Petition updateHerr Minister Dobrindt, setzen Sie die Istanbul-Konvention endlich um #saveXXFREITAG, DER 13te: 116 DEUTSCHE FEMIZIDE IN 2019
Professor Dr. Kristina WolffGermany
Sep 13, 2019

In der gestrigen Bundestagsdebatte zum Haushalt 2020 des BMFSFJ erwähnt Bundesfrauenministerin Giffey die Istanbul-Konvention, bzw. die daraus abzuleitenden Verbindlichkeiten der BRD mit keiner einzigen Silbe. Erneut die Botschaft: „KEIN HANDLUNGSBEDARF“. Alle Argumente https://taz.de/Umsetzung-der-Istanbul-Konvention/!5621092/ konsequent ignorierend.

Dabei sprechen die Arbeitsergebnisse der "Engagementministerin" (Twitteraccount des BMFSFJ) auch im internationalen Vergleich für sich, bzw. gegen die Bundesrepublik Deutschland: https://ec.europa.eu/eurostat/web/products-datasets/product?code=sdg_16_10

09. September 2019 in Hamburg: Einsatzkräfte der Polizei werden zufällig Zeugen, als ein Mann in einem Fußgängertunnel eine 28-jährige Frau würgt. Sie schaffen es gerade noch rechtzeitig einzugreifen und den vorbestraften Gewalttäter zu verhaften. Dieser vergewaltigte bereits zwischen 2005 und 2006 drei junge Frauen unter Androhung von Waffengewalt. Nach zehneinhalb Jahren Haft wurde er aus dem Gefängnis entlassen, weil eine anschließende Sicherheitsverwahrung durch das Gericht nicht angeordnet worden war. "Wegen versuchter schwerer Vergewaltigung sieht das Gesetz in der Regel eine Freiheitsstraße nicht unter drei Jahren, in bestimmten Fällen auch nicht unter fünf Jahren vor. Andererseits kann die Strafe, weil es sich hier um einen Versuch gehandelt haben soll, auch gemildert werden", so die zuständige Staatsanwaltschaft Hamburg zu dem aktuellen Fall. (Hamburg)

10. September 2019 in Lüneburg: Im Verlauf eines Streits wird eine 53-jährige Frau von ihrem, bereits getrennt lebenden, Ehemann in ihre Wohnung gedrängt. Dort hält er ihr den Mund zu, wirft sie zu Boden. Lediglich durch das Eingreifen eines couragierten Nachbarn kann Schlimmeres verhindert werden. Gegen den Aggressor wurde ein Strafverfahren eingeleitet, im Zuge dessen er die Wohnung für mindestens eine Woche nicht betreten darf. (Niedersachsen)

11. September 2019 in Ahlem: Im Zuge einer Personensuche wird die Leiche der 61-jährigen Patricia H., die seit Ende August 2019 als vermisst gilt, entdeckt. "Nach derzeitigem Ermittlungsstand geht die Kriminalpolizei vom Verdacht eines Tötungsdeliktes aus", so die zuständige Polizeidirektion in Hannover. (Niedersachsen)

12. September 2019 in Hamburg: Im Verlauf eines Streits wird eine Frau von einem Bekannten mit einer Pistole bedroht. Der Frau gelingt es, ihm die Waffe abzunehmen und zu einer Freundin flüchten, um polizeiliche Hilfe zu rufen. (Hamburg)

13. September 2019 in Hofgeismar-Carlsdorf: Im Verlauf eines Streits wird eine 60-jährige Frau getötet. Ihr Sohn wird schwer verletzt in eine Klinik eingeliefert, erliegt dort seinen Verletzungen. Pressemeldungen zufolge soll der Vater seine Familie durch Messerstiche ausgelöscht haben, die Ermittlungen dauern an. (Hessen)  

IMMER NOCH:

Seit Montag, 14. Januar 2019 werden die 20-jährige Bisrat T. H. und ihr fünf Monate alter Sohn Mekson K. H. in Wabern vermisst.

Seit Montag, 18. Februar 2019 wird die 15-jährige Rebecca Reusch in Berlin vermisst.

Seit Sonntag, 23. Juni 2019 wird die 35-jährige Anna Smaczny aus Gelsenkirchen vermisst.

Seit Samstag, 06. Juli 2019 wird die 38-jährige Shahnaz Parven in Stuttgart vermisst.

Seit Samstag, 13. Juli 2019 werden die 16-jährige Tatjana und ihre 41-jährige Mutter Maria Gertsuski in München vermisst.

Seit Sonntag, 14. Juli 2019 wird die 24-jährige Nadine G. mit ihrem fünf Wochen alten Säugling in Nürnberg vermisst.

Seit Donnerstag, 18. Juli 2019 wird die 75-jährige Jutta Sajelian aus Eltville vermisst.    

Seit Freitag, 23. August 2019 werden die beiden Mädchen Amya Kashit (9 Jahre) und Layla Kashit (8 Jahre) sowie ihr Bruder Subhi Kashit (5 Jahre) in Gera vermisst.

@BMFSFJ #giffey @BMJV #lambrecht @BMI #seehofer @BMG #spahn: DIE UMSETZUNG DER ISTANBUL-KONVETION IST IHRE VERANTWORTUNG.

116 grausam getötete Mädchen und Frauen in 2019 - Mindestens! (*)

WIE VIELE ♀ MÜSSEN NOCH MIT IHREM LEBEN BEZAHLEN, BEVOR SIE DAGEGEN STEUERN?

 (*) Stand 13.09.2019

 

Leider wird auch diese Petition regelmäßig zur Multiplikation destruktiver Parolen verschiedener Reichsbürger*innen und/oder AfDler*innen und/oder anderer Trolle, missbraucht. Die Namen derer, die sich hier auf unterstem Stammtisch-Niveau negativ auslassen wiederholen sich, die populistischen Inhalte bleiben gleich. Dazu erneut:

Nahezu jede bundesdeutsche Familie hat in ihrer Biographie eine Fluchtgeschichte, sei es auf Basis religiöser (Hugenotten), politischer (Weltkriege), sexueller (Homophobie) oder anderer Umstände. Es ist ein, sehr häufig passiv erworbenes, Privileg, in einem Land leben zu dürfen, dass es sich leisten kann, Bedürftigen Platz und Schutz anzubieten.

Insofern appelliere ich dringend an Alle, noch einmal sehr genau zu überlegen, ob man selbst, bzw. die eigene Familie vom o.g. Schutz, der hier wieder und wieder, qua rechtspopulistisch-hetzenden Kommentaren, per se in Frage gestellt wird, profitierte, bevor ein weiterer, gesellschaftsspaltender und, auch in Bezug auf das Petitionsthema, völlig deplatzierter Kommentar abgelassen wird.

#saveXX richtet sich in die diametral gegenteilige Richtung aus: Der o.g. Schutz möge endlich effizient auf die Gruppe der bedrohten, gefährdeten und bereits misshandelten Frauen ausgeweitet werden! So, wie es den Anforderungen des Grundgesetzes, der Istanbul-Konventionen und auch der UN-Menschenrechtscharta entspricht.

Für den fortwährenden Versuch, das Petitionsthema durch Zerfasern aufzuweichen, indem:
1.) Die Schuld pauschal "den Flüchtlingen/ Immigranten/ Ausländern" zugeschoben wird
2.) daraufhin festgestellt wird, damit sei die verbleibende Zahl der Tötungen so gering, dass
3.) kein Handlungsbedarf bestehe, weil es kein relevantes Thema mehr gäbe, bietet diese Petition keinen Raum.

Im Rahmen dieser Petition werden keine „wichtigen Informationen“ (Nationalität) unterschlagen/ verschwiegen: Die Gewaltexzesse sind das Corpus Delicti, nicht der Pass.

Dem Grundsatz „don’t feed the Troll“ folgend, werde ich meine Energie nicht weiter auf das Kommentieren der sich kontinuierlich wiederholenden, abstrusen Entgleisungen verschwenden, sondern auf das Ziel einer messbar effizienten Reduktion der Gewaltverbrechen an Frauen fokussiert blieben.

 

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