
Immer mehr Erwerbsminderungsrente brauchen zusätzlich Sozialhilfe
In Deutschland waren zuletzt rund 15 Prozent aller Erwerbsminderungsrentner zusätzlich auf Sozialhilfe angewiesen. Laut den aktuellsten Zahlen von 2018 betraf das bundesweit knapp 200.000 Bürger.
Die Zahl der Betroffenen stieg seit 2005 von knapp 78.000 auf fast 195.000 im Jahr 2018, wie das Bundesarbeitsministerium auf eine Anfrage der Linken-Fraktion mitteilte. Das berichtet die „Neue Osnabrücker Zeitung" vom Dienstag vorliegt.
Die Fraktion der Linken nahm die Antwort des Bundesarbeitsministerium zum Anlass, das System der gesetzlichen Rente grundlegend zu kritisieren. „Auch der moderate Anstieg der Erwerbsminderungsrente in den letzten Jahren kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass die durchschnittliche Rente noch immer unter der Grundsicherungsschwelle liegt. Sie reicht schlicht nicht zum Leben", kritisierte die Linken-Abgeordnete Sabine Zimmermann. "Das kann auch den Ehepartner in Armut stürzen, der mit seinem Einkommen einstehen muss, bevor die Grundsicherung greift."
Zimmermann forderte "eine grundlegende Kehrtwende in der Rentenpolitik": Das Rentenniveau müsse wieder auf 53 Prozent erhöht und die Abschläge bei Erwerbsminderungsrenten abgeschafft werden. "Krankheit ist ein Schicksal, das nicht noch zusätzlich bestraft werden darf."
03.06.2020
Quelle: Focus
Im Jahr 2030 wird das Rentenniveau nur noch bei 43% sein.
Dies wurde mit Gesetz im Jahr 2004 in § 154 Abs. 3 SGB VI festgeschrieben.
Quelle:VDK – Sozialverband
Stand: 04. Mai 2018
www.vdk.de/ov-schopfheim/ID126800