

Am 11.09.2018 tagte der Sorbenrat in Potsdam. Trotz ausdrücklicher Einladung nahm an diesem Termin kein Vertreter des Bildungsministeriums teil. Deshalb können wir euch leider keinen aktuellen Stand zur Erarbeitung der Sorben-/Wenden- Schulverordnung (SWSchulV) übermitteln. Langsam wird es Zeit einen zukunftsweisenden Entwurf der SWSchulV vorzulegen. Wir werden langsam ungeduldig und lassen nicht zu dass der man die Erstellung der SWSchulV aussitzt und in die nächste Legislaturperiode im Landtag verschieben könnte!
Liebe Frau Bildungsministerin Ernst, wir erinnern Sie eindringlich an Ihr Versprechen von Ihrem Besuch am Niedersorbischen Gymnasium am 10.11.2017 eine dem Sorbischen Volk und den Fragen des Minderheitenschutzes entsprechende SWSchulV auf Ihre Agenda zu setzen und zu unterstützen! Diese Unterstützung brauchen wir JETZT mehr denn je! Bitte intensivieren Sie die Arbeit an der SWSchulV in Ihrem Haus und vor allem die Zusammenarbeit mít unseren Sorbischen Gremien und Vertretern im Sorbenrat!
Was uns jedoch aufhören lässt, ist eine im Sorbenrat angesprochene Überlegung des Ministeriums die von uns lang erwartete Veröffentlichung der Ergebnisse der WITAJ-Evaluation unter den Tisch fallen zu lassen! Eltern und Lehrer kämpften Jahre lang intensiv für die Durchführung dieser Studie (konkret ab 2012), unser Interesse daran zu erfahren wo wir mít unserem Niedersorbischen Schulwesen stehen ist ausserordentlich hoch. Letztlich gab das MBJS unserem Drängen nach und beauftragte die Evaluierung. Die Finanzierung der Studie erfolgt damit aus öffentlichen Mitteln!
Bei der letzten Tagung des Bildungsausschuss der Domowina Anfang Juli diesen Jahres gab es noch den Stand, dass die (dem MBJS bereits seit längerem vorliegenden) Ergebnisse im Oktober 2018 öffentlich präsentiert werden sollten.
Nach diesem Sorbenrat sieht es allerdings so aus, als wolle das Bildungsministerium hier nun eine Rolle Rückwärts machen: Es war zu vernehmen, dass MBJS trage sich mít den Überlegungen die Ergebnisse der WITAJ-Studie nun doch nicht zu veröffentlichen.
Die WITAJ-Evaluation wird wissenschaftlich von der Fachratschaft für Sorabistik betreut, jährlich wurden die Sprachstände der Niedersorbischen Sprache in Wort, Schrift und Sprachverständnis bei den Fünft- und Sechstklässlern erhoben und ausgewertet, ein wichtiger Augenmerk lag auf der Erfassung des Sprachzuwachses zwischen den Jahrgangsstufen.
Unsere Kinder die Niedersorbisch in Brandenburger Schulen lernen haben dazu in der Jahrgangsstufe 4 und 6 an dieser Studie teilgenommen, wir Eltern wurden Seitenlang über die Notwendigkeit, den Sinn und den Ablauf der Datenerhebung informiert und haben unser Einverständnis gegeben, dass die Kinder an der Studie teilnehmen dürfen.
Unsere Kinder wurden getestet und nun möchten wir auch die Ergebnisse dieser Tests erfahren!
Wir finden als Eltern ist das legitim und unser gutes Recht.
Auch bei unserem gemeinsamen Kampf für eine positive und zukunftsweisende Sorben-/Wenden-Schulverordnung (SWSchulV) haben wir mehrfach signalisiert, dass wir es für sinnvoll erachten die Evaluationsergebnisse abzuwarten und diese bei der Erarbeitung der SWSchulV einfließen zu lassen, bzw. daraus auch weiterreichende Maßnahmen zur Belebung und dem Erhalt unserer Sprache abzuleiten. Wichtig ist auch dafür natürlich die Studie zu kennen.
Dies sollte in Zeiten von Transparenz und Informationsrechten der Bürger und bei einer derartig intensiven Beteiligung der Kinder selbstverständlich sein. Und zwar ungeachtet dessen, wie gut oder schlecht die Ergebnisse der Evaluation auch ausgefallen sein mögen!
Es ist uns nicht verständlich warum das MBJS nun versucht die Veröffentlichung der Ergebnisse unter den Tisch fallen zu lassen. Was mögen die Gründe sein? Uns fällt darauf keine plausible Antwort ein. Diese Fragen kann uns nur das MBJS beantworten. Wir brauchen hier klare und eindeutige Antworten auf unsere Fragen, damit wir solche Überlegungen nachvollziehen können, denn wir verstehen nicht warum im Ministerium nun so mit der Studie umgegangen wird, bzw. was das Ministerium nun konkret mit den Ergebnissen vorhat.
Uns Eltern ist eine Veröffentlichung der Ergebnisse ausserordentlich wichtig:
Diese Studie spiegelt auf wissenschaftlicher Basis wieder, wie es um unsere Niedersorbische Sprache und damit auch um den Stand der Revitalisierungsbemühungen der letzten 20 Jahre bestellt ist. Doch nicht nur wir Familien und unsere beteiligten Kinder, sondern auch unser sorbisches Volk und die Öffentlichkeit, und natürlich auch Ihr, liebe Unterstützer... Wir alle haben unserer Auffassung nach ein Recht auf die Veröffentlichung der Ergebnisse der Studie.
Warten wir also nicht auf einen Sorbischen Whistleblower a la Edward Snowden sondern appellieren wir gemeinsam an das MBJS die Ergebnisse der WITAJ-Evaluation zu veröffentlichen.
Deshalb fordern wir:
Liebe Bildungsministerin Britta Ernst,
zögern Sie nicht und lassen Sie die Ergebnisse der WITAJ-Evaluation nicht länger zurückhalten! Bitte veröffentlichen Sie endlich die Ergebnisse!
Wir warten darauf und wir haben ein Recht darauf zu erfahren wie es um den Sorbischunterricht wirklich bestellt ist!
Nur so können wir gemeinsam handeln und wirkungsvolle Maßnahmen zur Rettung unserer Niedersorbischen Sprache ableiten.
Dazu braucht es eine zukunftsorientierte Strategie, ein wissenschaftlich basiertes Bildungskonzept auf Basis einer umfassenden Studie.
Diese Forderung haben wir gemeinsam mít dem Sorbenrat und der Domowina und auch hier im Rahmen der Petition bereits mehrfach erhoben. Bitte leiten Sie dies in die Wege. Dies ist das Fundament und die Basis der Niedersorbischen Bildungsangebote vom Kindergarten bis zum Abitur.
Bitte unterstützen Sie uns dabei!