
Im Zeichen der Corona-Krise hat die Bundesagentur für Arbeit ihre Arbeitsmarktstatistik für den Mai bekanntgeben. Die Zahl der Arbeitslosen ist um 169.000 gestiegen, die Arbeitslosenquote liegt nun bei 6,1 Prozent.
Die Coronavirus-Krise hat die Arbeitslosenzahl in Deutschland auch im Mai weiter nach oben getrieben. Die Bundesagentur für Arbeit (BA) registrierte 2,813 Millionen Arbeitslose. Das waren 169.000 mehr als im April und 577.000 mehr als vor einem Jahr, erklärte die Behörde am Mittwoch. Die Arbeitslosenquote stieg um 0,3 Prozentpunkte auf 6,1 Prozent.
Rekord auch bei Kurzarbeit
Zudem ist etwa jeder dritte der über 33 Millionen Beschäftigten von Kurzarbeit bedroht. Im Mai wurde von den Unternehmen für weitere 1,06 Millionen Menschen Kurzarbeit angezeigt, teilte die Arbeitsagentur weiter mit. Diese kommen zu den bereits zuvor angemeldeten 10,66 Millionen Arbeitnehmern hinzu
Die Bundesagentur rechnet für April mit sechs Millionen Kurzarbeitern. Die Rücklage der BA in Höhe von 26 Milliarden Euro werde zur Finanzierung voraussichtlich nicht ausreichen, sagte der BA-Vorstandschef.
Nach Hochrechnungen der Bundesagentur nahmen allein im März, dem Monat, als der Corona-bedingte Lockdown begann, 2,02 Millionen Menschen Kurzarbeit in Anspruch. Dies ist der höchste jemals gemessene Wert. Der bisherige Rekord stammt aus dem Mai 2009, als in der damaligen Finanzkrise 1,44 Millionen Menschen Kurzarbeit in Anspruch genommen hatten.
Warnung aus Berlin
Deutschland steht wegen der Coronavirus-Krise vor der schwersten Rezession in der Nachkriegszeit. Bislang geht die Regierung davon aus, dass die Wirtschaftsleistung 2020 um 6,3 Prozent schrumpft. Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier hält allerdings einen noch stärkeren Konjunktureinbruch für möglich. "Ich schließe nicht aus, dass es mehr wird, auch bei uns", hatte der CDU-Politiker am Dienstag gesagt.
03.06.2020
Quelle: Deutschen Welle
https://www.dw.com/de/wegen-corona-mehr-als-sechs-prozent-arbeitslosigkeit/a-53665746