Phonetik in Gefahr!


Phonetik in Gefahr!
Das Problem
Der Schwerpunktbereich Phonetik innerhalb des Instituts für Empirische Sprachwissenschaft am Fachbereich 09 der Goethe-Universität Frankfurt am Main ist in Gefahr!
Bei uns an der Goethe-Universität wird aufgrund einer nicht ausreichenden Finanzierung der Universitäten hierzulande der Rotstift angesetzt und Zwangssparmaßnahmen müssen von den Dekanaten notgedrungen umgesetzt werden, die ihnen die Universitätsverwaltung auferlegt. Die sogenannten „kleinen Fächer“, wie die Studiengänge am Fachbereich 09 meist beschrieben werden, sind hierbei besonders hart von derlei Sparzwängen betroffen, da bei uns oftmals die wirtschaftliche Relevanz der Forschung als gering oder nicht gegeben eingestuft wird und die Existenz ganzer Studiengänge in der Regel mit lediglich einer oder zwei Professuren verknüpft ist. Kurzum: Man kostet aus Sicht der Landesregierungen gerne mal mehr, als man denn an Nutzen abwirft.
Am Institut für Empirische Sprachwissenschaft steht aktuell die Reakkreditierung des Studiengangs an, bei der der Studiengang auf seine Studierbarkeit geprüft werden soll. Im Zuge dieses Prozesses soll unter anderem eine neue Studienordnung erarbeitet werden – eine perfekte Gelegenheit Einsparungen und Reduktionen zu implementieren, so scheint es!
Dem Institut, das mit seiner Vielzahl an Schwerpunkten für kulturelle und sprachliche Diversität in seiner Ausbildungs- und Forschungsausrichtung steht, wurde hier eine Notwendigkeit zur Reduktion seiner intern angebotenen Schwerpunkte signalisiert.
Einer dieser Schwerpunkte ist in diesem Fall die Phonetik, die neben der Vergleichenden Sprachwissenschaft eine der beiden Professuren am Institut stellt. Als interner Schwerpunkt mit den zweitmeisten Studierenden am Institut, sah man sich seitens der Studierenden trotz aktuell vakanter Professur zumindest halbwegs auf der sicheren Seite, von den Einsparungsmaßnahmen nicht in voller Härte getroffen zu werden. Nach Sondierungsgesprächen im letzten Jahr, in denen die schwierige Situation erstmals mit den Studierenden des Instituts kommuniziert wurde, war allerdings klar, dass die zurzeit unbesetzte Professur einen direkten Angriffspunkt darstellt.
Im Zuge der Einbindung der Studierenden seitens unseres Instituts durch Prof. Carling, die sich – seit ihrer Berufung für die Professur für Vergleichende Sprachwissenschaft – aktiv und lautstark für den Erhalt der Phonetik einsetzt, hat die Institutsgruppe der Empirischen Sprachwissenschaft als Interessensvertretung der Studierendenschaft an unserem Institut am 17.03.23 ein Schreiben an den Dekan des Fachbereichs, Herrn Prof. Paulsen, gerichtet, in dem die Relevanz des Erhalts der Phonetik aus der Perspektive der Studierenden dargelegt wurde.
Als Antwort in einem Schreiben vom 22.03.23 bestätigte der Dekan, dass „die Phonetik als Teil des Studiengangs Empirische Sprachwissenschaft ein wesentliches Element“ darstelle und sicherte das Bemühen zu, den Schwerpunkt als solchen erhalten zu wollen.
Wie bereits vom Dekan treffend erkannt, stellt die Phonetik einen absolut elementaren Grundbaustein der Sprachwissenschaft und der damit verbundenen Ausbildung sowie Forschung dar. Ein sprachwissenschaftliches Arbeiten ohne fundierte Kenntnisse in der Phonetik ist undenkbar, unabhängig von Ausrichtung oder Schwerpunkt der Studierenden. Ausgebildete Phonetiker*innen arbeiten beispielsweise in zukunftsträchtigen Feldern wie der Entwicklung von Anwendungen zur Spracherkennung und Sprachsynthese (wodurch unter anderem zur Barrierefreiheit oder Verbesserung der Lebensqualität im Alltag beigetragen wird; zu nennen wären hier beispielsweise Alexa, Siri und weitere Anwendungen), der Sprachdidaktik, Sprachpathologie sowie Sprachtherapie, in der Sprachforensik, in Aussprachedatenbanken für Fernsehen und Radio etc., um nur einige wenige zu nennen.
Ein Wegfall der Professur, des Schwerpunktbereichs und der damit verbundenen Expertise wäre ein herber Schlag und Verlust für uns und unser Institut. Dies stellt einerseits die Streichung von Kernkompetenzen in unserem Studium dar und würde andererseits den Umstand bedeuten, dass lediglich eine Professur als Tragpfeiler für ein Institut mit mehreren Hundert aktiv Studierenden verbleibt.
Voller Unverständnis müssen wir als Studierende nun feststellen, dass wir und unsere Zukunft erneut als Einsatz – wie in einer Art Glücksspiel – gehandelt werden, da die Streichung der vakanten Professur und dem daran angegliederten Schwerpunkt bei einer außerordentlichen Fachbereichsratssitzung am 13.03.24 abermals auf der Agenda stehen. Obwohl wir steigende Studierendenzahlen von teils 400% im aktuell zweiten Semester im Vergleich zum Vorjahr haben!
Die Kurzfristigkeit, mit der die Sitzung anberaumt wurde, und die mangelnde Transparenz in der Kommunikation dieser Belange mit den Studierenden sehen wir als strategisches Mittel, damit wir vor vollendete Tatsachen gestellt werden und ein entsprechender Einsatz seitens der Studierenden verunmöglicht werden soll.
Wir sehen unser Studium, unsere Leidenschaft und unsere berufliche Zukunft akut und aktiv bedroht!
Mit dieser Petition möchten wir als Studierendenschaft der Empirischen Sprachwissenschaft an der Goethe-Universität zeigen, dass wir uns nicht tatenlos wegrationalisieren lassen, und hoffen auf Eure/Ihre Solidarität.
Die Institutsgruppe der Empirischen Sprachwissenschaft
Das Problem
Der Schwerpunktbereich Phonetik innerhalb des Instituts für Empirische Sprachwissenschaft am Fachbereich 09 der Goethe-Universität Frankfurt am Main ist in Gefahr!
Bei uns an der Goethe-Universität wird aufgrund einer nicht ausreichenden Finanzierung der Universitäten hierzulande der Rotstift angesetzt und Zwangssparmaßnahmen müssen von den Dekanaten notgedrungen umgesetzt werden, die ihnen die Universitätsverwaltung auferlegt. Die sogenannten „kleinen Fächer“, wie die Studiengänge am Fachbereich 09 meist beschrieben werden, sind hierbei besonders hart von derlei Sparzwängen betroffen, da bei uns oftmals die wirtschaftliche Relevanz der Forschung als gering oder nicht gegeben eingestuft wird und die Existenz ganzer Studiengänge in der Regel mit lediglich einer oder zwei Professuren verknüpft ist. Kurzum: Man kostet aus Sicht der Landesregierungen gerne mal mehr, als man denn an Nutzen abwirft.
Am Institut für Empirische Sprachwissenschaft steht aktuell die Reakkreditierung des Studiengangs an, bei der der Studiengang auf seine Studierbarkeit geprüft werden soll. Im Zuge dieses Prozesses soll unter anderem eine neue Studienordnung erarbeitet werden – eine perfekte Gelegenheit Einsparungen und Reduktionen zu implementieren, so scheint es!
Dem Institut, das mit seiner Vielzahl an Schwerpunkten für kulturelle und sprachliche Diversität in seiner Ausbildungs- und Forschungsausrichtung steht, wurde hier eine Notwendigkeit zur Reduktion seiner intern angebotenen Schwerpunkte signalisiert.
Einer dieser Schwerpunkte ist in diesem Fall die Phonetik, die neben der Vergleichenden Sprachwissenschaft eine der beiden Professuren am Institut stellt. Als interner Schwerpunkt mit den zweitmeisten Studierenden am Institut, sah man sich seitens der Studierenden trotz aktuell vakanter Professur zumindest halbwegs auf der sicheren Seite, von den Einsparungsmaßnahmen nicht in voller Härte getroffen zu werden. Nach Sondierungsgesprächen im letzten Jahr, in denen die schwierige Situation erstmals mit den Studierenden des Instituts kommuniziert wurde, war allerdings klar, dass die zurzeit unbesetzte Professur einen direkten Angriffspunkt darstellt.
Im Zuge der Einbindung der Studierenden seitens unseres Instituts durch Prof. Carling, die sich – seit ihrer Berufung für die Professur für Vergleichende Sprachwissenschaft – aktiv und lautstark für den Erhalt der Phonetik einsetzt, hat die Institutsgruppe der Empirischen Sprachwissenschaft als Interessensvertretung der Studierendenschaft an unserem Institut am 17.03.23 ein Schreiben an den Dekan des Fachbereichs, Herrn Prof. Paulsen, gerichtet, in dem die Relevanz des Erhalts der Phonetik aus der Perspektive der Studierenden dargelegt wurde.
Als Antwort in einem Schreiben vom 22.03.23 bestätigte der Dekan, dass „die Phonetik als Teil des Studiengangs Empirische Sprachwissenschaft ein wesentliches Element“ darstelle und sicherte das Bemühen zu, den Schwerpunkt als solchen erhalten zu wollen.
Wie bereits vom Dekan treffend erkannt, stellt die Phonetik einen absolut elementaren Grundbaustein der Sprachwissenschaft und der damit verbundenen Ausbildung sowie Forschung dar. Ein sprachwissenschaftliches Arbeiten ohne fundierte Kenntnisse in der Phonetik ist undenkbar, unabhängig von Ausrichtung oder Schwerpunkt der Studierenden. Ausgebildete Phonetiker*innen arbeiten beispielsweise in zukunftsträchtigen Feldern wie der Entwicklung von Anwendungen zur Spracherkennung und Sprachsynthese (wodurch unter anderem zur Barrierefreiheit oder Verbesserung der Lebensqualität im Alltag beigetragen wird; zu nennen wären hier beispielsweise Alexa, Siri und weitere Anwendungen), der Sprachdidaktik, Sprachpathologie sowie Sprachtherapie, in der Sprachforensik, in Aussprachedatenbanken für Fernsehen und Radio etc., um nur einige wenige zu nennen.
Ein Wegfall der Professur, des Schwerpunktbereichs und der damit verbundenen Expertise wäre ein herber Schlag und Verlust für uns und unser Institut. Dies stellt einerseits die Streichung von Kernkompetenzen in unserem Studium dar und würde andererseits den Umstand bedeuten, dass lediglich eine Professur als Tragpfeiler für ein Institut mit mehreren Hundert aktiv Studierenden verbleibt.
Voller Unverständnis müssen wir als Studierende nun feststellen, dass wir und unsere Zukunft erneut als Einsatz – wie in einer Art Glücksspiel – gehandelt werden, da die Streichung der vakanten Professur und dem daran angegliederten Schwerpunkt bei einer außerordentlichen Fachbereichsratssitzung am 13.03.24 abermals auf der Agenda stehen. Obwohl wir steigende Studierendenzahlen von teils 400% im aktuell zweiten Semester im Vergleich zum Vorjahr haben!
Die Kurzfristigkeit, mit der die Sitzung anberaumt wurde, und die mangelnde Transparenz in der Kommunikation dieser Belange mit den Studierenden sehen wir als strategisches Mittel, damit wir vor vollendete Tatsachen gestellt werden und ein entsprechender Einsatz seitens der Studierenden verunmöglicht werden soll.
Wir sehen unser Studium, unsere Leidenschaft und unsere berufliche Zukunft akut und aktiv bedroht!
Mit dieser Petition möchten wir als Studierendenschaft der Empirischen Sprachwissenschaft an der Goethe-Universität zeigen, dass wir uns nicht tatenlos wegrationalisieren lassen, und hoffen auf Eure/Ihre Solidarität.
Die Institutsgruppe der Empirischen Sprachwissenschaft
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Petition am 27. Februar 2024 erstellt