Petition updateWir Eltern kämpfen für den Sorbisch-Unterricht unserer Kinder!23.03.2017: Übergabe der Bilder und des Petitionszwischenstand an Bildungsminister Günter Baaske

Kathleen KomolkaGermany

Mar 24, 2017
Gestern war es soweit:
Der Tag der Tage, dem unsere Kinder schon mit Feuereifer entgegen fieberten: Der Tag an dem die Bilder, die die Kinder an Schulen den Schulen in Krieschow, Vetschau, Sielow, Jänschwalde und Burg für Minister Baaske gemalt haben.
Bilder die eine eigene Sprache sprechen und die Geschichte der Bedeutung der sorbischen Sprache und Kultur im Leben der Kinder erzählen. Bilder auf dem sich der reiche Sagenschatz der Sorben wiederspiegelt, mit den Lutken, Irrlichtern, der Mittagsfrau, dem Schlangenkönig, dem Teufel (der den Spreewald erschuf) und vielen anderen Bekannten.
Auch unsere sorbischen Bräuche, wie das Bescherkind (das zu uns anstelle des Weihnachtsmannes kommt), das bemalen der Ostereier auf sorbische Art, das Hahnrupfen als Erntebrauch und viele andere finden sich ebenso verewigt wie die aufwendigen traditionellen sorbischen Trachten und Spreewaldtrachten bis hin zu den sorbischen Namen der Orte aus denen die Kinder stammen oder Spreewaldlandschaften.
Auch Botschaften finden sich auf den Bildern, wie die eines Mädchens aus der 2. Klasse der Grundschule Krieschow die schreibt "sobisch untericht weiter machen. Ich Josie lerne sorbisch schon seit der 1. Klasse. Meine Oma hat schon sobisch gelernt. 83 is sie und Weiß noch ales. Ich wohne in Milkersdorf (sorbisch) Gomej."
Bilder, die nicht nur den Kindern und uns große Freude bereiten, sondern hoffentlich auch dem Minister. Herr Baaske soll durch die Bilder der Kinder einen Einblick bekommen, welche tiefe Bedeutung der Sorbischunterricht und unsere sorbische Sprache und Kultur im Leben der Kinder hat.
Auch der Zwischenstand unserer Online-Petition wurde an Herrn Minister Baaske übergeben: 7.257 haben wir dort DANK EURER GROSSARTIGEN UNTERSTÜTZUNG an Minister Baaske übergeben können.
Dabei gab mir der Minister bei der Übergabe der Unterschriften das Versprechen sich von der Zahl 12 längst verabschiedet zu haben und dicht an einer sächsischen Lösung zu sein. Dazu hat Herr Baaske am Vortag mit seiner sächsischen Amtskollegin gesprochen und sich über das sächsische Modell informiert. Minister Baaske schaute mir in die Augen und versicherte mir "Minderheitenschutz hat für uns oberste Priorität und das werden wir auch grade bei der Sorben-/Wenden Schulverordnung beachten."
Nahe an einer sächsischen Lösung ist uns jedoch nicht genug. Wir fordern eine deutliche Verbesserung der Rahmenbedingungen des Sorbisch-Unterrichts für unsere Kinder.
Dies gilt natürlich auch im Bezug auf die sächsische Regelung. Es genügt uns nicht, dass unsere neue Sorben-/Wenden Schulverordnung sich nahe an der sächsischen Regelung bewegt, sondern sie muss deutlich besser sein.
Deshalb halten wir an unserer Forderung keine Zahl in die Verordnung aufzunehmen fest und bleiben dabei: Wenn sich unbedingt eine Zahl in dieser Verordnung widerspiegeln muss, so ist es mit Verweis auf unsere Landesverfassung und den Rechtsanspruch unserer Kinder die Zahl 1.
Für uns beginnt jetzt also erst der Prozess, bei dem wir uns eine aktive Beteiligung von uns Eltern wünschen. Das ist wichtig um die tatsächlichen Probleme bei der Gestaltung des Sorbischunterrichts, wie wir im umfassenden Dialog mit den Sorbischlehrerinnen und Direktorinnen in vielen Lausitzer Schulen in Erfahrung bringen könnten, aktiv einbringen und lösen zu können. Im Interesse von Schülern und Lehrern, die auch unbedingt von einer Verbesserung ihrer Arbeitsbedingungen und Personalausstattung profitieren müssen um qualitativ besseren Unterricht in der sorbischen Sprache leisten zu können.
Dafür brauchen wir DRINGEND eure Unterstützung! Bitte unterzeichnet und teilt diese Petition weitläufig in euren Kreisen und sozialen Netzwerken und lasst uns so für unsere Kinder und den Erhalt der sorbischen Sprache und Kultur für uns als sorbisches Volk kämpfen.
Am meisten hat mich gestern die Heimfahrt mit den Kindern berührt, auf der sorbische Lieder im Bus erklangen und wir gemeinsam unsere Stimmen im Gesang erhoben.
Liebe Unterstützer, ich möchte jedem Einzelnen von Herzen danken! IHR habt diesen tollen Tag und das Einlenken des Bildungsministeriums im Bezug auf die Zahl 12 möglich gemacht! Bitte unterstützt uns weiter auf diesem Weg!
Die Kinder und wir Eltern danken EUCH von Herzen!
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