Petition updateWir Eltern kämpfen für den Sorbisch-Unterricht unserer Kinder!Eine Zeitreise mit den (nieder-)sorbischen Vorschulkindern & unser Herzensdank!
Kathleen KomolkaGermany
Aug 14, 2017
Auch wenn unsere Brandenburger Schulkinder im Moment die Ferien genießen, ist mit Blick auf das kommende Schuljahr viel in Bewegung... So steigern sich Spannung und Vorfreude unserer Vorschulkinder, die in den WITAJ-Kitas bereits ideal in der niedersorbischen Sprache gefördert wurden, von Tag zu Tag denn: Bald kommen sie in die Schule und möchten dort natürlich weiter so intensiv und wunderbar in sorbisch/wendisch und natürlich auch im Bilingualen (WITAJ-)Unterricht gefördert werden. Dafür kämpfen wir Eltern, mit Euch gemeinsam, damit unsere Sprache und Kultur auch diesen und den noch folgenden Generationen erhalten bleibt und möchten Euch auf diesem Weg von Herzen für Eure Unterstützung danken! DANKE! Wir brauchen euch! Jede Stimme zählt und deshalb bitten wir euch eindringlich und inständig: Bitte unterzeichnet und teilt diese Petition! Doch nun möchte ich die Gelegenheit ergreifen und euch mit auf eine kleine Zeitreise nehmen und einige Impressionen aus dem Niedersorbischen Kindergarten MATO RIZO mit euch teilen: Zeit ist relativ und wie sehr dies zutrifft spüren wir wenn wir zurück blicken. Ist es wirklich schon gut fünf Jahre her, dass unsere Kleinen gemeinsam in die Krippe der Kita MATO RIZO kamen und wir sie den wiegenden Armen von Netti und Astrid übergaben, zuweilen mit dem Gefühl und der bangen Frage „Wie sollen unsere Kleinsten den Tag nur ohne uns überstehen? (Oder vielleicht auch wir ohne sie?) Doch es ging und es hätte nicht besser sein können, denn sie erfuhren und bekamen alles was nötig war um zu wunderbaren, selbstbewussten, starken, aufgeweckten, lebhaften, klugen (und dank der unverzichtbaren Arbeit der Erzieherinnen ab dem ersten Tag auch zu) zweisprachigen Kindern herangewachsen zu sein. Gemeinsam vergingen die Jahre und wir erlebten manches Abenteuer, lachten und weinten zusammen und wuchsen miteinander und aneinander. Manches Kind sprach seine ersten Worte in sorbischer Sprache noch vor den ersten deutschen Worten. Auch wir Eltern wuchsen und wachsen mit unseren Kindern und in unserer Gemeinschaft. Wir feiern unsere traditionellen Bräuche und Feste, wie seit vielen Generationen, im Kreis der Gemeinschaft und erleben Momente voller Leichtigkeit und unbändiger Freude: wenn unsere Kleinen zu Erntekönigen werden und ihre Königinnen wählen oder einfach miteinander die Tänze tanzen und Lieder singen, wie einst unsere (Ur-)Urgroßeltern. Wie schnell flog sie dahin, die Zeit der Leichtigkeit und des Musizierens in Gruppe 2 bei Irmi und Margitta? Während unsere wilde Bande unter den liebevollen und in jeder Hinsicht fördernden Augen der Erzieherinnen heranwächst und gedeiht. Inzwischen liegt die Kindergartenzeit fast hinter unseren -inzwischen großen Vorschul- Kindern und wir staunen welche Stärken in den Jahren erworben wurden, welche Talente die großen Kleinen vielleicht erahnen lassen und welche kreativen Potentiale in ihnen schlummern: durch die Anregung und den geschaffenen Raum zur Entfaltung durch die Erzieherinnen Mila und Diana hervorgekitzelt, aus dem Dornröschenchlaf erwacht und manchmal gewiss auch nicht ganz so einfach in Zaum zu halten... Und immer verbunden mit dem größten Geschenk, dass die WITAJ-Kita MATO RIZO des Sorbischen Schulvereins den Kindern machen und mit auf den Lebensweg geben kann: Das Geschenk unserer (Nieder-)sorbischen/wendischen Sprache. Wo sind sie geblieben, diese gemeinsamen fünf Jahre? Vergangen sind sie wie im Fluge und scheinen nur einen Wimpernschlag entfernt zu sein. Fünf Jahre voller unvergesslicher Momente, Freundschaften wurden geknüpft, mögen sie die kommenden Zeit überdauern und Erinnerungen geschrieben. Die Kinderherzen sind offen und bereit für die nächste Etappe auf ihrem frischen Lebensweg: Jetzt geht es (endlich bald) in die Schule! Und das BESTE daran ist, dass unsere Kinder (größtenteils) auch diesen Weg an der Grundschule (und damit auch weiterhin bilingual) gemeinsam weiter beschreiten werden. Doch jedem Anfang geht ein Abschied voraus. Ein Abschied, den wir Eltern gemeinsam mit den Vorschulkindern und Erziehern im Freilandmuseum Lehde feierten, um auch bei diesem Anlass gemeinsam in der Zeit zu reisen: Diese Reise trug uns zurück in Zeiten des noch jungen 19. Jahrhunderts. Dort erfuhren wir, wie unsere wendischen/(nieder-)sorbischen Vorfahren in der Region einst Brot bucken, mit den Tieren unter einem Dach lebten, auf den Feldern oder beim hüten des Viehs der Gnade des Jahreskreises und der Witterung augeliefert waren und körperlich hart arbeiteten um das Überleben der Familie zu sichern: Kühe mussten gemolken werden um aus der gewonnenen Milch Molke, Quark oder Butter herzustellen. Welch Genuss auf selbst gebackenem Brot. Voller Neugier, Freude und Begeisterung lauschten die Kinder den Worten von Dirk vom Museum, der uns mit dem dörflichen Leben der damaligen Zeit vertraut machte und auf den ein Sturm an Fragen der wissbegierigen (Vorschul-)Kinder einprasselte. Dieser Wissensdurst und die Neugier alles lernen und erfahren zu wollen zeigt aber auch, dass sie bereit sind voller (Vor-)Freude dem Leben als Schulkind entgegen zu treten und darauf vom Kindergarten wunderbar vorbereitet sind. Doch wie wir unsere kleinen Geister, vergleichbar mit flirrenden Irrlichtern (unserer Sagenwelt) kennen, genügt es ihnen nicht die Fragen nur beantwortet zu kommen. Viel wichtiger ist es die Dinge gemeinsam zu erfahren, erleben und in die Hand zu nehmen. Gelegenheit dazu gibt es im Freilandmuseum Lehde reichlich: neben dem spielen mit Spielzeug aus der alten Zeit (wie Stelzen, kreiseln oder Sack hüpfen) versuchen sich die Kinder daran Aufgaben auf die althergebrachte Art zu übernehmen: Das Melken der braven (Holz)-Kuh entlockt manchen Begeisterungsschrei „Es klappt, meine Kuh gibt Milch“ (in dem Fall auch Wasser...) und aus der Milch stellten die Kinder im Anschluss gemeinsam Butter her... Ein Erlebnis, das wir alle miteinander teilten ebenso wie die Brote mit unserer selbstgemachten Butter. Dieser Tag ist ein Geschenk. Ein Geschenk an unsere Kinder und an uns. Ein Geschenk das uns den nahenden Abschied vom Kindergarten schmecken und die Süße des Neuanfangs in der Schule erahnen lässt. Aber auch ein Geschenk, dass zeigt wo unsere Wurzeln liegen – sei es in unseren Herkunftsfamilien oder in den frühen Kindertagen, die uns Halt und Stabilität für alle umschließenden Ringe des Lebensbaums geben: Lube Astrid, lube Netti, lube Irmi, lube Jacqueline, lube Margitta, lube Diana a lube Mila: Wir danken euch für den Grundstein, zur Entwicklung der sorbischen Sprache, Kultur und Identität, der durch eure unschätzbare Arbeit in den Herzen unserer Kinder gelegt wurde! Von ganzem Herzen! Wir danken euch für die aufregende, großartige gemeinsame Zeit, in die wir gemeinsam mit unseren Kindern im Herzen oft durch die Zeit reisen werden!
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