Saskia Esken & Norbert Walter-Borjans, lassen Sie HartzIV hinter sich!

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Wie würden Sie sich fühlen, wenn Sie sich entscheiden müssten, ob Sie Strom, Gesundheit oder etwas zu Essen bezahlen? Ordentlich Taschengeld und eine Menge Freizeit? Das ist die Illusion mit der viele Menschen ein Leben von HartzIV wahrnehmen.

Mein Name ist Sandra Schlensog. Vor knapp 2 Jahren startete ich eine Petition bei der ich Herrn Jens Spahn herausforderte, einen Monat von HartzIV zu leben. Das Ergebnis dürfte bekannt sein: Er traf sich mit mir zum Kaffee, aber von HartzIV leben, das wollte er nicht. Mit dieser Petition wollte ich damals schon beweisen, dass es unmöglich ist von HartzIV ein würdevolles Leben zu führen. Seitdem haben zwar einige Parteien geäußert, dass sie HartzIV hinter sich lassen wollen, aber passiert ist nichts.

Es ist nun einige Zeit vergangen und ich, wie viele weitere Betroffene auch, habe das Gefühl, dass dieses Thema in Vergessenheit geraten ist. Das können wir nicht so stehen lassen! 

Darum wende ich mich mit meiner Forderung nun an Sie: Sehr geehrte Frau Saskia Esken, sehr geehrter Herr Norbert Walter-Borjans, mit Ihrer Wahl an die SPD Spitze im Dezember gaben Sie das Ziel an, HartzIV hinter sich zu lassen und sich stattdessen für ein „Bürgergeld“ einzusetzen. 

Ich fordere Sie darum nun dazu auf, dieses Ziel in die Realität umzusetzen. Lassen Sie HartzIV hinter sich! Ersetzen Sie es durch eine Grundsicherung für Bedürftige. Erhöhen Sie die monatlichen Leistungen auf ca. 600 Euro plus Wohnkosten, wie auch bereits vom Paritätischen Wohlfahrtsverband und anderen Sozialverbänden gefordert.

Uns Betroffenen geht es nicht nur um die Falschberechnung der HartzIV-Sätze. Es geht auch um Gesundheit, Mobilität, Würde und Teilhabe. Lassen Sie mich nur einige Beispiele nennen:

  • Monatlich bekomme ich (und viele andere Menschen) aus dem HartzIV-Satz für Gesundheitspflegeleistungen 16,42€. Wer, wie ich selbst, mehrere Medikamente, teure Pflegeprodukte und spezielle Ernährung braucht, dem reicht das nicht!
  • Ein weiteres Beispiel ist der Anteil für Strom und Instandsetzung. Dafür stehen 38,32€  zur Verfügung. Allein der Strom liegt meist schon bei knapp 50€ monatlich. Von Instandhaltung kann man da nur träumen.

Ein würdevolles Leben ist mit HartzIV nicht möglich! Erschwerend kommt hinzu, dass durch die harten Sanktionen, jede Form von Mehrarbeit bestraft und nicht belohnt wird. Es bedarf einer grundlegenden Reform des HartzIV-Systems, es bedarf einer Grundsicherung für Bedürftige, nicht weitere Kürzungen des Existenzminimums.

Mir ist bewusst, dass es in Deutschland ein Sozialsystem gibt, wofür ich dankbar bin. Dennoch ist es nicht hinnehmbar, dass in einem reichen Land wie Deutschland, Menschen in Armut leben müssen. Um sich Gesundheit, Lebensmittel und einen kleinen Teil an gesellschaftlicher Teilhabe leisten zu können fehlen einige Euro.

Lassen Sie die Menschen nicht im Stich! Setzen Sie sich dafür ein, das Menschen nicht am Rande des Existenzminimums stehen müssen. Ermöglichen Sie ihnen ein Leben in Würde. Zeigen Sie der CDU, dass es nicht nur "die Mitte" gibt!

Ihre
Sandra Schlensog

Quellen: