
Die Stadt verzeichnet ein Konjunkturhoch und starke Wachstumsraten – aber die Menschen in Berlin haben kaum mehr Geld als im Jahr 2000. Wie passt das zusammen?
Die Wirtschaft in der Hauptstadt boomt, alle acht Minuten entsteht ein Job in Berlin und Brandenburg. Für das Jahr 2019 rechnet der Berliner Senat mit zwei Prozent Wirtschaftswachstum, während die Bundesregierung für Gesamtdeutschland nur von einem Prozent ausgeht. Doch wie jetzt erneut eine Studie belegt, scheint diese Entwicklung bei den Bürgern der Stadt kaum anzukommen.
Aus der Erhebung des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) der gewerkschaftlichen Hans-Böckler-Stiftung geht hervor, dass das verfügbare Pro-Kopf-Einkommen in der Hauptstadt zwischen dem Jahr 2000 und dem Jahr 2016 um gerade einmal 1,3 Prozent gestiegen ist.
Damit ist Berlin die einzige Region im Osten, in der sich das zur Verfügung stehende Geld um weniger als fünf Prozent vermehrt hat. In ganz Deutschland stieg die Summe seitdem um 9,7 Prozent. Die Auswertung stützt sich auf die jüngsten Daten der Statistischen Ämter der Länder und des Bundes.
Martin Gornig, Forschungsdirektor für Industriepolitik am Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW), erklärt das schlechte Abschneiden Berlins mit einem Denkfehler. Die gute Konjunkturentwicklung habe in der Vergangenheit oft darüber hinweggetäuscht, dass viele Arbeitsplätze nur im Niedriglohnsektor entstanden sind.
24.04.2019
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