Rettet die ambulante psychiatrische Versorgung

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Steigern wir das auf 200 Unterschriften!
Petitionen mit mehr als 1000 Unterstützer*innen verbessern ihre Erfolgswahrscheinlichkeit um den Faktor 5!
Aktuelle Unterzeichner*innen:
Rita und 19 andere Personen haben kürzlich unterschrieben.

Das Problem

Gerade in dieser Zeit mit wachsenden psychischen Problemen ist die psychotherapeutische Versorgung sicherlich wichtig. Jedoch spricht im Gegensatz zu den 48000 Psychotherapeuten in Deutschland niemand über die 14600 Psychiater und den massiven Schwund in den letzten Jahren! 

Ich als niedergelassene Psychiaterin in eigener Praxis auf dem Land versorge Menschen mit psychischen Problemen in einem Umkreis von ca. 100 km, da Psychiater seit Jahren nicht mehr zu finden sind. Ich stelle sie medikamentös ein und ja bespreche dies sogar mit ihnen, schreibe sie krank, erledige den ganzen Behördenwahnsinn wie MDK, Arbeitsamt, Versorgungsamt, Reha, EM-Rente, Sozialgericht und Versicherungen etc. und dies zu einem Lohn, der kaum über dem der Psychotherapeuten liegt. Und ja, ich höre meinen Patienten zu und gebe Ihnen mehr Zeit, als für die ich bezahlt werde, um auch die lange Zeit bis zu einem Therapieplatz zu überbrücken. Ich versuche stationäre Aufnahmen zu verhindern, damit die Patienten hoffentlich genesen und wieder einen normalen Alltag leben können.  

Dafür habe ich 11 Jahre inkl. Facharzt studiert, habe meine Ausbildung selbst bezahlt, kann mir keinen Angestellten leisten und werde wohl zukünftig bis 70 arbeiten müssen, damit ich das Ende der ärztlichen Nahrungskette bin. Das ist kein Gejammer, es ist leider die Realität!

In der freien Markwirtschaft würde so niemand arbeiten: Die Einnahmen sind vorgegeben und wenn ich krank werde, habe ich keinerlei Einkünfte und das volle Risiko. Zudem darf ich als niedergelassener Arzt aufgrund meines Versorgungsauftrages nicht streiken.

Ich wollte diejenigen mit einem Kassensitz versorgen, die es am nötigsten haben, nämlich die normale Bevölkerung, die sich einen Privat- oder Selbstzahlerstatus nicht leisten kann. Bei der schlechten Vergütung muß man schon masochistisch und ein Menschenfreund sein, auch wenn es sich in der heutigen Zeit sehr naiv anhört.  Selbstzahler- oder Privatleistungen können auf dem Land die Ausgaben nicht decken und die anrechenbaren Ziffern ( welche seit Jahren nur lächerlich gestiegen sind und nicht einmal die Inflation ausgleichen ) sind praktisch an zwei Händen abzählbar. 

Wenn die geplante Gesundheitsreform kommen sollte, werde ich ggf. meine Praxis schließen müssen, ohne die Patienten an jemand anderen verweisen zu können. Und dies darf nicht sein!

Ich bitte Sie, diese Petition für eine wertschätzende und ausreichende Vergütung der ambulanten Psychiater zu unterschreiben, damit die Bevölkerung weiterhin versorgt wird und es in Zukunft auch einen Anreiz für die jungen Kollegen gibt, sich für dieses tolle Fachgebiet zu interessieren und niederzulassen. Denn selbst wenn man ambitioniert ist, muß man von seiner Arbeit auch leben können.  

Ansonsten wird die ambulante psychiatrische Versorgung gerade im ländlichen Raum zusammenbrechen und die Kollegen werden dies ( und können dies ) nicht ausreichend abfangen. 

Und dies ist nicht erst seit der kommenden Gesundheitsreform so! Das wissen die Patienten, die sich damit befassen schon länger. Aber es kann jeden treffen und dann ist man froh, wenn man in dieser schwierigen Situation auch schnell Hilfe bekommt! 

Die Hütte brennt nicht nur, es steht nur noch ein Fundament!

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Özlem SproßPetitionsstarter*in

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