Petition zur Förderung von Notationsfreiheit in der Mathematik an der Goethe Uni

Das Problem

Petition zur Förderung von Notationsfreiheit in der Mathematik an der Goethe Uni

 

Anliegen
Wir fordern die Einführung und Anerkennung von Notationsfreiheit in der schulischen und universitären Mathematikausbildung. Lernende sollen die Möglichkeit erhalten, mathematische Sachverhalte in unterschiedlichen, fachlich korrekten Darstellungsformen auszudrücken, anstatt ausschließlich an eine normierte Schreibweise gebunden zu sein.

 

Begründung

Mathematik ist nicht nur ein Regelwerk, sondern auch eine Sprache zur Beschreibung von Strukturen, Mustern und Zusammenhängen. Wie in jeder Sprache existieren verschiedene Ausdrucksweisen, die denselben Inhalt transportieren können. Die derzeitige Praxis bewertet jedoch häufig primär die Einhaltung spezifischer Notationen, statt das mathematische Verständnis in den Mittelpunkt zu stellen.

 

Dies führt zu mehreren Problemen:

1. Einschränkung des Denkens
   Lernende orientieren sich stärker an formalen Vorgaben als an inhaltlichem Verständnis. Kreative Lösungsansätze oder alternative Herangehensweisen werden entmutigt.

2. Fehlende Individualisierung
   Unterschiedliche Denkstile (visuell, analytisch, strukturell) werden nicht ausreichend berücksichtigt. Skizzen, Diagramme oder selbstgewählte Zwischenrepräsentationen werden oft nicht anerkannt.

3. Fehlbewertung mathematischer Kompetenz
   Korrekte Lösungen können als falsch gewertet werden, wenn sie nicht der erwarteten Notation entsprechen (z. B. Darstellung als Menge statt als Einzelwert oder alternative Umformungsschritte).

4. Realitätsferne
   In Wissenschaft und Praxis existiert keine absolute Standardnotation. Fachleute passen ihre Darstellung flexibel an Problemstellung und Kontext an. Vor allem in der Informatik und Technik wird es schon häufig so angewendet, dass man skizziert statt zu schreiben oder eine Mischung nutzt oder es farbig anmalt oder schraffiert oder dass man irgendwelche Diagramme nutzt statt es klassisch-mathematisch zu schreiben. Es kann individuell schneller oder langsamer sein. Vor allem in fachübergreifenden Modulen wäre es kommunikativ wichtig, auch alternative Notationen und Lösungswege anzuerkennen.

 

Forderungen

Wir schlagen folgende Maßnahmen vor:

1. Anerkennung äquivalenter Notationen
   Lösungen sollen als korrekt bewertet werden, wenn sie mathematisch äquivalent und logisch konsistent sind – unabhängig von der konkreten Darstellung (z. B. Mengenform, alternative Bruchdarstellungen, unterschiedliche Umformungswege).

2. Bewertung des Verständnisses statt der Form
   Der Fokus soll auf Nachvollziehbarkeit, Korrektheit und Argumentationsstruktur liegen, nicht auf der Einhaltung einer spezifischen Schreibweise.

3. Zulassung alternativer Darstellungsformen
   Skizzen, Diagramme, Graphen oder selbst entwickelte Notationen sollen als legitime Bestandteile eines Lösungswegs anerkannt werden, sofern sie fachlich korrekt sind.

4. Flexibilisierung der Rechenweg-Anforderungen
   Wenn ein Ergebnis korrekt und nachvollziehbar begründet ist, sollte kein starrer „Standard-Rechenweg“ erzwungen werden.

5. Schulung von Lehrkräften und Prüfenden
   Bewertende Personen sollen darin geschult werden, unterschiedliche mathematische Ausdrucksformen zu erkennen und fair zu bewerten.

Konkrete Beispiele

- Lösung als Menge:
  x \in { \frac{1}{2}, \frac{3}{4} } statt einzelner isolierter Angaben
- Alternative Herleitungen ohne klassischen Rechenweg, aber mit klarer Argumentation
- Nutzung von Skizzen zur Begründung geometrischer Aussagen
- Eigenständig strukturierte Zwischenschritte statt vorgegebener Schemata
- Skizzen mit Benennung von Elementen statt der klassischen Formelschreibweise

 

Ziel
Eine Mathematikausbildung, die Verständnis, Flexibilität und Problemlösekompetenz fördert – statt bloßer Reproduktion standardisierter Darstellungsformen.

 

Schlusswort
Notationsfreiheit bedeutet nicht Beliebigkeit. Sie setzt mathematische Korrektheit voraus, erweitert jedoch die Ausdrucksmöglichkeiten. Eine solche Reform würde die Qualität mathematischer Bildung nachhaltig verbessern und Lernende dazu befähigen, Mathematik als das zu begreifen, was sie ist: ein vielseitiges Werkzeug des Denkens.

 

Wir bitten um Unterstützung dieser Petition.

 

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Das Problem

Petition zur Förderung von Notationsfreiheit in der Mathematik an der Goethe Uni

 

Anliegen
Wir fordern die Einführung und Anerkennung von Notationsfreiheit in der schulischen und universitären Mathematikausbildung. Lernende sollen die Möglichkeit erhalten, mathematische Sachverhalte in unterschiedlichen, fachlich korrekten Darstellungsformen auszudrücken, anstatt ausschließlich an eine normierte Schreibweise gebunden zu sein.

 

Begründung

Mathematik ist nicht nur ein Regelwerk, sondern auch eine Sprache zur Beschreibung von Strukturen, Mustern und Zusammenhängen. Wie in jeder Sprache existieren verschiedene Ausdrucksweisen, die denselben Inhalt transportieren können. Die derzeitige Praxis bewertet jedoch häufig primär die Einhaltung spezifischer Notationen, statt das mathematische Verständnis in den Mittelpunkt zu stellen.

 

Dies führt zu mehreren Problemen:

1. Einschränkung des Denkens
   Lernende orientieren sich stärker an formalen Vorgaben als an inhaltlichem Verständnis. Kreative Lösungsansätze oder alternative Herangehensweisen werden entmutigt.

2. Fehlende Individualisierung
   Unterschiedliche Denkstile (visuell, analytisch, strukturell) werden nicht ausreichend berücksichtigt. Skizzen, Diagramme oder selbstgewählte Zwischenrepräsentationen werden oft nicht anerkannt.

3. Fehlbewertung mathematischer Kompetenz
   Korrekte Lösungen können als falsch gewertet werden, wenn sie nicht der erwarteten Notation entsprechen (z. B. Darstellung als Menge statt als Einzelwert oder alternative Umformungsschritte).

4. Realitätsferne
   In Wissenschaft und Praxis existiert keine absolute Standardnotation. Fachleute passen ihre Darstellung flexibel an Problemstellung und Kontext an. Vor allem in der Informatik und Technik wird es schon häufig so angewendet, dass man skizziert statt zu schreiben oder eine Mischung nutzt oder es farbig anmalt oder schraffiert oder dass man irgendwelche Diagramme nutzt statt es klassisch-mathematisch zu schreiben. Es kann individuell schneller oder langsamer sein. Vor allem in fachübergreifenden Modulen wäre es kommunikativ wichtig, auch alternative Notationen und Lösungswege anzuerkennen.

 

Forderungen

Wir schlagen folgende Maßnahmen vor:

1. Anerkennung äquivalenter Notationen
   Lösungen sollen als korrekt bewertet werden, wenn sie mathematisch äquivalent und logisch konsistent sind – unabhängig von der konkreten Darstellung (z. B. Mengenform, alternative Bruchdarstellungen, unterschiedliche Umformungswege).

2. Bewertung des Verständnisses statt der Form
   Der Fokus soll auf Nachvollziehbarkeit, Korrektheit und Argumentationsstruktur liegen, nicht auf der Einhaltung einer spezifischen Schreibweise.

3. Zulassung alternativer Darstellungsformen
   Skizzen, Diagramme, Graphen oder selbst entwickelte Notationen sollen als legitime Bestandteile eines Lösungswegs anerkannt werden, sofern sie fachlich korrekt sind.

4. Flexibilisierung der Rechenweg-Anforderungen
   Wenn ein Ergebnis korrekt und nachvollziehbar begründet ist, sollte kein starrer „Standard-Rechenweg“ erzwungen werden.

5. Schulung von Lehrkräften und Prüfenden
   Bewertende Personen sollen darin geschult werden, unterschiedliche mathematische Ausdrucksformen zu erkennen und fair zu bewerten.

Konkrete Beispiele

- Lösung als Menge:
  x \in { \frac{1}{2}, \frac{3}{4} } statt einzelner isolierter Angaben
- Alternative Herleitungen ohne klassischen Rechenweg, aber mit klarer Argumentation
- Nutzung von Skizzen zur Begründung geometrischer Aussagen
- Eigenständig strukturierte Zwischenschritte statt vorgegebener Schemata
- Skizzen mit Benennung von Elementen statt der klassischen Formelschreibweise

 

Ziel
Eine Mathematikausbildung, die Verständnis, Flexibilität und Problemlösekompetenz fördert – statt bloßer Reproduktion standardisierter Darstellungsformen.

 

Schlusswort
Notationsfreiheit bedeutet nicht Beliebigkeit. Sie setzt mathematische Korrektheit voraus, erweitert jedoch die Ausdrucksmöglichkeiten. Eine solche Reform würde die Qualität mathematischer Bildung nachhaltig verbessern und Lernende dazu befähigen, Mathematik als das zu begreifen, was sie ist: ein vielseitiges Werkzeug des Denkens.

 

Wir bitten um Unterstützung dieser Petition.

 

Die Entscheidungsträger*innen

Goethe Uni Prüfungsämter (v.a. Mathematik und fachübergreifende Mathematik)
Goethe Uni Prüfungsämter (v.a. Mathematik und fachübergreifende Mathematik)
Goethe Uni Prüfungsamt Mathematik

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