Petition update#NoFracking: Keine neuen Terminals für Klimakiller-Gas!Planungen für LNG-Terminal in Stade gehen weiter; Kapazitäten verdreifacht!
Lilli und Gustav und die Deutsche Umwelthilfe (DUH)
Jan 8, 2021

Liebe Unterstützer*innen,

2021 ist kaum eine Woche alt, und doch schon mit voller Wucht über uns hereingebrochen. Das gilt auch für die Pläne, weitere fossile Infrastruktur in Deutschland durchzupeitschen – trotz höheren EU-Klimaziels und der Tatsache, dass 2020 wohl das wärmste Jahr seit Beginn der Wetteraufzeichnungen werden wird.

Die Beteiligten an dem Fracking-Terminal in Stade scheint das alles nicht zu interessieren. Mit vorgeschobenen Scheinargumenten reden sie sich stattdessen sogar ein, mit dem Terminal etwas für den Klimaschutz zu tun. Das ist absurd und gefährlich, denn in der Praxis wird das Projekt nur einen Effekt haben: einen unnötigen Mehrimport & eine noch extremere Abhängigkeit von fossilem Gas inmitten der Klimakrise.

Trotzdem drücken die Investor*innen jetzt aufs fossile Gaspedal. Noch bis Ende Januar können Unternehmen unverbindliches Interesse an den buchbaren Kapazitäten des Terminals bekunden, danach soll die verbindliche Phase schnell folgen. Aber trotz der Eile soll das Terminal laut offiziellen Plänen nun erst 2026 statt wie ursprünglich geplant 2023 in Betrieb gehen. LNG-Terminals haben aber eine Lebensdauer von mindestens 25 Jahren. War da nicht was mit Klimaneutralität bis 2050?

In den kommenden Monaten müssen wir unsere Arbeit also auch für Stade intensivieren, denn ungeachtet der Absage des geplanten Projekts in Wilhelmshaven aufgrund mangelndem Interesses am Fracking-Gas wurden die Stader Kapazitäten jetzt auch noch massiv ausgeweitet – statt ursprünglich 4 Milliarden m³ soll das Terminal jetzt bis zu 12 Mrd. m³ fossiles Gas pro Jahr nach Deutschland bringen. Damit wäre es das größte LNG-Projekt in Deutschland und würde so jährlich zusätzlich ca. 21 Millionen Tonnen CO2 verursachen! Die Landesregierung mischt beim Projekt übrigens mit einem landeseigenen Unternehmen munter mit, auch wenn immer wieder betont wird, es handele sich um ein rein privatwirtschaftliches Projekt. Apropos privatwirtschaftlich: auch die Partners Group, der weltweit drittgrößte Anbieter von Privatanlagen, ist im Dezember bei Stade eingestiegen. Wir sind aber gerne behilflich und zeigen, wieso ihr Geld woanders besser aufgehoben wäre.

Und auch das passiert im jungen Jahr 2021: Die Landesregierung in Mecklenburg-Vorpommern hat gestern allen Ernstes die Gründung einer „Stiftung Klima- und Umweltschutz MV“ beschlossen, um die Fertigstellung von Nord Stream 2 noch irgendwie zu ermöglichen. Die Idee: Zulieferer verkaufen ihre Produkte an die Stiftung, die dann darüber zum Weiterbau genutzt werden können. Angeblich sollen Unternehmen so vor US-Sanktionen gegen das Projekt geschützt sein. Fossiles Gas als Beitrag zum Klimaschutz? Absurder geht es wohl kaum.

Auch in 2021 geht uns die Arbeit also nicht aus. Sowohl die Bundesregierung als auch die Landesregierungen sind noch immer nicht aus ihrem fossilen Dornröschenschlaf erwacht. Sie glauben nach wie vor, wirksamer Klimaschutz und Business as Usual gingen Hand in Hand. Es liegt an uns allen, sie in diesem entscheidenden Wahljahr wachzurütteln. Wir können es kaum erwarten!

Lili, Gustav und

Constantin von der Deutschen Umwelthilfe

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