Abitur 2021: Durchschnittsabi mit freiwilliger Möglichkeit Abschlussprüfungen abzulegen

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Am 13. März 2020 kam der erste Lockdown, kurz nach dem Ende des ersten Halbjahrs der damaligen Q1, die nun den Abiturjahrgang 2021 darstellt. Heute ist bereits der 04.02.2021 und wir können leider nicht davon ausgehen, dass innerhalb der nächsten Wochen ausschlaggebende Lockerungen vereinbart werden. Somit kann man zusammenfassen, dass in drei von vier Halbjahren der notwendigen Qualifikationsphase unter Corona-Beschränkungen unterrichtet wurde. Ob Präsenzunterricht oder online; keine der beiden Unterrichtsformen ist mit derjenigen vor der Pandemie zu vergleichen.

Im ersten Lockdown war kaum von lehrreichem Unterricht zu sprechen. Die Lage kam natürlich für uns alle unerwartet. Aber egal ob Leistungskurs oder Grundkurs, die meisten Lehrer*Innen schickten wöchentlich Aufgaben, wie man sie auch im Unterricht gemacht hätte. Jedoch fehlten die Besprechungen oder Auseinandersetzungen mit den Themen. Demnach war der essentielle Lerneffekt sehr gering und es ging uns viel wertvolle Zeit verloren.

Nachdem es mit Abstand an Einzeltischen wieder in die Schule ging, wurde der Unterricht halbwegs weitergeführt. Natürlich mit Beschränkungen wie zum Beispiel das Verbot von Partner- oder Gruppenarbeit, was wiederum den Austausch und das gegenseitige Unterstützen einschränkte. Es fielen Klausuren aus und noch immer war der Lerneffekt sehr gering im Vergleich zu dem Unterricht, wie man ihn sonst kannte.

In das Jahr der Q2 starteten wir mit wenig Maßnahmen, was jedoch nicht lange anhielt: Schnell war die Maskenpflicht auch in Klassenräumen und sogar während der Klausuren zu beachten. Dazu kam noch, trotz herbstlichen oder winterlichen Wetters, das regelmäßige Lüften. Unabhängig vom Fach war es für die meisten SchülerInnen beinahe unmöglich, sich wie sonst zu konzentrieren.

Nun sitzen wir wieder zuhause. Zwar finden nun mehr Videokonferenzen als im Lockdown 2020 statt, dennoch sind wir der Meinung, dass trotz des Online-Unterrichts ein gleichwertiges Abitur unzumutbar ist.

Gerade aufgrund des 2. Lockdowns herrscht eine Unsicherheit bei vielen Abiturienten. Wo sollen wir nun anfangen zu lernen? Wie können wir die verpassten Themen alle nachholen? Wird das Konzept nun geändert? Werden Themen im Abitur anders gestaltet oder sogar gestrichen? Niemand hat die Sicherheit in der Lernphase, die man sich wünscht und normalerweise auch haben sollte. Zudem bleiben alte Probleme, wie z.B. fehlende technische Ausstattung, überlastete Schul-Server oder fehlende Rückmeldungen, leider Alltag. Viele Lehrer*Innen geben sich natürlich Mühe, aber auch für sie ist es eine neue Herausforderung, sodass der Austausch trotzdem so schwierig ist, dass sich die meisten Schüler*Innen zuhause alles alleine beibringen sollen... und das für zentrale Prüfungen?

Der Mangel an Qualität des Unterrichts in den letzten 10 Monaten zusammen mit dem Mangel an Sicherheit zum Lernen ist nicht zu übersehen! Wie, Frau Gebauer, wollen Sie ein gleichwertiges Abitur ohne einen gleichwertigen Unterricht durchsetzen?

Zwar ist ein gleichwertiger Unterricht aktuell unmöglich durchzusetzen, jedoch ist die Entscheidung der SchülerInnen, ob man den Zeugnisdurchschnitt als Abitur anerkennen möchte oder sich freiwillig den Prüfungen stellt, nicht nur möglich, sondern eine Selbstverständlichkeit bei den Bedingungen, unter den wir zu ¾ unserer Schulzeit in der Qualifikationsphase unterrichtet wurden!

Unser Unterricht in der Q1 und Q2 war und ist in keiner Weise mit dem der vorherigen Jahrgänge zu vergleichen! Wie erwarten Sie von uns, dass wir trotz dessen ein vergleichbares Abitur schreiben? Wie soll man in so einer ungewöhnlichen Zeit, einen gewöhnlichen Abschluss machen ?

Als Schul- und Bildungsbeauftragte und als Schulministerium im Allgemeinen sollten Sie nicht an Ihrer eigenen Wunschlösung festhalten. Sie sollten die Realität des aktuellen Geschehen anerkennen und uns Schüler*Innen die Wahl zwischen Durchschnittsabitur und freiwilligen Abiturprüfungen geben!