Petition update#Selbstbestimmung2022 – TSG abschaffenTransfeindliche Berichterstattung in der ZEIT: Jetzt Beschwerde-Email schreiben!
Emma KohlerBerlin, Germany
23 Feb 2022

Ihr Lieben,

zuerst die guten Nachrichten: Heute äußerte sich Sven Lehmann, der Queerbeauftragte der Bundesregierung wieder einmal zum Selbstbestimmungsgesetz. Lehmann kündigte gegenüber dem ARD-Hauptstadtstudio an, dass noch vor der parlamentarischen Sommerpause die Eckpunkte des Selbstbestimmungsgesetzes stehen sollen. Es wird also am Selbstbestimmungsgesetz gearbeitet. Das finde ich wirklich ganz ganz toll! Ich habe heute dann erstmal innerlich gejubelt und meine Freude auch auf Twitter kundgetan:

“Über 80.000 Menschen haben meine Petition dafür unterschrieben - jetzt wird es bald Realität: Bald kommt das Selbstbestimmungsgesetz! Nach vielen Jahren Stillstand wird jetzt endlich wieder auch Politik für queere Menschen gemacht. Ich bin gerade so glücklich ♥️”

Und nun zu den schlechten Nachrichten. Je wahrscheinlicher das Selbstbestimmungsgesetz, umso lauter die sogenannten “genderkritischen” Stimmen. Ob Beatrice von Storch im Bundestag, oder Kathleen Stock und Alice Schwarzer im Vorfeld ihrer Buchveröffentlichungen. Tagtäglich erscheinen gerade Artikel, in denen Ängste vor trans Personen und vor unserem  Selbstbestimmungsrecht geschürt werden, gerade heute wieder in der ZEIT. Im Interview “Im Gendertrouble“ wurden u.a. diese falschen, ideologisch Aussagen Schwarzers einfach unkommentiert abgedruckt (CN Transfeindlichkeit):

  • “Junge Frauen werden nicht geheilt, indem sie Männer werden”
  • “Inzwischen sind die Trans-Zahlen explodiert. Trans ist Trend.”
  • “Jetzt stürmen vor allem junge Mädchen die Trans-Praxen. Ihnen suggeriert der Zeitgeist, die Flucht ins Mannsein sei die Lösung” 
  • “Es besteht darum die Hoffnung, dass auch hierzulande die Gefahr noch rechtzeitig erkannt wird: die Gefahr, Irritationen der Geschlechterrolle zu verwechseln mit ernsthaften Geschlechtsdysphorien.” 

Von vorne bis hinten bekommt das Interview von mir keine Leseempfehlung, und schon gar nicht, wenn ihr dafür auch noch bezahlen müsstet. Schaut euch dafür gerne mal in den sozialen Netzen um, wie Betroffene, Unterstützer*innen und Expert*innen, das Interview kommentieren. Ganz gut hat es in meinen Augen die Psych. Psychotherapeutin Sabine Mauer auf den Punkt gebracht, die auf Twitter kommentierte:

“W​​ieso darf Alice Schwarzer in der @DIEZEIT zu trans empiriefrei rum“debattieren“? Haben Medien nichts gelernt aus Corona & Klima, was die Auswahl von Expert*innen bei sehr komplexem, hochspezifischem Fachwissen angeht? Medienethik? False Balance? Minoritätenstress?”

Fast täglich bekommen Personen wie Alice Schwarzer und Kathleen Stock von deutschen Medien gerade Platz in Zeitungen und - das ist zu befürchten - bald auch noch in Talkshows. Beatrice von Storch, Schwarzer, Stock und Co. sprechen uns trans Personen unser Existenzrecht ab, der Hass in den sozialen Medien und im realen Leben droht in Folge zuzunehmen.

Ich will nicht, dass die Medien hier in Deutschland die trans Debatte nur aus Profitinteresse ausschlachten. Ich will nicht, dass die Debatte in Deutschland so ausartet wie in Großbritannien. Wenn ihr das auch so seht und uns trans Personen helfen wollt, dann schreibt doch vielleicht mal der ZEIT einen Leserbrief-E-Mail! Appelliert auch ihr an die Medienethik!

JETZT Leserbrief an DIE ZEIT schreiben!

Ich danke euch,

eure Emma  

-----

Hier findet ihr weitere Informationen zur Rolle von Medien in der Debatte in Großbritannien

Hier findet ihr weitere Informationen zum Selbstbestimmungsgesetz in Deutschland: 

Copy link
WhatsApp
Facebook
Nextdoor
Email
X