
Stabile Renten bis 2040 – Vorschläge wie der von Olaf Scholz klingen erst einmal gut. Warum sie mit Blick auf drohende Altersarmut nichts bringen
Rente geht immer. Bei keinem Thema lassen sich in wenige Worte so viele Versprechen packen, die der Heilsbringer niemals selbst wird einlösen müssen – sondern die kommenden Generationen. Scholz jedenfalls kostet sein Versprechen stabiler Renten bis 2040 nichts.
Unser Rentensystem funktioniert so: Die Beiträge der Beschäftigten werden sofort an die Rentner ausgeschüttet. Finanzieren weniger Beitragszahler mehr Rentner, fehlt Geld im System. Es gibt genau drei Stellschrauben, um es stabil zu halten: Renten senken, Beiträge erhöhen oder das Rentenalter erhöhen. Alles schrecklich unpopulär, Mathematik eben. Wenn wir aber zum Glück immer älter werden, beziehen wir auch immer länger Rente, die jemand zahlen muss. Natürlich kann man endlos Steuern zuschießen. Nur ist das ein Systembruch. Und die Beschäftigten werden sich bedanken.
Die SPD sollte sich endlich darauf besinnen, Altersarmut gezielt zu bekämpfen. Dafür ist das Rentenniveau völlig ungeeignet. Ein Prozent mehr bewahrt niemanden vor dem Sozialamt. Was helfen würde, wäre eine Mindestrente, die schon von der Leyen und Nahles versprochen haben. Und die neue GroKo? Hat sie vorerst verschoben.
19.08.2018
Quelle:
Westdeutsche Allgemeine Zeitung
https://www.waz.de/meinung/kein-konzept-gegen-altersarmut-id215126383.html