Petition richtet sich an Landrat des Landkreises Leer Herr Matthias Groote und an 2 mehr

Stoppen Sie das Fuchsmassaker im Landkreis Leer im Namen des Wiesenvogelschutzes!

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Wieder einmal wird der interessanteste Beutegreifer, der Fuchs, verantwortlich gemacht für den Rückgang der Wiesenvögel. Anstatt Blut zu vergießen, wäre es angebracht, die Flinte zur Seite zu legen und stattdessen Hecken zu pflanzen, Ausgleich für zerstörte Biotope zu schaffen und die Lebensgrundlagen der Rheiderländer Wiesenvögel wiederherzustellen. Eine neue, großangelegte Studie in den Niederlanden, die die Erforschung des Einflusses von Füchsen auf die Populationen bedrohter Wiesenvogelpopulationen zum Inhalt hatte, brachte dementsprechend Entlastung für Meister Reineke: Beutegreifer im allgemeinen spielten für den Rückgang der Vogelarten nur eine untergeordnete Rolle, und Fuchsrisse im besonderen erwiesen sich mit durchweg weniger als fünf Prozent der insgesamt von Beutegreifern verursachten Verluste als völlig unbedeutend (Projekt W. Teunissen, H. Schekkerman, F. Willems (2006): Predatie bij weidevogels. Opzoek naar de mogelijke effecten van predatie op de weidevogelstand.). Selbst im Extremfall einer räumlich abgegrenzten Population bedrohter bodenbrütender Vogelarten macht es oft aus der Perspektive des Artenschutzes keinen Sinn, Füchse zu erschießen. Die Verhaltensweisen, das Jagdverhalten und die bevorzugten Aufenthaltsorte des territorialen Fuchses (=des Revierinhabers) sind den Vögeln bekannt; sie können den Räuber also einschätzen. Außerdem hält der Revierinhaber Konkurrenten fern, indem er reviersuchende Füchse (und auch andere Beutegreifer) konsequent aus seinem Revier verjagt. Wird dieser territoriale Fuchs jetzt aber getötet, entsteht ein Vakuum, das eine regelrechte Sogwirkung auf herumstreunende Füchse aus dem Umland hat. Die Anzahl der Füchse, mit der die bedrohten Vögel konfrontiert sind, steigt also kurzfristig sogar an, und mehr noch: Die Gewohnheiten dieser Füchse sind ihnen unbekannt. Damit wächst paradoxerweise die Gefahr, einem Fuchs zum Opfer zu fallen. Dass die großflächige Reduktion von Füchsen mit jagdlichen Mitteln unmöglich ist, wurde vielfach zweifelsfrei belegt. Nur dort, wo mittels extremer Fuchsbekämpfung überhaupt eine drastische örtliche Ausdünnung oder sogar Ausrottung von Füchsen - und natürlich allen anderen relevanten Beutegreifern - erreicht werden kann, lässt sich überhaupt eine Konstellation konstruieren, in der Restpopulationen einer Beuteart durch Fuchsverfolgung geholfen werden kann. Ob jedoch der gewaltsame Tod Hunderter oder Tausender Füchse, Marder, Krähen und Greifvögel pro Jahr zur Verlängerung des Überlebens einer wenige Dutzend Tiere zählenden Vogelpopulation ethisch rechtfertigbar ist, steht auf einem ganz anderen Blatt. Und ob die dazu eingesetzten finanziellen und personellen Ressourcen nicht weitaus besser und effektiver in Maßnahmen zur Restrukturierung des Lebensraums der bedrohten Art und demnach zur dauerhaften, nachhaltigen Sicherung ihres Überlebens eingesetzt werden könnten, ebenfalls. (Mayr, C. (2003): Der lange Weg zur Novelle des Jagdrechts. Berichte zum Vogelschutz 40, 75-79. Kornder, W. (2001): Ökologischer Jagdverein gegen sinnlose Fuchsbekämpfung. Ökojagd 3.) Braucht der Landkreis Leer eine eigene Studie ethisch fragwürdiger, lebensverachtender Versuche, Wiesenlimikolen zu helfen, anstatt auf schon stattgefundene Studien und Versuche zurück zu greifen?

 

Diese Petition wird versendet an:
  • Landrat des Landkreises Leer
    Herr Matthias Groote
  • Untere Jagdbehörde Leer
    Frau Ernst und Herr Rull
  • Sachgebietsleiter Naturschutz
    Thomas Imsande


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