
Bei der Online-Podiumsdiskussion am Montagabend kam dieser Aspekt der Doppelmoral auf den Tisch. Hier diskutierten unter anderem der UN-Sonderberichterstatter Nils Melzer, Investigativ-Journalist Günter Wallraff und die Linken-Politikerin Heike Hänsel über die Maskerade der Politik und der Medien im Fall Nawalny. Hänsel sagte:
"Natürlich kann man es auch gleich auf den Punkt bringen: Wäre Julian Assange ein russischer Dissident, dann würde mit ihm bestimmt anders umgegangen werden als in seinem Fall. Er hat Kriegsverbrechen des NATO-Partners USA der Weltöffentlichkeit zugänglich gemacht hat."
Für Hänsel wie auch die anderen Sprecher der Runde steht das Beispiel Assange und Nawalny für die extreme Doppelmoral, die es zu durchbrechen gilt. Denn mittlerweile fragen sich viele Menschen auch hier in Deutschland, weswegen derartige Anstrengungen für Nawalny unternommen werden – für seine Freilassung, für ein gerechtes und faires Verfahren, für Rechtsstaatlichkeit –, die gleichen Maßstäbe für Julian Assange aber nicht gesetzt werden.