Kein echtes Leder auf den neuen Sitzen der Deutschen Bahn!

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Kein tierisches Leder auf den neuen Sitzen der Deutschen Bahn!

Die Deutsche Bahn hat angekündigt, ab 2020 die Ausstattung von 60.000 ICE-Sitzplätzen zu erneuern. Neben breiteren Rückenlehnen und weicheren Polstern soll auch der Bezug der Armlehnen in der 2. Klasse „verbessert“ werden: Durch den Einsatz von echtem Leder! Ein Material, das nicht nur mit Leid und Tod unschuldiger Lebewesen verbunden ist, sondern zudem eine erschreckende Klimabilanz aufweist. Auch in der 1. Klasse dieser Züge sollen die bereits eingebauten Ledersitze durch neue ersetzt werden. 

Im ICE kann jeder was fürs Klima tun!
(aktueller Werbeslogan der Deutschen Bahn)

Die Deutsche Bahn präsentiert sich als Unternehmen, das eine umweltfreundliche Transportalternative zu Individualverkehr und Flugreisen darstellen will. Viele Kund*innen entscheiden sich aus Gründen der Nachhaltigkeit und des Umweltschutzes für das Reisen mit der Deutschen Bahn. Wie kann das mit dem Einsatz tausender Quadratmeter Tierleder vereinbart werden? Es ist hinreichend bekannt, dass die industrielle Tierhaltung weltweit zu den größten Treibern der Klimaerwärmung zählt. Ist den Verantwortlichen dieser Interessenskonflikt nicht bewusst? Insbesondere aber bedeutet dieser Einsatz von echtem Leder für tausende Tiere den Tod. Mit dem unreflektierten Einsatz eines solch rückschrittlichen Materials zeigt die Bahn, dass Umweltschutz und Nachhaltigkeit für sie wohl nichts weiter sind als Marketing-Faktoren. Bis 2030 will die Bahn angeblich ihre CO2-Emissionen halbieren. Wieso zeigt sich das nicht in der Wahl verwendeter Materialien?

Wir fordern: Hände weg vom Tierleder! Dieser Zug ist abgefahren!

Anders als oft angenommen, handelt es sich bei Leder nicht um ein reines „Abfallprodukt“. Leder macht bis zu 50% des Gesamtwertes der "Rindernebenprodukte" aus -  der Verkauf von Leder dient also dazu die Fleischproduktion profitabler zu gestalten. Der Kauf von Leder subventioniert so die Fleischindustrie. Klimawissenschaftler*innen fordern schon lange eine drastische Reduzierung der Tierhaltung, um die Klimaerwärmung einzudämmen.
Die Deutsche Bahn handelt hier entgegen jeglicher ökologischer Vernunft!

Nach Stellungnahme der Deutschen Bahn würden die Armlehnen mit Echtleder in Kundenbefragungen als „hochwertiger“ wahrgenommen. Der Austausch finde im Rahmen einer „Sitzoptimierung“ statt. Mit welchen Argumenten kann im Jahr 2019, zur Hochzeit der Klimadebatte, der Einsatz von Echtleder als „Optimierung“ bezeichnet werden? Es steht eine Vielzahl alternativer, tier- und umweltfreundlicher Materialien zur Verfügung. Die Bahn bezeichnet Leder als besonders langlebig und widerstandsfähig. Rechtfertigt das den Einsatz dieses hoch problematischen Materials? Wie lange hielten die bisherigen, mit Stoff bezogenen Armlehnen? Und weshalb müssen die Ledersitze der 1. Klasse dann ebenfalls ausgetauscht werden?

Auf der Facebook-Seite der Bahn finden sich bereits hunderte Kommentare mit mehreren hundert Likes, die gegen das geplante Vorgehen protestieren. Der Bahn-Account hat bis heute auf keinen dieser Kommentare geantwortet.

Wir fordern: Stellen Sie sich der Diskussion!

40 Millionen Euro will die Bahn in die Erneuerung der ICE-Sitze investieren. Wenn der Ansatz, den Komfort des Bahnreisens zu erhöhen, auch zu begrüßen ist: Dieses Geld kann besser investiert werden! Setzen Sie ein Zeichen! Entscheiden Sie sich für Nachhaltigkeit und gegen Tierleid!