesentlichen ist es ein “Weiter wie bisher”. Der EU Agrarrat und allen voran Julia Klöckner betreibt Greenwashing und Verbrauchertäuschung. Das dürfen wir nicht einfach akzeptieren.

Klimaschutz, Artenvielfalt, deutliche Reduzierung des Pestizideinsatzes, Unterstützung der kleinstrukturierten Familienbetriebe und der ökologischen Landwirtschaft - all das bleibt auf der Strecke.

Denn weiterhin werden fast zwei Drittel aller Subventionen rein nach der Betriebsfläche ohne besonderen Auflagen verteilt, gut für die  industrielle Landwirtschaft, schlecht für die vielen Familienbetrieb, die es noch gibt.

Ich bewirtschafte selbst einen Familienbetrieb im Süden Bayerns im ökologischen Anbau. Das Futter für unsere Tiere wird in Hofnähe im geschlossenen Kreislauf angebaut, unsere Produkte wie Fleisch, Getreide, Kartoffeln überwiegend in der Region verkauft. Für Betriebe wie unseren sieht die Zukunft mit dieser Agrarreform schlecht aus, für konventionelle Landwirte genauso wie für Biobauern.

Wir brauchen jetzt eine neue, richtige Agrarreform, die Umwelt- und Klimaschutz, Artenvielfalt und das wirtschaftliche Überleben auch von Familienbetrieben ermöglicht.

Die Gelder dürfen nicht mehr mit der Gießkanne an überwiegend Großbetriebe verteilt werden, sondern müssen an Auflagen hinsichtlich Umwelt- und Klimaschutz gebunden werden.

Kleinere und mittlere landwirtschaftliche Betriebe müssen deutlich stärker unterstützt werden.

Helfen Sie mit, damit sich der EU-Agrarrat und das Europaparlament doch noch für eine nachhaltigere Landwirtschaft einsetzen und die jetzt beschlossene Agrarreform im Interesse sowohl der Verbraucher und der Landwirte zu einer Reform umarbeiten, die diesen Namen wirklich verdient.