
Liebe Unterstützer*innen meiner Petition,
Jährlich mindestens 12.000 Fälle mutmaßlich rechtswidriger Übergriffe durch Polizeibeamte in Deutschland und eine noch viel größere Dunkelziffer. Zu dieser erschreckend hohen Zahl kam kürzlich eine Studie der Ruhr-Universität Bochum. In weniger als 2% der Fälle kommt es zu einem Gerichtsverfahren, zu einer Verurteilung kommt es noch viel seltener. Mehr dazu hier: https://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2019-07/polizeigewalt-studie-ruhr-universitaet-bochum-kriminologen-verfahren
Auch Tobias Singelnstein, Professor für Strafrecht an der Freien Universität Berlin, hat ausgerechnet, dass etwa 95 Prozent der eingeleiteten Strafverfahren gegen Polizisten wegen Körperverletzung im Amt von der zuständigen Staatsanwaltschaft eingestellt werden. https://www.zeit.de/2012/40/DOS-Polizeigewalt-Deutschland/seite-2 Somit müssen sich Polizisten, die im Dienst Menschen verletzt oder getötet haben wie meinen Freund Oury Jalloh, nicht wirklich eine Strafverfolgung befürchten. Die Muster in den zahlreichen Fällen von Polizeigewalt – Oury Jalloh - William Tonou-Mbobda - Rooble Warsame- Amad Ahmad – um nur ein paar Namen zu nennen, sind immer ähnlich: Staatsanwaltschaften ignorieren die die vorgelegten Beweise und gehen nicht gegen die Kungelei unter den Polizeikumpanen vor, Opfer-Täter-Rollen werden umgekehrt – Opfern von Gewalt und ihren Familien wird Gewalt unterstellt, die wiederum das brutale Vorgehen der Polizei oder von Sicherheitskräften gegen sie rechtfertigen soll und Repression gegen Menschen, die sich gegen Polizeigewalt auflehnen. Todesfälle, in die die Polizei verwickelt ist, bleiben systematisch unaufgedeckt.
Seit mehr als 14 Jahren kämpfe ich mit der Initiative in Gedenken an Oury Jalloh und vielen weiteren Aktivisten für die Aufklärung des Mordes an meinem Freund und gegen die Lügen der Polizei und gegen den Unwillen der Justiz das Verbrechen aufzuklären.
Das Filmteam von Redfish hat die Geschichte über den Tod von Oury Jalloh nun in einen 25-minütigen Film gepackt:
https://www.youtube.com/watch?v=oMDJS0wSwrg
Der Mord an meinem Freund ist leider kein Einzelfall ist, sondern steht beispielhaft für hunderte Opfer rassistischer Morde, begangen durch Täter – mit und ohne Polizeiuniform, die von den zuständigen staatlichen Ermittlungsbehörden nur ansatzweise oder gar nicht verfolgt werden – ich erinnere an die Morde des so genannten NSU.
Wir hören nicht auf zu kämpfen – hört Ihr nicht auf, unsere aktivistische Arbeit gegen strukturelle Gewalt von Behörden zu unterstützen: mit der Verbreitung der Petition und einer Spende: https://betterplace.org/p32717
Herzlichen Dank,
Euer Mouctar