
Liebe Unterstützer*innen
wie versprochen, haben wir die Argumente der ein Tempolimit nicht befürwortenden Automobilclubs durchleuchtet. Mit den nächsten beiden Updates erfahrt ihr das alles andere als schmeichelhafte Ergebnis:
1. Autobahnen sind die sichersten Straßen!
Hier bedienen sich Autoclubs wie ADAC und AvD einer simplen Rechnung. Sie beziehen die Verkehrstoten auf die Zahl der Kraftfahrzeugkilometer und/oder nennen nur die Aufteilung der Unfälle mit Personenschäden (PS) auf die Bereiche innerorts/außer Orts ohne BAB/ Autobahnen.
Die Zahlen für 2018: 308.721 Unfälle mit PS, die sich entsprechend aufteilen in 69,0% innerorts, 24,3% außer Orts ohne BAB und 6,7% Autobahnen. Das verwundert zunächst einmal nicht, weil die Unfallgefahren innerorts wegen der hohen Zahl unterschiedlichster Verkehrsteilnehmer/Situationen logischer Weise am höchsten sind. Und auf Landstraßen sind die örtlichen Gegebenheiten wesentlich unfallträchtiger als auf Autobahnen, wo es im Prinzip mehrspurig „immer geradeaus“ geht. Trotzdem gab es dort 424 Tote, also genau 424 zu viel. Die manipulative Argumentation wird anhand folgender Zahlen des Stat. Bundesamtes deutlich:
2018 entfielen auf 1.000 Unfälle mit Personenschaden
- 5 Getötete innerorts
- 25 Getötete außer Orts ohne BAB und
- 21 Getötete auf Autobahnen
2. Ein Tempolimit wäre wirkungslos, weil die wenigsten Autofahrer schneller als 130 km/h fahren!
Weit gefehlt. Da hat jemand weder die Umwelt noch die Verkehrssicherheit im Blick. Nach Berechnungen des Umweltbundesamtes verursachen PKW und leichte Nutzfahrzeuge 2018 39,1 Mio. t. CO²-Äquivalente. Davon könnten bei
- Tempolimit 130 km/h 1,9 Mio. t.
- Tempolimit 120 km/h 2,6 Mio. t. und
- Tempolimit 100 km/h 5,4 Mio. t. CO² eingespart werden.
Bereits ein Tempolimit 130 km/h würde zudem zu einer generellen Verkehrsberuhigung beitragen, weil das ständige Beschleunigen und Abbremsen über 130 km/h entfiele und sich auch Drängeln nicht mehr „lohnen“ würde. Dadurch würde die Zahl der in 2018 auf Autobahnen 424 Getöteten und 32.913 Verletzten auf jeden Fall reduziert. Wobei jeder Tote einer zu viel ist; zugleich würden durch jeden vermiedenen Unfall die damit verbundenen Staus sowie deren volkswirtschaftliche Folgekosten entfallen!
3. Wichtiger als ein Tempolimit ist es, angeschnallt zu fahren und ausreichende Sicherheitsabstände einzuhalten!
Dieses Ablenkungsmanöver werten wir als durchsichtigen Lobbyismus. Das zu dichte Auffahren und Drängeln ist natürlich ein schwerwiegendes Problem. Aber gerade dagegen hilft das Tempolimit in einer ersten Stufe! Darüber hinaus muss die Einhaltung aller Regeln der StVO selbstverständlich auch überwacht werden.
Die Fortsetzung folgt in Kürze! Es wird noch peinlicher, versprochen.
Thomas und Matthias Geck