Petition updateWort halten!Aufruf des Landesbischofs zur Barockkanzel der Universitätskirche St. Pauli zu Leipzig
Bürgerinitiativkreis "Wort halten"
Oct 9, 2019

Der Bürgerinitiativkreis "Wort halten" dankt den schon deutlich mehr als 500 ersten Unterstützern der Online-Petition "Wort halten"! Die Resonanz steigt weiter von Tag zu Tag! Nächstes Ziel: Die schnelle Steigerung des Unterstützerkreises für diese Petition auf deutlich über 1000 Personen! Jeder bisherige Unterstützer ist aufgerufen, diese Petition bis zur nächsten Senatssitzung am 15.10. mindestens 1 weiteren nahestehenden Person zu erläutern und zum direkten Mitmachen zu bewegen!


Der Beschluss zur Nichtaufstellung der geretteten BArockkanzel in der Aula und Universitätskirche St. Pauli ist am 10.9. in semesterfreier Zeit von einem Rumpfsenat gefasst worden, der von der Universitätsleitung unvollständig informiert wurde. Dem sächsischen Finanzminister wurde ebenso die Chance genommen, vor dem Senat zu sprechen wie dem Universitätsprediger! Der Beschluss ist staatskirchenrechtlich nicht haltbar. Und er übersteigt die Aufgaben des Senats, die in § 81 des Sächsischen Hochschulfreiheitsgesetzes abschließend normiert sind. Das Wissenschaftsministerium ist aufgerufen, hierzu eine Überprüfung einzuleiten, um auch weiteren Schaden von der Universität abzuwenden. Die Senatoren haben in ihrer nächsten Sitzung am 15. Oktober die Chance, das Verfahren unter Einbindung der Staatsregierung und des Universitätspredigers nochmal angemessen neu aufzusetzen.

 

Prominente Unterstützung für den Universitätsprediger und seinen offenen Brief an die Universitätsleitung: Am 6.10. hat der Landesbischof Dr. Carsten Rentzing in seiner Predigt in der gut gefüllten Universitätskirche St. Pauli klar Position bezogen für die Aufstellung der geretteten, in weiten Teilen bereits restaurierten Barockkanzel.

"Selbstverständlich stünde ich hier und jetzt gerne auf der alten Kanzel der Universitätskirche. Mein Erstaunen und mein Befremden über die Art und Weise, wie die Beschlusslage der Universität zustande gekommen ist, habe ich schon deutlich zum Ausdruck gebracht und dies muss ich eigentlich hier nicht wiederholen. Eine Predigt gehört auf eine Kanzel und nicht an ein Lesepult. Ich hätte mir gewünscht, dass offener zwischen allen Beteiligten nach einer (...) amicablen Lösung gesucht worden wäre. Immerhin ist die Kirche einer der Hauptnutzer dieser Räumlichkeiten und (...) die Zahl der Anwesenden zeigt, auf welches Interesse dies stößt. Ich möchte Ihnen heute sagen, dass wir als Kirche jedenfalls weiter darauf insistieren werden, dass mit der Kanzel die letzte noch schließbare Wunde der Zerstörung der Universitätskirche tatsächlich geschlossen wird. Eine Predigt ist eine freie und öffentliche Rede. Sie lässt sich nicht abdrängen hinter irgendwelche Glaswände und auch nicht hinter einen Vorhang. Sie richtet sich immer an die Öffentlichkeit. Und sie lädt ein zum Hinterfragen - zum Hinterfragen der eigenen Wirklichkeit. Sie lädt ein zum Disput."

Dr. Carsten Rentzing, Leipzig 6.10.2019

Bei dem Gottesdienst des Landesbischofs wurde auch erstmals ein großes RollUp mit dem Bild des historischen Kanzelkorbs an der Säule gezeigt, an die Kanzel künftig wieder aufgestellt werden wird. Dies wird früher oder später geschehen, nachdem die auf der Hand liegenden Forderungen des Bürgerinitiativkreises realisiert sind:

* "WORT HALTEN": Die Regelungen des sog. Harms-Kompromisses, zu denen sich die Universitätsleitung im Dezember 2008 schriftlich verpflichtet hatte, sind in Hinblick auf die gerettete Kanzel der Universitätskirche umzusetzen.
* Anerkannte Experten für Raumklima & Denkmalschutz werden im Einvernehmen zwischen Staatsregierung und Universität beauftragt, eine wissenschaftlichen Standards genügende Expertise zur Machbarkeit der Kanzelaufstellung anzufertigen.
* Das bisherige Klimamonitoring wird unter probeweiser Anbringung (von Teilen) der im Mai 1968 geretteten historischen Barockkanzel der Universitätskirche St. Pauli weiterqualifiziert.
* Im Sinne der Forderungen des Universitätspredigers werden amicable Lösungen unter Einbeziehung der hierzu gemäß Staatskirchenvertrag verpflichteten sächsischen Staatsregierung gefunden.
* Der Freistaat Sachsen ergreift künftig alle erforderlichen Maßnahmen, um ein Mindestklima zu gewährleisten, das notwendig ist, um sowohl die Orgeln als auch die Ausstattungsstücke in dem als Universitätskirche und Aula genutzten Gesamtraum hinreichend zu schützen!

 

Kontakt:
Bürgerinitiativkreis "Wort halten"
c/o Stiftung "Universitätskirche St. Pauli zu Leipzig"
Burgstr. 5
04109 Leipzig
info@stiftung-universitaetskirche.de

 

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