
Liebe Unterstützer*innen,
während das Jahr zu Ende geht, schafft die Erdgas-Lobby bei Planung und Bau neuer Infrastruktur Fakten. Es wird immer deutlicher: 2021 wird ein entscheidendes Jahr in unserem Widerstand gegen neue Erdgasprojekte!
Da wären zunächst die LNG-Terminals. Ja, mit dem Stopp des geplanten Terminals von Uniper in Wilhelmshaven haben wir einen ersten Erfolg errungen. Aber die Planungen in Stade nehmen an Fahrt auf. Und in Brunsbüttel hat die Betreibergesellschaft – die German LNG GmbH – nun einen Vorentscheid für die Freistellung von der Regulierung erhalten. Damit würde das Terminal Wettbewerbsvorteile bekommen und müsste sich nicht an EU-Vorgaben halten, die für einen funktionierenden Binnenmarkt sorgen sollen.
Dazu sind nun weitere Details bekannt geworden: Auf unseren Druck hat die zuständige Bundesnetzagentur nämlich den Bescheid veröffentlicht. Erstes pikantes Detail: Das Terminal soll ab Inbetriebnahme für 25 Jahre von der Regulierung befreit werden. Klartext: Wenn das Terminal in 2025 seinen Betrieb aufnehmen würde, würde der Import von Fracking-Gas bis 2050 Wettbewerbsvorteile genießen. Das wären indirekte Subventionen für fossile Energie bis 2050!
Das werden wir so nicht hinnehmen. Den Bescheid der Bundesnetzagentur werden wir genau prüfen und dann weitere Schritte planen!
Aber auch an anderer Stelle werden Fakten für eine fossile Infrastruktur geschaffen, beim Bau der Ostsee-Pipeline Nord Stream 2. Genau wie die LNG-Terminals ist dies eine unnütze Infrastruktur, die eine neue Pfadabhängigkeit für fossile Energie schafft. Die Deutsche Umwelthilfe hat sich in den vergangenen Wochen gegen den Weiterbau der Pipeline gestemmt. Dabei sind viele Fragezeichen aufgetaucht: Dieses fossile Mega-Projekt wird in extrem intransparenter Weise von den Behörden vorangetrieben.
Die Ereignisse der vergangenen Woche haben wir in einem Hintergrundbericht dokumentiert. Das ist spannend wie ein Krimi!
Uns machen diese neuen Entwicklungen am Ende eines ereignisreichen und schwierigen Jahres deutlich, wie wichtig der weitere Widerstand gegen fossile Infrastruktur ist. Dafür brauchen wir Eure Unterstützung – hier könnt Ihr für die Arbeit gegen fossiles Erdgas spenden. Jeder Beitrag zählt – und wir werden dranbleiben!
Lili, Gustav und
Constantin von der Deutschen Umwelthilfe