Petition für einen Runden Tisch KH Ostercappeln / ländliche medizinische Versorgung

Das Problem

                                                                           Osnabrück, den 20.8.2024

Die Schließung des St. Raphael Krankenhauses in Ostercappeln, der ehemaligen Paracelsusklinik und Verkauf des Thuiner Krankenhauses ist ein schwerer Schlag für die regionale Gesundheitsversorgung

Die jüngsten Entscheidungen, dass St. Raphael Krankenhauses in Ostercappeln zum 1.8.2025 zu schliessen, der Schliessung der ehemaligen Paracelsusklinik sowie der Insolvenz des Thuiner Krankenhauses und dem Verkauf des Krankenhauses in Haselünne haben weitreichende Konsequenzen für die Gesundheitsversorgung in unserer Region.

Was sich in Ankum bereits abgezeichnet hat, betrifft nun auch weitere Krankenhäuser der Region: Kleinere Krankenhäuser der Grundversorgung werden größeren Zentren geopfert. Dies wird die Regelversorgung in dieser Region verschlechtern und zu einer Mehrbelastung der ohnehin gebeutelten ambulanten Versorgung führen. Was ebenfalls verwundert ist, dass der Steuerzahler für die Finanzpolitik der Niels-Stensen-Kliniken geradestehen muss: Nachdem die Umwandlung des Ankumer Krankenhauses in ein Regionales Gesundheitszentrum (RGZ) mit 2 Millionen Euro vom Land gefördert worden ist, erhielt das RGZ in diesem Jahr genau denselben Betrag. Warum muß der Steuerzahler kirchliche Konzernentscheidungen mitfinanzieren?

Trotz der Pandemieerfahrungen sollen leider weiterhin kleinere Krankenhäuser geschlossen werden. In den letzten 20 Jahren wurde jede achte Klinik und jedes siebte Bett abgebaut, um sich auf große Häuser der Maximalversorgung zu konzentrieren. Fällt aber einmal ein Krankenhaus wie in Heinsberg während der Corona-Krise aus – was dann? Ebenso darf man nicht vergessen, dass es in Zeiten des demografischen Wandels immer mehr Patienten geben wird, die eben keiner Maximaltherapie bedürfen. Somit werden ganze Landstriche und Regionen ihrer Gesundheitskompetenzen und ihrer Standortvorteile für die Bevölkerung beraubt. Es ist grundsätzlich falsch, unser Gesundheitssystem nur betriebswirtschaftlichen Kriterien zu unterwerfen. Denn auch im Hinblick auf die demografische Entwicklung muss die Garantenfunktion einer wohnortnahen ärztlichen Versorgung im Vordergrund stehen.

Wie in Ankum bedürfen die Kreise echter Krankenhäuser mit 24/7-Öffnung! Insbesondere fehlt bei der angedachten Schließungsentscheidung für Ostercappeln eine mittelfristige Betrachtung, wie Patientenströme verlässlich Wege in stationäre Einrichtungen wohnortnah nutzen können, wie sich der Ärztemangel insbesondere im ländlichen Raum auf die Notaufnahmen auswirken wird und wie die demografische Entwicklung insbesondere im Bereich der sogenannten Babyboomer in den nächsten Jahrzehnten Krankenhauskapazitäten ausschöpfen wird. Mit der Schließung weiterer Krankenhäuser der Grund- und Regelversorgung gehen ein weitere Pfeiler der Gesundheitsversorgung im Landkreis Osnabrück verloren. Dieser Schritt würde auch die nachhaltige wirtschaftliche Entwicklung stark negativ beeinflussen, weil Krankenhäuser als großer Arbeitgeber und Auftraggeber ausfallen und weil diese für die ansässige Wirtschaft einen wichtigen Standortvorteil bieten. 

Kontakt: Dr. Steffen Grüner

Vorsitzender der Bezirksstelle Osnabrück
Ärztekammer Niedersachsen


0541 15047020
Ende der Pressemitteilung

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Das Problem

                                                                           Osnabrück, den 20.8.2024

Die Schließung des St. Raphael Krankenhauses in Ostercappeln, der ehemaligen Paracelsusklinik und Verkauf des Thuiner Krankenhauses ist ein schwerer Schlag für die regionale Gesundheitsversorgung

Die jüngsten Entscheidungen, dass St. Raphael Krankenhauses in Ostercappeln zum 1.8.2025 zu schliessen, der Schliessung der ehemaligen Paracelsusklinik sowie der Insolvenz des Thuiner Krankenhauses und dem Verkauf des Krankenhauses in Haselünne haben weitreichende Konsequenzen für die Gesundheitsversorgung in unserer Region.

Was sich in Ankum bereits abgezeichnet hat, betrifft nun auch weitere Krankenhäuser der Region: Kleinere Krankenhäuser der Grundversorgung werden größeren Zentren geopfert. Dies wird die Regelversorgung in dieser Region verschlechtern und zu einer Mehrbelastung der ohnehin gebeutelten ambulanten Versorgung führen. Was ebenfalls verwundert ist, dass der Steuerzahler für die Finanzpolitik der Niels-Stensen-Kliniken geradestehen muss: Nachdem die Umwandlung des Ankumer Krankenhauses in ein Regionales Gesundheitszentrum (RGZ) mit 2 Millionen Euro vom Land gefördert worden ist, erhielt das RGZ in diesem Jahr genau denselben Betrag. Warum muß der Steuerzahler kirchliche Konzernentscheidungen mitfinanzieren?

Trotz der Pandemieerfahrungen sollen leider weiterhin kleinere Krankenhäuser geschlossen werden. In den letzten 20 Jahren wurde jede achte Klinik und jedes siebte Bett abgebaut, um sich auf große Häuser der Maximalversorgung zu konzentrieren. Fällt aber einmal ein Krankenhaus wie in Heinsberg während der Corona-Krise aus – was dann? Ebenso darf man nicht vergessen, dass es in Zeiten des demografischen Wandels immer mehr Patienten geben wird, die eben keiner Maximaltherapie bedürfen. Somit werden ganze Landstriche und Regionen ihrer Gesundheitskompetenzen und ihrer Standortvorteile für die Bevölkerung beraubt. Es ist grundsätzlich falsch, unser Gesundheitssystem nur betriebswirtschaftlichen Kriterien zu unterwerfen. Denn auch im Hinblick auf die demografische Entwicklung muss die Garantenfunktion einer wohnortnahen ärztlichen Versorgung im Vordergrund stehen.

Wie in Ankum bedürfen die Kreise echter Krankenhäuser mit 24/7-Öffnung! Insbesondere fehlt bei der angedachten Schließungsentscheidung für Ostercappeln eine mittelfristige Betrachtung, wie Patientenströme verlässlich Wege in stationäre Einrichtungen wohnortnah nutzen können, wie sich der Ärztemangel insbesondere im ländlichen Raum auf die Notaufnahmen auswirken wird und wie die demografische Entwicklung insbesondere im Bereich der sogenannten Babyboomer in den nächsten Jahrzehnten Krankenhauskapazitäten ausschöpfen wird. Mit der Schließung weiterer Krankenhäuser der Grund- und Regelversorgung gehen ein weitere Pfeiler der Gesundheitsversorgung im Landkreis Osnabrück verloren. Dieser Schritt würde auch die nachhaltige wirtschaftliche Entwicklung stark negativ beeinflussen, weil Krankenhäuser als großer Arbeitgeber und Auftraggeber ausfallen und weil diese für die ansässige Wirtschaft einen wichtigen Standortvorteil bieten. 

Kontakt: Dr. Steffen Grüner

Vorsitzender der Bezirksstelle Osnabrück
Ärztekammer Niedersachsen


0541 15047020
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Die Entscheidungsträger*innen

landraetin@landkreis-osnabrueck.de
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