Petition updateRettet den Humboldthain Club ! Luxemburger Investor bedroht Berliner Clubkultur !Linke wollen Club in Berlin-Mitte retten: „Der Humboldthain braucht kein Hotel“
Ludwig EbenGermany
Mar 18, 2026

Grüne und Linke springen dem Humboldthain-Club in Berlin-Mitte bei. Sie wollen verhindern, dass der Kulturort durch ein neues Hotel verdrängt wird. Doch die Bagger rollen schon vor.

Der Humboldthain-Club in Berlin-Mitte könnte schon bald Geschichte sein. In Nachbarschaft zum Club soll auf dem Grundstück Hochstraße 46 ein Gebäude für „gewerbliches Wohnen“ entstehen, ergo: ein Hotel. Die Macher des Clubs fürchten, dass dadurch letztlich ihr seit 2013 am S-Bahnhof Humboldthain beheimateter Kulturort verdrängt werden könnte. Lärmkonflikte scheinen programmiert. Es wäre nicht der erste Club hier in Berlin, der daher weichen muss.

 

 

 

Linke und Grüne wollen dem Humboldthain-Club nun beispringen. Die Linke im Bezirk, namentlich Deike Janssen und Martha Kleedörfer als Abgeordnetenhaus-Kandidatinnen sowie die Bundestagsabgeordnete Stella Merendino, haben einen Einwohnerantrag gestartet – und sammeln tausend Unterschriften, um den Club zu schützen.

Konkret wird im Antrag das Bezirksamt aufgefordert, keine Bauprojekte zu genehmigen, die zu Nutzungskonflikten mit dem Club führen können – und stattdessen kleinteilige gewerbliche Nutzungen wie etwa Ateliers, Kulturorte, Werkstätten oder kleinstrukturiertes Gewerbe zu fördern.

In einer Pressemitteilung schreiben die drei Linke-Politiker: „Der Humboldthain-Club ist seit über zehn Jahren ein wichtiger Teil unserer Kiezkultur.“ Mit dem Antrag wolle man Druck auf das Bezirksamt ausüben. Auch fordern die drei Linke-Politiker dazu auf, dass mit den Clubbetreibern gesprochen werde. Die Macher des Clubs selbst sehen sich von der Politik bislang im Stich gelassen. Über ihre Zukunftsperspektiven sind sie im Unklaren. Das ganze Verfahren um den Neubau halten sie für wenig transparent – wie Clubchef Ludwig Eben im Gespräch mit der Berliner Zeitung betont hat.

Mit ihrer Initiative will Die Linke eigenen Angaben zufolge über die Investorenpläne informieren. „Der Humboldthain braucht kein Hotel, sondern Orte, an denen Nachbarschaft zusammenkommt.“ In dem Antrag wird auch auf eine „sehr hohe Hoteldichte“ im Umfeld hingewiesen. Allein im Bezirk Mitte befänden sich aktuell 14 weitere Hotelneubauten in Planung. In Berlin bestehe kein zusätzlicher Bedarf an Hotels. Man verweist auf die Bettenauslastung von derzeit lediglich 74 Prozent.

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Die Grünen fordern Bestandsschutz für den Club

Auch die Grünen wollen den Clubschutz am Humboldthain vorantreiben – und das Thema auf die Tagesordnung in der Bezirksverordnetenversammlung (BVV) setzen. Am 5. März haben Tarek Massalme und die übrigen Fraktionsmitglieder von Bündnis 90/Die Grünen einen entsprechenden Antrag gestellt, der der Berliner Zeitung vorliegt.

In dem Antrag, der voraussichtlich in der BVV in der Sitzung am Donnerstag, dem 19. März, zur Abstimmung steht, wird das Bezirksamt Mitte ersucht, „aufbauend auf den Erkenntnissen aus der Sitzung des Ausschusses für Stadtentwicklung vom 18.02., die Zulässigkeit der Nutzung und des Betriebs des Humboldthain-Clubs (‚Humbi‘) am Standort Hochstraße 46 in seiner jetzigen Form dauerhaft zu sichern“.

„Clubkultur ist ein wichtiger Wirtschaftsfaktor“

Zur Begründung führen die Grünen an, der Humboldthain-Club sei eine „wichtige und unersetzliche Kultureinrichtung“ für Wedding. Die fortschreitende Verdrängung wichtiger Kunst- und Kulturräume könne weder im Interesse des Bezirks noch seiner städtebaulichen Entwicklung liegen: „Clubkultur ist vor allem Kultur und ein wichtiger Wirtschaftsfaktor für den Bezirk Mitte und ganz Berlin.“

Auf einer vom Club selbst initiierten Petition auf der Website change.org haben sich bereits 10.700 Menschen gegen den Hotelneubau in Nachbarschaft zum Club positioniert. Über eine etwaige Genehmigung des Bauvorantrags aus der Politik ist öffentlich nichts bekannt.

Aus der Nachbarschaft ist allerdings zu hören, dass seit Ende letzter Woche bereits täglich Bagger aufs Grundstück vorfahren würden, augenscheinlich um den Boden zu planieren. Ob die beiden Oppositionsfraktionen von Linken und Grünen also überhaupt noch etwas ausrichten können mit ihren Vorhaben, den Club zu schützen? Das bleibt weiter offen. 

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